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17.12.2019

UniCredit Bank Austria Volkswirtschaft Bundesländeranalyse Gesamtjahr 2019:
2019 bremste sich die Wachstumsdynamik in allen Bundesländern ein

  • Im Gesamtjahr 2019 sind alle Bundesländer weniger stark gewachsen als im Vorjahr 
  • Die Steiermark war mit 2,4 Prozent realem Wirtschaftswachstum der Spitzenreiter, das Burgenland war Schlusslicht mit 1,0 Prozent
  • Während im Vorjahr die Bundesländer mit hohem Industrieanteil Vorteile hatten, verzeichneten heuer dienstleistungsorientierte Regionen wie Wien und Salzburg ein überdurchschnittliches Wachstum 
  • Der Wachstumsbeitrag des produzierenden Bereiches war heuer teilweise deutlich schwächer als im Vorjahr, Kärnten und Niederösterreich verzeichneten den stärksten Rückgang der Industriekonjunktur
  • Wie schon in den letzten zwei Jahren gingen auch heuer die Arbeitslosenquoten in allen Bundesländern teilweise kräftig zurück, am stärksten war der prozentuelle Rückgang in Tirol und in Salzburg

„Während im Vorjahr die Bundesländer mit hohem Industrieanteil im Vorteil waren, war heuer das Wachstum der einzelnen Wirtschaftssektoren ausgeglichener, allerdings auf niedrigerem Niveau“, sagt UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer und ergänzt, „deshalb waren heuer die regionalen Wachstumsunterschiede nicht mehr so hoch wie im Vorjahr.“

Aufgrund der Schwäche der globalen Konjunktur, insbesondere beim wichtigsten Handelspartner Deutschland, rechnen die UniCredit Bank Austria Ökonomen mit einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums 2019 in Österreich auf 1,5 Prozent nach 2,4 Prozent im Vorjahr. 

Steiermark ist Wachstumskaiser
„Im Vergleich zu 2018 verzeichneten heuer alle Bundesländer ein schwächeres Wirtschaftswachstum“, sagt UniCredit Bank Austria Ökonom Robert Schwarz. „Trotz der abflauenden Industriekonjunktur ist der heurige Wachstumsspitzenreiter das Industrieland Steiermark mit einem Anstieg des realen Regionalprodukts von 2,4 Prozent. Die grüne Mark ist damit das einzige Bundesland mit einem Wachstum von über 2 Prozent, was im Vorjahr noch sieben Bundesländer erreichten“, sagt Schwarz. Dahinter folgen die dienstleistungsorientierten Regionen Salzburg und Wien mit einem Anstieg von 1,8 Prozent bzw. 1,6 Prozent. Das Wachstum von Tirol lag mit 1,5 Prozent im Österreichschnitt, während Niederösterreich mit 1,3 Prozent leicht unterdurchschnittlich wuchs. Es folgen der Wachstumskaiser des Vorjahrs Kärnten sowie mit jeweils 1,1 Prozent Vorarlberg und Oberösterreich, die von der Konjunktur- und Exportschwäche in der Industrie am stärksten betroffen waren. Das Schlusslicht dürfte das Burgenland mit einem Anstieg des Regionalprodukts von 1,0 Prozent gewesen sein.

Kräftiger Rückgang der Dynamik im produzierenden Bereich
Heuer trug die Industrie 0,2 Prozentpunkte zum Wirtschaftswachstum in Österreich bei. Das ist lediglich ein Fünftel des letztjährigen Wachstumsbeitrags. Differenziert nach Industriesektoren gab es den größten Rückgang der Wirtschaftsleistung in der Metallindustrie und in der elektrischen Ausrüstungsindustrie. Von dieser sektoralen Schwäche waren vor allem die Unternehmen in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark betroffen. Abgefedert wurde die geringe Dynamik im produzierenden Bereich durch einen Anstieg der abgesetzten Produktion im Maschinenbau und in der Fahrzeugindustrie, wovon vor allem das Bundesland Steiermark profitieren konnte. 

