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Begleitung und Betreuung durch Patinnen und Paten für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Eingereicht von: Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes Kärnten, Mag. Astrid Liebhauer und MMag. Romana Bürger
Projektstart: 2016
Kategorie: Kinder/Jugendliche, Integration/Migration

 Ergebnis:
 39,27%

Interview mit MMag. Romana Bürger und Mag. Astrid Liebhauser

„Gewinner des Bank Austria Sozialpreises Kärnten 2018“: Wie hört sich das an? Was war Ihre erste Reaktion?

Da alle drei Projekte, die im Rennen waren, sehr interessant und preiswürdig sind, waren wir schon sehr gespannt, wie die Wahl ausgeht und freuen uns jetzt natürlich riesig, dass unsere Paten- Idee solchen Anklang gefunden hat! Besonders freuen wir uns, dass so viele Menschen die Idee hinter dem Projekt gutheißen und deshalb dafür gevotet haben. Und am meisten freut es uns für die Patinnen und Paten, die die jungen Menschen in vielen Bereichen mit unermüdlichem Einsatz so tatkräftig unterstützen!

Wie haben Sie selbst die letzten Wochen und Tage des Votings erlebt?

Wir haben unserem Projekt natürlich fest die Daumen gehalten – nicht für uns sondern für die beteiligten Paten und die Jugendlichen. Und wir haben noch einmal die Werbetrommel in eigener Sache gerührt und das Projekt zahlreichen Menschen vorgestellt.

Beschreiben Sie bitte noch einmal kurz, was das Besondere an ihrem Projekt ausmacht?

Mit diesem Projekt konnten wir Menschen mit Herz und Interesse an jungen, fremden Menschen ansprechen und sie mit Kindern und Jugendlichen zusammenbringen, die sich so dringend nach persönlicher Zuneigung und ein klein wenig „Familie“ sehnen. Die Entwicklung der letzten Monate zeigt, welch rauer Wind Menschen auf der Flucht gesellschaftlich und politisch entgegenschlägt. Da können unsere Patinnen und Paten ein wichtiger Anker für die jungen Menschen sein und ihnen das Gefühl des Willkommenseins vermitteln. Sie schenken Zeit und Herzenswärme und helfen in vielen Bereichen des Alltags. Dies zu sehen, freut auch uns als Projektorganisatoren.

Wie werden Sie das Preisgeld von 6.000,- EUR konkret für Ihr Projekt einsetzen?

Wir planen, gemeinsam mit den Paten, den sozialpädagogischen Einrichtungen, in denen die Jugendlichen leben, und den Jugendlichen zu überlegen, wie wir einen Großteil des Geldes so sinnvoll und nachhaltig wie möglich für die Jugendlichen einsetzen können. Ob das ein erlebnispädagogisches Projekt für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge sein wird oder ein Bildungsangebot, werden die Gespräche ergeben. Schon mehrfach wurde der Wunsch der Jugendlichen an uns herangetragen, ein Zusammentreffen zwischen allen Patinnen und Paten und den jungen Burschen zu organisieren, um sich auch einrichtungsübergreifend austauschen zu können. Wir können uns aber auch spezielle Kurz- und Workshopangebote vorstellen wie beispielsweise Sportkurse, Vorträge zu für die Zielgruppe relevanten Themen und ähnliches. Es können aber auch gerne spezielle Fortbildungsangebote für die Patinnen und Paten sein.

Warum ist es aus Ihrer Sicht notwendig, Projekte ins Leben zu rufen, die einen Nutzen für Kinder/Jugendliche/die Gesellschaft stiften?

Ein vielzitierter Satz in diesem Zusammenhang lautet, dass Kinder und Jugendliche die Zukunft von morgen sind. Was wir als Gesellschaft an Unterstützung und Hilfe für Kinder und Jugendliche versäumen, wird uns zum Teil vielfach einholen, wenn diese jungen Menschen erwachsen sein werden. Nur wenn es uns gelingt, durch entsprechende Maßnahmen Defizite frühzeitig auszuspüren und aufzufüllen und nur wenn es uns gelingt, diesen jungen Menschen Möglichkeiten zu bieten, trotz aller Widrigkeiten in ihrem jungen Leben starke „Wurzeln“ auszubilden, die ihnen Halt geben, haben wir sie gut auf das Leben vorbereitet.


Das Projekt

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes Kärnten sucht Patinnen und Paten für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die in Kärnten auf die Entscheidung in ihrem Asylverfahren warten. Willkommen sind Menschen mit Herz, die diese Jugendlichen ein Stück weit auf ihrem Weg in ein neues Leben begleiten wollen. Um junge Menschen bestmöglich integrieren zu können, brauchen sie Bezugspersonen, die ihnen dabei helfen und vorleben, wie Leben in Österreich gelingen kann.

Die Erfahrung aus über zwei Jahren hat dem Projektteam gezeigt, dass Kinder und Jugendliche, die eine Patin oder einen Paten haben, sich besser integrieren und deutliche Fortschritte beim Spracherwerb machen. Einige dieser „bepateten" Jugendlichen schaffen auch den Übergang in eine BHS oder absolvieren erfolgreich eine Lehrlingsausbildung.

Im Bundesland Kärnten hat es vor dem UMF-Patenprojekt in der Kinder- und Jugendanwaltschaft auch einzelne Initiativen gegeben, die sich ehrenamtlich vor Ort in Flüchtlingsquartieren engagiert haben. Dies geschah hauptsächlich in Form von Deutschunterricht und anderen schulischen Förderungen. Der Kinder- und Jugendanwaltschaft war es wichtig Patenschaften zu implementieren, die junge Flüchtlinge in ihre eigene Familie integrieren und über die sprachliche Förderung hinaus auch kulturelle, geografische und individuelle Einzelförderung garantieren.

Das Projekt hat bisher durchwegs positive Rückmeldungen von allen Beteiligten erhalten. Dazu gehören die Einrichtungen, die unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreuen und die Reflexionsgruppenleiter, welche die Patinnen und Paten in regelmäßigen Treffen begleiten. Um für die vielen Ehrenamtlichen ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung ihrer Arbeit zu setzen, hat sich die KiJa dazu entschlossen, dieses Projekt für den  Sozialpreis 2018 einzureichen. Wir wollen uns damit bei all den Menschen, die einen so wertvollen Beitrag zur Integration von Kindern und Jugendlichen leisten, bedanken.

Das Preisgeld soll für ein Zusammentreffen aller beteiligter Personen, Patinnen und Paten, deren Schützlingen und den MitarbeiterInnen der Einrichtungen verwendet werden, um den interkulturellen und institutionenübergreifenden Austausch zu fördern.

Aktuell befinden sich 49 Kinder in Patenschaften. In den Einrichtungen gibt es interne Wartelisten für Kinder und Jugendliche, die sich ebenfalls eine Patin oder einen Paten wünschen. Aufgrund der internationalen politischen Entwicklung der Flüchtlingsproblematik wird es auch für uns als Projektverantwortliche zunehmend schwieriger, neue Patinnen und Paten zu gewinnen. Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich von diesem Projekt angesprochen fühlen, wenden sich bitte an die KiJA Kärnten.