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Begleitung von entwicklungsverzögerten und behinderten Kindern und Jugendlichen zu einem selbstständigeren Leben

Eingereicht von: Schritt für Schritt – Verein zur Förderung behinderter Kinder, Susanne Schöllenberger-Baumgartner
Projektstart: 2009 (Fortführung bzw. Absicherung des Projekts)
Kategorie: Kinder/Jugendliche
Social-Media: http://www.schrittfuerschritt.at

 Ergebnis:
 48,86%

Susanne Schöllenberger-Baumgartner

Interview mit Susanne Schöllenberger-Baumgartner

„Gewinner des Bank Austria Sozialpreises Tirol 2018“: Wie hört sich das an? Was war Ihre erste Reaktion?

Freude. Erleichterung. Stolz. JUHUU wir haben gewonnen. Das heißt viele Menschen haben für uns gevotet! Die Spannung war groß, denn alle nominierten Projekte sind sehr interessant und verdienen ebenso den Sozialpreis. Es ist sehr schwer, sich beim Voting für eines zu entscheiden. Die Freude ist daher umso größer, dass „Schritt für Schritt“ als Sieger dabei hervorgegangen ist. Neben der finanziellen Unterstützung ist der Sozialpreis eine große Anerkennung unserer Arbeit. Alleine die Nominierung durch die Fachjury war für uns eine große Ehre. Die erste Reaktion war eine Mischung aus großer Freude, Erleichterung, Begeisterung, ein wenig Stolz und Dankbarkeit!

Wie haben Sie selbst die letzten Wochen und Tage des Votings erlebt?

Zunächst einmal haben wir uns mächtig gefreut, dass wir unter den drei nominierten Siegerprojekten sind. Dann kam natürlich auch die Frage, schaffen wir es als kleiner Verein, mehr Stimmen der Öffentlichkeit zu sammeln, als die beiden anderen Projekte. Zumal der Zweitplatzierte in drei Bundesländern nominiert wurde und natürlich auch länderübergreifend Stimmen lukrieren konnte. Aber im Sommer hatten wir dann letztendlich gar nicht so viel Zeit darüber nachzudenken, da genau in dieser Zeit immer die Sommer-Intensiv-Therapien in den Ferien laufen. Heuer war der Andrang so groß wie noch nie. Dies ist für uns eine sehr intensive Zeit. Hier machen unsere Therapeuten unzählige Überstunden und wir stocken das Team auch immer auf. Wir hatten so viele tolle Momente mit den Kindern, die wir mit den Eltern teilen und auch immer wieder auf Facebook posten. Hier haben wir natürlich auch immer wieder den Sozialpreis erwähnt. Diese positive Präsenz in den Sozialen Medien hat hier eine Eigendynamik entwickelt und es haben uns im Ort Leute persönlich angesprochen, ob sie auch mitvoten können. In einem Fitnessstudio hat sich eine Trainerin hingestellt und zum Voting aufgerufen, ein Geschäft hatte sogar einen Flyer für uns gemacht und aufgelegt... Wir haben dadurch eine großartige Unterstützung erhalten und möchten uns bei allen bedanken, die uns ihre Stimme gegeben haben.

Beschreiben Sie bitte noch einmal kurz, was das Besondere an ihrem Projekt ausmacht?

Das Angebot, das „Schritt für Schritt“ für Familien mit einem behinderten oder entwicklungsverzögerten Kind bietet, ist in Tirol einzigartig. Die Kinder kommen nicht nur für eine Einheit Logopädie, Physio- oder Ergotherapie zu uns, sondern sie sind den ganzen Nachmittag über hier und erhalten dabei ein ganzheitliches Förderprogramm. Die Therapien finden einzeln oder in Kleingruppen statt. Dabei wird immer auf die persönliche Tagesverfassung des Kindes Rücksicht genommen. Das heißt die Kinder arbeiten zielgerichtet mit ihrem Therapeuten, nehmen aber die Therapie nicht als „Zwang“ wahr, da sie gemeinsam mit den anderen in ein gesamtes Programm vertieft sind. Jedes Kind hat seine individuellen Aufgaben bzw. Ziele, die von dem Therapeuten überwacht werden. Alltagssituationen sind integriert und werden trainiert. Ziel des gesamten Programmes ist es, die Kinder in ein möglichst selbstständiges Leben zu begleiten und eine bestmögliche Bewältigung des Alltags zu trainieren. Für uns ist es wichtig, dass alle Kinder mit Freude zu „Schritt für Schritt“ kommen um dort – oftmals auch anstrengende – Therapien zu erhalten. Die Kinder sind motiviert und kommen gerne. Nur so können auf Dauer Fortschritte erreicht werden. Das Angebot trägt nicht nur zur Steigerung der Lebensqualität der Kinder und deren Familie bei, sondern entlastet auch die pflegenden Eltern. Diese haben, während das Kind bei „Schritt für Schritt“ gefördert wird, eine kurze Auszeit.

