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Buddy Projekt für Flüchtlinge bei der Suche oder beim Antritt der ersten Arbeitsstelle

Eingereicht von: Caritas der Erzdiözese Wien – Hilfe in Not, Sarah Seiwald
Projektstart: 1.1.2018
Kategorie: Kinder/Jugendliche, Integration/Migration
Social-Media: http://www.caritas-commit.at bzw. http://www.caritas-commit.at/work

 Ergebnis:
 46,04%

Sarah Seiwald

Interview mit Sarah Seiwald

„Gewinner des Bank Austria Sozialpreises im Bundesland Wien 2018“: Wie hört sich das an? Was war Ihre erste Reaktion?

Für unser Projekt Commit@Work war bereits die Nominierung eine große Freude. Es bedeutet immer sehr viel, wenn die tägliche Arbeit wertgeschätzt wird und man die Chance bekommt, diese in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Gleichzeitig hat es uns besonders gefreut neben zwei weiteren, wirklich tollen Projekten für diesen Preis nominiert zu sein. Dass unser Projekt nun tatsächlich den ersten Preis gewonnen hat, war für uns alle natürlich ein ganz besonderer Moment. Den MitarbeiterInnen, Freiwilligen, aber auch den jugendlichen TeilnehmerInnen bedeutet diese Anerkennung sehr viel, denn alle Beteiligten investieren seit Anfang des Jahres viel Herzblut und Engagement in die Umsetzung des Projektes.

Wie haben Sie selbst die letzten Wochen und Tage des Votings erlebt?

Die letzten Wochen des Votings waren eine aufregende, aber auch intensive Zeit. Wir haben versucht viele Menschen von unserem Projekt zu überzeugen und sie um ihre Stimme für das Voting gebeten. Es hat aber auch großen Spaß gemacht und war eine gute Gelegenheit mit vielen verschiedenen Leute über unser Projekt ins Gespräch zu kommen. Das Voting hat uns die Möglichkeit gegeben die Inhalte des Projektes weiter bekannt zu machen, gleichzeitig aber auch neue TeilnehmerInnen für Commit@Work zu interessieren. Der intensive „Stimmenfang“ der letzten Wochen bedeutet aber auch, dass sich die votenden Menschen zwischen drei wirklich tollen und - auf verschiedenen Ebenen - wichtigen Projekten entscheiden mussten – was sicher auch nicht einfach war. Jedes einzelne nominierte Projekt hätte es verdient den ersten Preis zu gewinnen, denn alle Projekte leisten wertvolle und ganz grandiose Arbeit!

Beschreiben Sie bitte noch einmal kurz, was das Besondere an ihrem Projekt ausmacht?

Das primäre Ziel von Commit@Work ist die frühe Arbeitsmarktorientierung von AsylwerberInnen (Praktika, Schnuppern) bzw. die Begleitung der Arbeitsmarktintegration von jungen Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten durch Buddys. Buddys sind eine emotionale, teilweise auch eine fachliche Stütze für junge Geflüchtete, die gerade dabei sind in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Dadurch sollen insbesondere Lehrstellenabbrüche und Demotivationstendenzen vermindert und junge Geflüchtete motiviert und gefördert werden. Die teilnehmenden Buddys werden vom Projektteam intensiv auf diese Tätigkeit vorbereitet und während des gesamten Projektjahres begleitet. Was Commit@Work besonders innovativ macht, ist das zusätzliche Angebot für teilnehmende Unternehmen. Diese Unternehmen bzw. Ausbilder dieser Unternehmen werden durch das Begleitangebot miteinander vernetzt und bekommen die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen, gemeinsam über ihre Erfahrungen zu reflektieren, aber auch an gratis Informationsveranstaltungen zum Erwerb von Hintergrundwissen zu jungen Geflüchteten teilzunehmen. Unternehmen werden durch das Begleitangebot von Commit@Work unterstützt und somit auch motiviert junge Geflüchtete aufzunehmen.

Wie werden Sie das Preisgeld von 6.000,- EUR konkret für Ihr Projekt einsetzen?

