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16.01.2008

CEE stellt sich der Herausforderung eines neuen globalen Umfelds

  • Der Ausblick der Bank Austria Creditanstalt auf das Wirtschaftswachstum der CEE-Region bleibt weiterhin positiv. Die Hauptauswirkung einer internationalen Krise besteht in einer potenziellen Kreditknappheit.
  • Die Länder Zentraleuropas sind davon weniger betroffen. In Südosteuropa, im Baltikum und in "Broader Europe“ ist das Risiko eines Kreditengpasses jedoch etwas größer.
  • Auch auf Sektorebene bestätigt sich der positive Ausblick: Die Hightech-Branchen und das Bauwesen gehören wie bisher zu den Performance-Stars.

CEE-Länder vor Herausforderungen durch die US-Subprime-Krise
Die amerikanische Subprime-Krise hat das globale operative Umfeld verändert und hinterlässt weltweit eine vermehrte Unsicherheit, ein schwächeres Wachstum in den USA (möglicherweise sogar eine Rezession) und in der Eurozone, eine geringere Liquidität sowie höhere Risikokosten.

Die CEE-Länder befinden sich jedoch in einer guten Position, um die neuen Herausforderungen zu meistern. Das belegt eine neue Studie der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). So konnte das solide Wachstum der letzten Jahre überwiegend durch die starke Dynamik der privaten Einkommen und Vermögen erreicht werden, während zugleich die Unternehmen der Region profitabel arbeiten und Infrastrukturprojekte die Investitions-nachfrage ankurbeln. Auch der Bankensektor spielt eine bedeutende, positive Rolle für das Wachstum. Die Marktdurchdringung, gemessen als der Anteil der Kredite am Bruttoinlandsprodukt (BIP), konnte von 23% im Jahr 2000 auf 43% 2007 gesteigert werden.

"Es bestehen jedoch gewisse Ungleichgewichte, durch die die internationale Liquiditätskrise die Region betreffen könnte", sagt dazu Debora Revoltella, CEE Chef-Ökonomin der BA-CA. Im Zuge des Übergangsprozesses bestritten einige Länder die Finanzierung ihres Inlandswachstums mittels Kapitalimporte aus dem Ausland. Der starke Konsum und die rege Investitionsnachfrage führten zu rasch steigenden Leistungs-bilanzdefiziten, die durch ausländische Direktinvestitionen (FDI), Bonds und Auslandskredite finanziert wurden. "Im Rahmen einer internationalen Risiko-Neubewertung und daher höherer Zinssätze könnte die Abhängigkeit von ausländischen Sparguthaben zu Kreditengpässen führen, weil die Finanzierungskosten für die lokale Wirtschaft steigen", fügt Debora Revoltella hinzu. Nach Angaben von Experten der BA-CA dürfte Zentraleuropa von potenziellen Kreditengpässen weitgehend verschont bleiben. Für Polen, die Slowakei, die Tschechische Republik, Ungarn und Slowenien bestehen die wichtigsten Herausforderungen der kommenden Jahre wohl eher in der Erhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit, trotz auftretender Engpässe in der Produktionskapazität.

In Südosteuropa und im Baltikum könnten die Kredite jedoch knapp werden. Nach dem starken Wachstum der letzten Jahre und angesichts von Überhitzungsängsten würde dies auch den Erwartungen der Zentralbanken entsprechen und könnte zugleich für Korrekturen derzeitiger Ungleichgewichte genutzt werden.  Die Länder von "Broader Europe“ reagieren auf die internationale Neubewertung der Risiken ebenfalls sensibel. So zeichnet sich möglicherweise in Kasachstan eine Liquiditätskrise ab. Gewisse Finanzierungsprobleme könnten demnächst sowohl Russland als auch die Ukraine heimsuchen. "Wir glauben jedoch, dass Ressourcen und Engagement ausreichen werden, um das langfristige Potenzial der kasachischen Wirtschaft zu erhalten und tiefere Krisen in den anderen beiden Ländern kurz- bis mittelfristig abzuwenden", äußert sich Revoltella zuversichtlich. Die Türkei reagiert zwar weiter sensibel auf die Volatilität der Kapitalmärkte, dürfte aber wohl kaum vor einer bankenbedingten Kreditknappheit stehen.

Insgesamt entwickelt sich die CEE Region weiterhin gut, wenn auch die Wachstumsspitze erreicht ist. Die BA-CA prognostiziert für 2008 bzw. 2009 einen Anstieg des BIP um 5,9% bzw. 5,6%, während der Wert für 2007 voraussichtlich 6,6% beträgt. "Das neue internationale Umfeld birgt weitere Herausforderungen, könnte jedoch auch die Korrektur bestehender Ungleichgewichte erleichtern, was für einige Länder durchaus als positives Signal zu werten ist", meint Revoltella.

Positiver Ausblick auf Sektorebene bestätigt
"Die CEE-Region wird zur Werkbank Europas und ein rückläufiges Wachstum auf europäischer und internationaler Ebene könnte diesen Prozess sogar verstärken", sagt Debora Revoltella. "Internationale Konzerne, die in der Region tätig sind, werden womöglich darauf achten, ihre Profitabilität durch Produktionsverlagerung zu bewahren – und somit weitere Kapazitäten in den Produktionswerken der CEE Region schaffen."

Die Ökonomen sehen eine Reihe mittel- bis hochtechnologischer Produktionssektoren im Zusammenhang mit der Herstellung von Investitionsgütern und Halbfabrikaten als die klaren Gewinner der Jahre 2008 und 2009. "Diese Sektoren zeichnen sich durch eine höhere Produktivität, verstärkte Exportorientierung und eine größere FDI-Intensität aus", erklärt Debora Revoltella. Auch Bauwesen und Immobilien gelten in den meisten CEE-Ländern als Top-Performer unter den Branchen. Die Experten der BA-CA glauben, dass die positiven Aussichten – trotz möglicher Kreditknappheit – anhalten werden, weil die lokalen Märkte vor allem unter dem Einfluss inländischer Entwicklungen stehen und sich in der Region in den meisten Segmenten angebotsseitig weiterhin eine strukturelle Kluft auftut. Sie warnen jedoch: trotz des allgemein positiven Ausblicks für den Sektor ist es doch an der Zeit, selektiver an die Auswahl potenzieller Projekte heranzugehen.

Über UniCredit Group
Die Bank Austria Creditanstalt ist innerhalb der  UniCredit Group für Zentral- und Osteuropa verantwortlich. Die UniCredit Group  ist eine der größten europäischen Bankengruppen. Sie ist in 23 Ländern Europas tätig und beschäftigt rund 170.000 Mitarbeiter, die in 9.000 Geschäftsstellen über 40 Millionen Kunden betreuen. Die Bilanzsumme der UniCredit Group beträgt per 30. Juni 2007 (pro forma) rund 1.018 Milliarden Euro. Durch den mit 1. Oktober 2007 wirksamen Zusammenschluss mit Capitalia hat die UniCredit Group ihre Präsenz in Italien – einem der Kernmärkte der Gruppe neben Deutschland, Österreich und Zentral- und Osteuropa – deutlich verstärkt. In der Region Zentral- und Osteuropa betreibt UniCredit das größte internationale Bankennetz mit über 76,000 Mitarbeitern, die in mehr als 3,700 Geschäftsstellen rund 27 Millionen Kunden betreuen.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Communications CEE
Christina Bischof
Tel.: +43 (0) 50505 57126
E-Mail: Christina.Bischof@ba-ca.com