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27.12.2019

UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Dezember:
Die Industriekonjunktur schwächelt auch zum Jahresende, aber erste positive Signale für 2020

  • Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex verharrt im Dezember auf dem Vormonatsniveau von 46,0 Punkten – Wachstumsschwelle in der heimischen Industrie damit seit neun Monaten unterschritten
  • Positive Signale: Der Anstieg des Erwartungsindex auf 50,8 Punkte zeigt eine Verbesserung der Produktionserwartungen der heimischen Industriebetriebe auf Jahressicht 2020
  • Die Auftragsrückgänge verlangsamten sich zum Jahresende, die Produktionsleistung wurde aber mit unveränderten Tempo zurückgenommen
  • Die verstärkte Rücknahme der Einkaufsmenge und die Verringerung der Lagerbestände trotz sinkender Rohmaterialpreise unterstreichen die anhaltenden Konjunktursorgen der Betriebe 
  • Der Beschäftigungsabbau setzt sich im Dezember fort, doch im Jahresdurchschnitt 2019 steigt die Beschäftigung in der heimischen Industrie noch um 1,5 Prozent auf fast 630.000 Beschäftigte

Die anhaltende Schwäche des globalen Handels schlägt sich zum Jahresende 2019 unverändert stark in der heimischen Industriekonjunktur nieder. „Der UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex hat im Dezember erneut nur 46,0 Punkte erreicht. Damit hat sich zum Ende des Jahres das Tempo der Konjunkturabschwächung in der heimischen Industrie gegenüber dem Vormonat zwar nicht mehr weiter erhöht, doch nach moderatem Wachstum im ersten Quartal 2019 liegt der Indikator mittlerweile den neunten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten“, sagt UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. 

Im Euroraum insgesamt hat sich der Einkaufsmanagerindex gegen Jahresende hingegen erneut verschlechtert und notiert mit 45,9 Punkten nun knapp unter dem österreichischen Wert, wobei weiterhin vor allem der deutsche Indikator den europäischen Durchschnitt stark nach unten drückt. 

Positive Signale
„Die heimischen Industriebetriebe stehen zum Jahreswechsel 2019/2020 einem weiterhin sehr fordernden internationalen Umfeld gegenüber, dass vorerst eine Fortsetzung des Konjunkturabschwungs erwarten lässt, wenn auch das Tempo zumindest nachlassen dürfte. Mittelfristig haben sich die Aussichten jedoch bereits verbessert. Der Erwartungsindex hat sich auf 50,8 Punkte erhöht. Die Betriebe rechnen auf Jahressicht wieder mit einem Produktionswachstum“, sagt Bruckbauer.

Die Stabilisierung des Indikatorwerts in Österreich im Dezember ist vorwiegend der Auftragsentwicklung zu verdanken. „Zum Jahresausklang haben sich die Einbußen im Neugeschäft etwas verlangsamt. Dennoch haben die heimischen Betriebe im Dezember die Produktionsleistung sogar etwas stärker zurückgenommen. Auch die Beschäftigung wurde erneut abgebaut. Im weiter schwachen Nachfrageumfeld sanken sowohl die Rohstoffpreise als auch die Verkaufspreise und die Betriebe setzen ihre vorsichtige, kostenbewusste Lagerpolitik ambitioniert fort“, erläutert Bruckbauer die wichtigsten Details zur monatlichen Umfrage in der österreichischen Industrie. 

Geringere Auftragsrückgänge als im Vormonat 
Die heimischen Betriebe haben die Produktionsleistung im Dezember geringfügig stärker reduziert als im Vormonat. Der Produktionsindex sank leicht auf 46,5 Punkte. Abgesehen von dem Wert im September 2019 ist dies der niedrigste Stand seit sieben Jahren. 

„Die Produktionsleistung wurde zum Jahresende noch etwas stärker als im Vormonat verringert, beeinflusst durch die allgemein zurückhaltende Nachfrage, die Schwäche in der Automobilindustrie und eine mangelnde Investitionsbereitschaft. Der Rückgang der Neuaufträge verlangsamte sich jedoch, sowohl aus dem In- als auch dem Ausland. Die Einbußen im Exportgeschäft waren im Dezember nur noch die zweitniedrigsten des Jahres 2019“, sagt UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Das weiterhin sinkende Neugeschäft führte zu einer erneuten Abnahme der Auftragsrückstände, was die durchschnittlichen Lieferzeiten stark verringerte. 

