01.03.2005

Bank Austria Creditanstalt stellt "Dienstrecht 2005" vor

  • Mit 1. April 2005 gilt ein neues, modernes "Dienstrecht 2005"
  • Basis für das "Dienstrecht 2005" ist in wesentlichen Teilen die Zielvereinbarung mit dem Betriebsrat vom 15. Dezember 2004
  • Übergangsregeln für das Gehaltsschema orientieren sich an den Einschleifregeln des neuen Sparkassen-KVs
  • Künftig weniger Automatik, aber mehr Bonus

Das Management der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) hat dem Aufsichtsrat gestern das "Dienstrecht 2005" vorgestellt. Der Aufsichtsrat hat das Paket zustimmend zur Kenntnis genommen. Das Dienstrecht 2005 wird mit 1. April 2005 in Kraft treten. Obwohl es bis zuletzt nicht möglich war, eine gemeinsame Lösung mit dem Betriebsrat zu finden, hat sich das Management in wesentlichen Teilen an der gemeinsamen Zielvereinbarung vom 15. Dezember 2004 orientiert. Für alle Mitarbeiter der BA-CA gilt als Grundlage für das "Dienstrecht 2005" der Banken-KV. Für die Übergangszeit orientieren sich die zukünftigen, automatischen Gehaltssteigerungen an den Einschleifregelungen des neuen Sparkassen-KV, der im Oktober 2004 vom Sparkassenverband und der Gewerkschaft unter Verhandlungsführerin Hedwig Fuhrmann vorgestellt wurde.

BA-CA Vorstandsvorsitzender Erich Hampel: "Wir haben mit dem Dienstrecht 2005 eine gute, tragfähige Lösung gefunden. Ich hätte mir gewünscht, dass wir ein gemeinsames Paket mit dem Betriebsrat präsentieren können. Dies war letztlich leider nicht möglich. Dennoch basiert das Dienstrecht 2005 zu 80 Prozent auf in den Verhandlungen gemeinsam erarbeiteten Vorstellungen."

Das Management der BA-CA hatte sich seit Anfang des Jahres 2004 bemüht, mit dem Betriebsrat Verhandlungen über eine Dienstrechtsreform aufzunehmen –  zunächst ohne Erfolg: Der Betriebsrat war bis zum Sommer zu keinen Verhandlungen bereit. Am 9. September 2004 lehnte der Betriebsrat schließlich ein "Kompromisspapier" des Vorstands – das die Berücksichtigung wichtiger Positionen des Betriebsrates vorsah – ab. Als Konsequenz daraus ist die BA-CA am 12. Oktober 2004 aus dem Sparkassenverband ausgetreten und in den Bankenverband eingetreten. Daraufhin hat der Betriebsrat schließlich doch Dienstrechtsverhandlungen zugestimmt. In diesen Verhandlungen konnte am 15. Dezember 2004 eine gemeinsame Zielvereinbarung unterschrieben werden. Wesentliche Teile dieser Zielvereinbarung wurden vom Management nunmehr als Basis für das "Dienstrecht 2005" herangezogen.

Die wesentlichsten Punkte im Detail:

1. Grundlage des Dienstrechts für alle Mitarbeiter der BA-CA ist der Banken-KV
Es gilt für alle Mitarbeiter der BA-CA der Kollektivvertrag für Angestellte der Banken und Bankiers (Banken-KV) in der geltenden Fassung. Damit gilt für die Mitarbeiter der BA-CA keine völlig unbekannte Regelung: Die Mitarbeiter der CA, nahezu die Hälfte der heutigen Belegschaft, hatte diese Dienstrechtsgrundlage für viele Jahre. 

