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15.11.2019

UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator:
Konjunkturabkühlung reduziert Wachstumsaussichten für 2020 auf rund 1 Prozent

  • Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator erreicht im Oktober erneut 1,5 Punkte und signalisiert damit eine Fortsetzung des moderaten Wachstumstempos im Spätherbst 2019 
  • Trotz Stabilisierung des Exportumfelds ist eine Wachstumsverringerung im Schlussquartal auf 1 Prozent im Jahresvergleich in Sicht, da die Unterstützung durch die Inlandsnachfrage nachlässt 
  • Nach der Abschwächung im Jahresverlauf erreicht das Wirtschaftswachstum 2019 voraussichtlich nur noch 1,5 Prozent, nach 2,4 Prozent im Vorjahr 
  • Die geringe Dynamik im globalen Handel und die nachlassende Inlandskonjunktur lässt für 2020 einen geringeren BIP-Anstieg von rund 1 Prozent erwarten 
  • Das niedrige Wachstum führt zu einer Verschlechterung am Arbeitsmarkt mit Anstieg der Arbeitslosenquote 2020 auf 7,5 Prozent, nach einem Rückgang auf 7,4 Prozent in 2019
  • Der niedrige Ölpreis und der geringe Preisdruck der Nachfrage dämpfen die Inflation in Österreich, die in den kommenden Monaten unter 1,5 Prozent liegen wird 
  • Die Inflation erreicht im Jahresdurchschnitt 2019 maximal 1,6 Prozent, 2020 ist nur ein leichter Anstieg auf 1,8 Prozent zu erwarten 

Die Konjunkturstimmung in Österreich hat sich zu Beginn des Schlussquartals 2019 gegenüber den Vormonaten nicht verändert. „Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator erreicht im Oktober erneut 1,5 Punkte. Damit befindet sich der Indikator mittlerweile seit Juni auf dem gleichen Niveau und weist damit auf eine stabile Wirtschaftsentwicklung seit dem Beginn des Sommers hin. Allerdings ist das Wachstumstempo deutlich geringer als noch 2017 und 2018“, meint UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer und ergänzt: „Das Konjunkturbild in Österreich wird einerseits von der Stärke der Inlandsnachfrage mit der hohen Dynamik im konsumlastigen Dienstleistungssektor und der Bauwirtschaft geprägt. Auf der anderen Seite hat der schwache globale Handel den exportorientierten Produktionssektor mittlerweile sogar in eine Rezession geführt.“

Internationale Konjunkturstimmung weiterhin schwach, aber keine weitere Verschlechterung 
Der aktuelle Konjunkturindikator vom Oktober zeigt, dass sich das internationale Umfeld für die österreichische Exportwirtschaft derzeit nicht mehr weiter verschlechtert. Die Hoffnung auf einen erfolgreichen Verhandlungsabschluss der Handelsgespräche zwischen den USA und China und auf einen positiven Ausgang der Entscheidung betreffend der US-Autoimportzölle hat den Rückgang der globalen Industriestimmung zumindest gestoppt. Dennoch hat sich die Zuversicht in der österreichischen Industrie gegenüber dem Vormonat stark verschlechtert. Damit ist die Stimmung in der heimischen Industrie, die in den vergangenen drei Jahren deutlich besser als auf globaler Ebene war, nun wieder auf das niedrigere internationale Niveau gesunken. 

Dem schwachen internationalen Umfeld steht angesichts der guten Auftragslage am Bau weiterhin eine sehr dynamische Bauwirtschaft gegenüber und auch der Dienstleistungssektor ist aufgrund einer überdurchschnittlich guten Verbraucherstimmung weiter eine Wachstumsstütze der österreichischen Wirtschaft. „Während sich die Verschlechterung des Exportumfelds mittlerweile nicht weiter zu verstärken scheint und immer mehr Indikatoren zumindest auf eine Stabilisierung des globalen Handels und auf ein moderates Wachstumstempo hinweisen, verliert die Inlandskonjunktur an Dynamik. Die Stimmung in der Bauwirtschaft und dem Dienstleistungssektor hat sich im Oktober verschlechtert und trotz der jüngst leichten Aufwärtsbewegung zeigt mittelfristig auch der Trend des Verbrauchervertrauens nach unten“, meint Bruckbauer. 