Wie werden Sie das Preisgeld von 6.000,- EUR konkret für Ihr Projekt einsetzen?

Das gesamte Preisgeld wird in die Weiterführung des Projektes gesteckt. Hier wird jeder Euro direkt den Kindern zugutekommen.

Warum ist es aus Ihrer Sicht notwendig, Projekte ins Leben zu rufen, die einen Nutzen für Kinder/Jugendliche/die Gesellschaft stiften?

Kinder sind unsere Zukunft. Bei Kindern mit Beeinträchtigung stellt sich allerdings nicht die Frage, was willst du später einmal werden, sondern wie kannst du überhaupt etwas selbstständiger deinen Alltag bewältigen. Wir möchten betroffene Familien damit Schritt für Schritt das Leben etwas erleichtern. Viele Familien mit einem behinderten Kind kommen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Das Familienleben wird von den Bedürfnissen des einen Kindes bestimmt. Geschwisterkinder müssen zurückstecken. „Schritt für Schritt“ fördert das behinderte Kind optimal und ermöglicht der Familie etwas Freizeit, um verschnaufen zu können bzw. um mit den Geschwisterkindern etwas zu unternehmen. In Ferienzeiten gibt es ganztägige Intensiv-Wochen. Das Leuchten in den Augen unserer Kinder und deren Eltern ist unsere Motivation, das Richtige zu tun.


Das Projekt

Der Verein „Schritt für Schritt“ hat es sich zum Ziel gesetzt, entwicklungsverzögerte und behinderte Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zu größtmöglicher Selbständigkeit zu unterstützen. Die Kinder sollen in ein selbständigeres Leben begleitet werden und dabei steht die bestmögliche Bewältigung des Alltags im Vordergrund.

Gegründet wurde der Verein von engagierten Eltern, die in anderen Bundesländern eine ganzheitliche Förderung erlebten und deren Kinder dort Fortschritte gemacht haben, die sie in Tirol mit den angebotenen Einzeltherapien zuvor nicht erreichen konnten. Dieses ganzheitliche Förderprogramm gibt es in Tirol in dieser Form nur bei „Schritt für Schritt“ und beinhaltet motorische sowie geistige Förderung, um die behinderten Kinder bei einer maximalen individuellen Selbstständigkeit zu unterstützen. Mehrmals pro Woche sind die Kinder und Jugendlichen einen ganzen Nachmittag zur Therapie bei „Schritt für Schritt“ – zum Teil werden sie vom Verein selbst aus Kindergarten und Schule abgeholt oder von ihren Eltern gebracht. Es gibt ein gemeinsames Mittagessen, das gesund und frisch zubereitet und bereits therapeutisch unterstützt wird – je nach Bedürfnis bzw. Beeinträchtigung des jeweiligen Kindes: Die Mithilfe durch Schneiden, Umrühren oder Kneten fördert die Feinmotorik, mit dem Decken des Tisches wird eine geistige Herausforderung erzielt, durch das Essen selbst wird etwa die Hand-Mund-Motorik angekurbelt und auch das eigenständige Sitzen auf einem Stuhl bedeutet eine physiotherapeutische Anstrengung. Diese Alltagssituationen können in den klassischen Therapieeinheiten der Logopädie, Ergotherapie oder Physiotherapie nicht ausreichend berücksichtigt werden, sind jedoch für das alltägliche Leben relevant!

Die anschließenden Therapien finden in einem spielerischen Rahmen entweder einzeln oder in Kleingruppen statt. Individuell gefördert werden – je nach Beeinträchtigung – motorische Grundfähigkeiten, Koordination und Feinmotorik, Lebenspraktisches, die kognitive Entwicklung sowie die Kommunikation. Wichtig sind dabei vor allem die Motivation der Kinder und Jugendlichen zur Teilnahme sowie die Freude an den Angeboten – denn nur so können auf Dauer Fortschritte erreicht und die Eltern inklusive ihrer Familie entlastet werden, deren Kinder meist eine lebenslange Therapie benötigen und die damit häufig an die Grenzen ihrer Belastbarkeit geraten. Die jungen Menschen arbeiten zielgerichtet gemeinsam mit ihren Therapeutinnen bzw. Therapeuten und verfolgen dabei individuelle Zielsetzungen und Aufgaben. Mit dem Projekt wird das Ziel angestrebt, eine ganzheitliche und optimale Förderung anzubieten, die Kinder durch Gruppendynamiken zu motivieren, wiederkehrende Tagesabläufe und Alltagssituationen zu generieren, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen und den jungen Menschen ein abwechslungsreiches Programm anzubieten – auch in den Ferien! Eine aktive Beteiligung für Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank Austria ist möglich, beispielsweise durch das Einbringen von Ideen für umsetzbare Charity-Veranstaltungen, durch diverse Formen der Unterstützung bei solchen Events oder auch durch die Betreuung und Förderung der Kinder auf jegliche andere Art und Weise.