2. Gehälter bleiben unverändert bestehen, die Dynamik der Gehaltssteigerungen wird in der Überleitung auf den Banken KV dem neuen Sparkassen-KV-Modell nachgebildet
Die Gehälter der Mitarbeiter bleiben in der Höhe unverändert bestehen. Das gilt auch für bestehende Gehaltszulagen und Pauschalien. Die zukünftigen, automatischen Gehaltssteigerungen orientieren sich für die Übergangszeit an den Einschleifregelungen des neuen Sparkassen-KV, der im Oktober vom Sparkassenverband und der Gewerkschaft unter Verhandlungsführerin Hedwig Fuhrmann vorgestellt und gelobt wurde. Die Übergangszeit dauert je nach Dienstalter 1 bis etwa 10 Jahre und entspricht damit jenem sogenannten "Vertrauensschutz", der im neuen Sparkassen KV zugrundegelegt wurde.

Nach der Einschleifregelung orientieren sich Vorrückungen nach dem Schema des Banken KV. Damit kann die BA-CA die Dynamik der automatischen Gehaltssteigerungen einbremsen. Erste Effekte wird die BA-CA auf der Personalaufwandsseite damit schon 2007 sehen und nicht wie der Betriebsrat gefordert hatte erst 2012. Ungeachtet dessen wird es auch weiterhin – abhängig von den jährlichen Banken-Kollektivvertragsabschlüssen – Valorisierungen der Gehälter geben. Allerdings werden diese Steigerungen nunmehr einem branchenüblichen Niveau entsprechen.

3. Das leistungsorientierte Entgeltsystem wird ausgebaut – Plus 70 Prozent mehr Bonus im Jahr 2005
Das Gehalt der Mitarbeiter wird sich künftig deutlich stärker an der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens und an den persönlichen Leistungen des Mitarbeiters orientieren. Die Mitarbeiter werden verstärkt am Erfolg des Unternehmens partizipieren. Für das Jahr 2004 hat der Vorstand aufgrund der sehr guten Ergebnisse den Budgettopf um 70 Prozent von 19,9 auf 33,9 Millionen Euro erhöht. Der Bonus wird bereits im April an die Mitarbeiter ausgeschüttet. Zusätzlich wird das Management ein Fördersystem für außertourliche Avancements und besondere Leistungen einrichten.
 
4. Bestehende Definitivstellungen bleiben – keine neuen Pragmatisierungen
Wie bereits im Oktober angekündigt, wird die BA-CA keine neuen Pragmatisierungen mehr vornehmen; die mehr als 4.000 bestehenden Definitivstellungen bleiben davon unberührt. Sollte das anhängige Gerichtsverfahren – beim OGH wurde ein Feststellungsantrag eingebracht – zu einem anderen Ergebnis kommen, wird die BA-CA dem selbstverständlich Rechnung tragen.

5. Die wöchentliche Normalarbeitszeit beträgt 38 Stunden
Mit 1. April 2005 beträgt die wöchentliche Normalarbeitszeit statt bisher 37 Stunden 38 Stunden, obwohl der Banken-KV 38,5 Stunden vorsieht. Für neueintretende  Mitarbeiter werden deshalb mit dem Monatsbezug 2 Mehrstunden abgedeckt. Der Urlaubsanspruch bestimmt sich ab 1. April 2005 ebenfalls nach dem Banken-KV. Bestehende Urlaubsregelungen bleiben für 2005 aufrecht. Danach wird der Urlaub an den Banken-KV angepasst, wobei pro Jahr nur ein Urlaubstag und insgesamt maximal drei Urlaubtage wegfallen dürfen. Der Maximalurlaubsanspruch betrug nach dem alten System der BA-CA (BV 69) 36 Tage und mehr, im Banken-KV sind es 33 Tage. Bestehende Zusatzurlaube für Arbeitserschwernisse und für behinderte Mitarbeiter bleiben unangetastet.

Mit dem "Dienstrecht 2005" hat das Management die dienstrechtliche Grundlage der BA-CA Mitarbeiter an eine Normalität in der Branche herangeführt.
 
BA-CA-Chef Hampel: "Das Dienstrecht 2005 ist ein wichtiger Schritt. Es sichert die Bank und ihre Arbeitsplätze in Österreich für die Zukunft ab."


Rückfragen:    Bank Austria Creditanstalt Pressestelle Österreich
Peter N. Thier, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 52371;   E-Mail: peter.thier@ba-ca.com