„Die globale Konjunktureintrübung führte auch bei den Warenexporten zu einer Halbierung des Wachstums von fast 6 Prozent im Vorjahr auf etwa 3 Prozent heuer auf 154,5 Milliarden Euro“, sagt Schwarz. Einen kräftigen Exportrückgang gab es bei Eisen und Stahl und bei den elektrotechnischen Waren, wovon vor allem Oberösterreich, die Steiermark und Kärnten negativ betroffen waren. Demgegenüber standen starke Exportzuwächse bei den Waren der Pharma- und KFZ-Industrie. Das sind Stärkefelder der Exportindustrie in Wien und Tirol bzw. in der Steiermark. 

Weiterhin robuste Baukonjunktur in den meisten Bundesländern
Auch in der Bauwirtschaft nahm heuer die Wachstumsdynamik im Vergleich zum Vorjahr ab. Der reale Anstieg der Wertschöpfung war mit knapp über 2 Prozent doppelt so hoch wie im produzierenden Bereich. Mit Ausnahme von Vorarlberg trug der Bausektor in allen Bundesländern positiv zum Wirtschaftswachstum bei. Während die Dynamik der Bauleistung in Burgenland, Tirol und Niederösterreich außerordentlich gut war, lag sie in Oberösterreich und Vorarlberg weit unter dem bundesweiten Durchschnitt. In den meisten Bundesländern trugen die Sparten Hochbau und Baugewerbe am kräftigsten zum Wachstum bei. 

Der Anteil des Dienstleistungssektors am Gesamtwachstum war heuer wesentlich höher
2019 lag das Wachstum der Dienstleistungssektoren mit 1,6 Prozent im Bereich des Vorjahres. Aufgrund des geringeren Gesamtwachstums war der Wachstumsanteil des tertiären Sektors damit heuer wesentlich höher. 
Am meisten trugen die Erbringung von freiberuflichen und technischen Dienstleistungen, das Transport- und Lagerwesen und das Immobilienwesen zum Wirtschaftswachstum des Dienstleistungssektors bei. Von diesem soliden Wachstum profitierten in erster Linie die Bundesländer Wien und Salzburg, die einen relativ hohen Dienstleistungsanteil an der regionalen Wertschöpfung haben. Am geringsten war die Performance des tertiären Sektors in Kärnten. Im Tourismus wiesen heuer die östlichen Bundesländer die stärksten Zuwächse bei den Nächtigungen auf. Aufgrund der höheren Bedeutung dieses Sektors in Tirol und Salzburg war der Wachstumsbeitrag des Tourismus in den beiden westlichen Bundesländern am größten. Die Bundeshauptstadt Wien profitierte ebenfalls von der weiterhin hohen Beliebtheit des Städtetourismus. 

Die Arbeitslosenquote geht wieder in allen Bundesländern zurück
„Wie schon in den vergangenen zwei Jahren gingen auch heuer die Arbeitslosenquoten in allen Bundesländern teilweise kräftig zurück“, sagt Schwarz und ergänzt: „Den prozentuell kräftigsten Rückgang der Arbeitslosenzahl wiesen Tirol und Salzburg auf, die von einem hohen Beschäftigungswachstum im Tourismus profitierten.“ Die starke Baukonjunktur spiegelte sich auch am Arbeitsmarkt wider. In allen Bundesländern ging die Zahl der Arbeitslosen in der Bauwirtschaft teils deutlich zurück. Besonders erfreulich war die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Wien. Die Bundeshauptstadt verzeichnete heuer mit einem Beschäftigungswachstum von fast 2 Prozent den größten Anstieg aller Bundesländer. 

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Rückfragen
UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Robert Schwarz, Tel. +43 (0) 50505 - 41974;
E-Mail: robert.schwarz@unicreditgroup.at