Das Preisgeld wollen wir dazu verwenden, das Projekt auch 2019 fortsetzen zu können. Commit@Work ist ein Projekt, das jährlich um Finanzierungsunterstützung bei unterschiedlichen Fördergebern ansucht, was besonders im Integrationsbereich mit hohen Hürden verbunden ist und von Jahr zu Jahr schwieriger und herausfordernder wird. Dass der Bank Austria Sozialpreis nicht nur mit Wertschätzung und Öffentlichkeit, sondern auch mit einem substantiellen finanziellen Betrag bedacht ist, hilft uns sehr, unsere Arbeit für junge Geflüchtete auch im nächsten Jahr fortsetzen zu können.

Warum ist es aus Ihrer Sicht notwendig, Projekte ins Leben zu rufen, die einen Nutzen für Kinder/Jugendliche/die Gesellschaft stiften?

Kinder und Jugendliche sind eine besonders vulnerable Gruppe, weshalb es umso wichtiger ist, sie bestens zu fördern, in jeder Lebenslage zu begleiten und bei Krisen/Problemen gut zu unterstützen. Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Gesellschaft, daher stellt jede Investition in ihre Zukunft eine Investition in die Gesamtgesellschaft dar. Gerade Projekte, die benachteiligte Kinder und Jugendliche unterstützen, helfen zudem dabei Chancenungleichheiten ein wenig auszugleichen und auch benachteiligten Kinder/Jugendlichen einen einfacheren Start in eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Geflüchtete Kinder und Jugendliche gehören zu einer besonders benachteiligten Gruppe. Der Zugang zu Bildungsmöglichkeiten oder Arbeitsmarkt/Ausbildung ist für geflüchtete Jugendliche nicht immer oder nur sehr schwer möglich. Gleichzeitig sind sie mit der ständigen Angst Österreich wieder verlassen zu müssen konfrontiert. Unsere Erfahrung ist aber, dass diese Kinder und Jugendlichen trotz dieser schwierigen Umstände sehr motiviert und engagiert sind ihre Ziele zu erreichen. Mit der Teilnahme am Bank Austria Sozialpreis wollten wir ganz besonders auf diese vielen positiven Beispiele junger, engagierter und motivierter Geflüchteter auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt aufmerksam machen.


Das Projekt

Das mit Jahresbeginn 2018 gestartete Projekt Commit@Work stellt jungen Geflüchteten im Alter von 16-24 Jahren, die sich erstmals am Arbeitsmarkt orientieren, bzw. auf der Suche nach einer Lehrstelle sind oder diese gerade angetreten haben, einen Buddy zur Seite.

Die angesprochenen Buddys werden von Commit@Work gesucht, speziell für diese Tätigkeit ausgebildet und anschließend mit den Jugendlichen oder jungen Erwachsenen gematcht. Bei den jungen Menschen handelt es sich um Asylwerberinnen und Asylwerber mit hoher Anerkennungswahrscheinlichkeit, subsidiär Schutzberechtigten und Asylberechtigten, die sich am Arbeitsmarkt orientieren wollen oder bereits am Einstieg in den Arbeitsmarkt sind.

Hintergrund: Junge Menschen mit Fluchterfahrung brauchen neben einer fachlichen Begleitung auch eine Begleitung auf sozialer Ebene. Buddys leisten diese Art von sozialer Unterstützung auch in einer Reihe anderer Projekte. Sie wirken unterstützend, stützend und motivierend, vor allem für Geflüchtete. Die jungen Geflüchteten bei Commit@Work profitieren von einer umfassenden Begleitung während der Ausbildung durch ihren Buddy und haben zusätzlich die Möglichkeit, Workshops und Reflexionstreffen zu besuchen.

Zweite Stoßrichtung des Projekts sind direkt Betriebe/Unternehmen, die jungen Geflüchteten die Möglichkeit geben (wollen), sich am Arbeitsmarkt zu orientieren (Praktika, Schnuppertage) oder gleich eine Ausbildung zu machen. Diese Betriebe erhalten über das Projekt eine Anlaufstelle in Bezug auf alle Fragen, Herausforderungen oder Startschwierigkeiten.

Darüber hinaus können Betriebe/Unternehmen das Informationsangebot von Commit@Work in Form von Workshops und Informationsveranstaltungen in Anspruch nehmen. Ziel dieses Angebots ist es, Hemmschwellen bzw. Vorbehalte gegenüber einer Ausbildung von geflüchteten Jugendlichen abzubauen.