Sinkende Kosten
„Die heimischen Betriebe konnten angesichts des Überschussangebots für Rohstoffe und Vormaterialien geringere Einkaufspreise mit ihren Lieferanten aushandeln. Insbesondere geringe Kosten für Stahl, Kunststoffe und Holzerzeugnisse beschleunigten den Rückgang der Einkaufspreise gegenüber dem Vormonat“, meint Pudschedl. Der Index der Einkaufspreise verringerte sich im Dezember auf 44,9 Punkte. 

Durch den erhöhten Wettbewerb im schwachen Nachfrageumfeld reichten die österreichischen Produzenten die Kostenvorteile zumindest teilweise in den Verkaufspreisen weiter. Dies gilt vor allem für Investitionsgüter- und Halbfertigprodukterzeuger. Dagegen stiegen in konsumnahen Bereichen aufgrund der höheren Nachfrage sowohl die Einkaufs- als auch die Verkaufspreise an. Im Durchschnitt sorgten die Preistrends zum Jahresende 2019 wieder für eine leichte Verbesserung der Ertragslage der heimischen Betriebe. 

Vorsichtige Lagerpolitik
In dem von Unsicherheiten geprägten schwachen Nachfrageumfeld und teilweise sinkender Preiserwartungen haben die heimischen Betriebe im Dezember hohe Anstrengungen unternommen, um die Lagerkosten zu reduzieren. Die starke Verringerung der Einkaufsmenge führte zum stärksten Rückgang der Lagerbestände an Vormaterialien und Rohstoffen seit über zehn Jahren und auch die Verkaufslager wurden mit Blick auf die Kosten deutlich reduziert. 

Weiterer Beschäftigungsabbau 
Mit der anhaltenden Verringerung der Produktionsleistung haben die heimischen Betriebe im Dezember auch den Abbau von Beschäftigung in der Industrie fortgesetzt, wenn auch das Tempo des Jobabbaus das zweite Mal in Folge abnahm. „Seit einem halben Jahr gehen in der österreichischen Industrie Jobs verloren. Im Gesamtjahr 2019 ergibt sich jedoch noch ein Beschäftigungsplus von 1,5 Prozent im Jahresvergleich. Das bedeutet einen Anstieg um 10.000 auf fast 630.000 Beschäftigte. Damit ist auch die Arbeitslosigkeit im Sektor im Jahr 2019 erneut gesunken. Im Jahresdurchschnitt beträgt die Arbeitslosenquote nur noch 3,6 Prozent nach 3,8 Prozent im Jahr 2018“, so Pudschedl. Damit ist die Arbeitslosenquote in der Industrie deutlich niedriger als in der Gesamtwirtschaft mit voraussichtlich 7,4 Prozent im Jahresdurchschnitt 2019. 

Günstigere Aussichten für 2020
Der Gesamtwert des UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex notiert im Dezember unverändert gegenüber dem Vormonat bei 46,0 Punkten und weist damit auf eine anhaltende Schwächephase der österreichischen Industrie mit weiter sinkender Produktion hin. Aus einzelnen Details der monatlichen Umfrage lassen sich jedoch positive Signale ablesen, die zumindest auf eine Verlangsamung des Konjunkturabschwungs in der heimischen Industrie mit Beginn des kommenden Jahres hindeuten. Insbesondere die Einbußen im Neugeschäft - auch aus dem Ausland - werden geringer. Zudem sind die Lagerbestände der heimischen Industriebetriebe mittlerweile stark gesunken. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Lagerbestand hat sich dadurch im Dezember deutlich verbessert und deutet an, dass die Verkaufslager nur noch knapp stark genug befüllt sind, um das Neugeschäft erfüllen zu können. Demnach dürften in den kommenden Monaten bei Produktion und Beschäftigung geringere Einbußen zu erwarten sein. 

Nach einem Anstieg der Industrieproduktion um über 4 Prozent im Jahr 2018 befindet sich ausgelöst durch die Schwäche im globalen Handel die österreichische Industrie mittlerweile in einer Rezession. Im Gesamtjahr 2019 hat die heimische Industrie nach Einschätzung der Ökonomen der UniCredit Bank Austria dank eines noch guten Starts einen Rückgang der Produktion zwar vermeiden, aber auch nicht zulegen können. Mit einem stabileren Exportumfeld sind die Aussichten für die Sachgütererzeugung für 2020 wieder etwas günstiger. Ein Produktionsplus von rund 1 Prozent ist in Reichweite.

Tabellen 

Rückfragen
UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria 
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 5 05 05-41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at