Konjunkturabschwächung zum Jahresausklang 2019
In den kommenden Monaten wird das Wirtschaftswachstum in Österreich voraussichtlich weniger Unterstützung von der Inlandsnachfrage erhalten als bisher. Das schwache Exportumfeld dürfte zwar das Wachstum nun nicht mehr zusätzlich dämpfen, doch erwarten die Ökonomen der UniCredit Bank Austria insgesamt für den Jahresabschluss 2019 eine erneute Abschwächung des Wirtschaftswachstums in Richtung 1 Prozent im Jahresvergleich. Damit wird die österreichische Wirtschaft im vierten Quartal 2019 das schwächste Wachstum seit über vier Jahren aufweisen. „Die Abkühlung der Konjunktur seit Anfang 2018 setzt sich zum Jahresende 2019 weiter fort. Mit durchschnittlich 1,5 Prozent wird das Wachstum im Gesamtjahr 2019 klar unter den 2,4 Prozent des Vorjahres liegen“, meint Bruckbauer. 

Wachstumsstabilisierung 2020 auf etwa 1 Prozent
Für das Jahr 2020 zeichnet sich eine Verringerung des unterschiedlichen Wachstumstempos von Exportwirtschaft und Inlandsnachfrage ab. Allerdings erfolgt die Angleichung voraussichtlich vorrangig durch eine nachlassende Wachstumsunterstützung durch die Inlandsnachfrage. Der globale Handel sollte insgesamt zwar eine Beschleunigung im Vergleich zum sehr schwachen ersten Halbjahr 2019 erleben, jedoch aufgrund der Abschwächung der US-Konjunktur 2020 kaum dynamischer als derzeit werden. 

Die Inlandsnachfrage wird vor allem über die Investitionsflanke an Dynamik einbüßen, trotz der anhaltend günstigen Finanzierungsbedingungen. Nicht nur die Ausrüstungsinvestitionen bedingt durch die sinkende Kapazitätsauslastung, sondern auch die Bauinvestitionen werden an Tempo verlieren. Der Konsum wird weiter die maßgebliche Unterstützung für das Wirtschaftswachstum in Österreich 2020 sein, aber voraussichtlich nur etwas schwächer zulegen können, da die schlechteren Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt und geringere Lohnzuwächse belasten werden. Fiskalische Impulse, wie die Verringerung der Krankenversicherungsbeiträge für Niedrigverdiener und eine Pensionsanhebung können das nicht gänzlich ausgleichen. 

„Nach der spürbaren Wachstumsabschwächung im Jahresverlauf 2019 wird sich 2020 das Wirtschaftswachstum in Österreich auf einem niedrigeren Niveau stabilisieren, trotz etwas geringerer Unterstützung durch die Inlandsnachfrage und trotz des Risikos einer US-Rezession. Wir erwarten derzeit nur einen Anstieg des BIP von rund 1 Prozent. Das bedeutet die geringste Dynamik der österreichischen Wirtschaft seit 2015“, so UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. 

Verschlechterung am Arbeitsmarkt und niedrige Inflation 
Das Wirtschaftswachstum wird 2020 voraussichtlich zu gering ausfallen, um die Lage am Arbeitsmarkt stabil zu halten. Mit unter 1 Prozent im Jahresvergleich wird das Beschäftigungswachstum nicht ausreichen, um das stärker steigende Arbeitskräfteangebot zu kompensieren. „Wir erwarten 2020 einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 7,5 Prozent nach dem Rückgang auf durchschnittlich 7,4 Prozent im Jahr 2019. Erstmals seit 2015 wird damit die Arbeitslosenquote wieder ansteigen“, meint Pudschedl. 

Zudem werden durch das geringere Wirtschaftswachstum kaum inflationstreibende Kräfte frei. Die Teuerung wird, gedämpft durch den niedrigen Ölpreis, im Schlussquartal 2019 die Marke von 1,5 Prozent im Jahresvergleich nicht mehr überschreiten. Nach den höheren Werten zu Jahresbeginn wird die Inflation im Jahresdurchschnitt 2019 daher maximal 1,6 Prozent betragen. Ein weiterhin niedriger Ölpreis und der geringe nachfragebedingte Preisdruck nach oben in einem schwachen Konjunkturumfeld wird auch 2020 die Inflation in Österreich deutlich unter dem EZB-Ziel von 2 Prozent im Jahresvergleich belassen.

Tabellen

Rückfragen
UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria 
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 5 05 05-41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at