16.07.2008

Aktuelle Standortanalyse der Bank Austria Konzernvolkswirtschaft:
Salzburg – Eine der reichsten Regionen Europas

  • Der Inbegriff von Kunst und Kultur profitiert auch vom technologischen Strukturwandel
  • Beschäftigung steigt überdurchschnittlich, Arbeitslosenquote mit stark sinkender Tendenz
  • Forschung und Entwicklung müssen lokal noch stärker verankert werden

Dank einer starken Dienstleistungskompetenz sowie eines technologischen Strukturwandels weist das Land Salzburg eine beachtliche Wachstumsdynamik aus und es zählt unverändert zu den wohlhabendsten Regionen Europas. Seit dem EU-Beitritt betrug das Wirtschaftswachstum im Durchschnitt mehr als 2 Prozent jährlich. Bedingt durch eine unterdurchschnittliche Industrie-orientierung blieb Salzburg aber jüngst etwas hinter den österreichischen Wachstumsspitzenreitern zurück. Mit einem Plus von zuletzt 2,1 Prozent lag man aber immer noch deutlich vor Deutschland und ähnlich hoch wie Bayern. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Standortanalyse der Bank Austria Konzernvolkswirtschaft, die heute von Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, Bank Austria Vorstand Regina Prehofer, dem stv. Bank Austria Chefökonomen Stefan Bruckbauer und Bank Austria Landesdirektor Christian Profanter präsentiert wurde.

Mit rund 34.500 Euro liegt das BIP pro Kopf in Salzburg klar über dem Österreich-Durchschnitt. Salzburg befindet sich damit unter den TOP 25 von beinahe 400 Regionen Europas und exklusive der Hauptstädte sogar unter den TOP 10. In Deutschland wäre Salzburg die fünftreichste Region hinter Hamburg, Oberbayern, Darmstadt und Bremen. "In den vergangenen Jahren ist das Bewusstsein dafür stark gewachsen, dass wir neben dem Tourismus auch mehr Standbeine in der Produktion und im Export brauchen. Darum hat Salzburg als erstes Bundesland ein Standort-abkommen mit seinen Industriebetrieben geschlossen. Denn sie sind ein Muster für Dynamik, Innovation sowie Exportorientierung und leisten einen großen Beitrag zu unseren glänzenden Arbeitsmarktdaten", sagt die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller.

Strukturwandel bringt mehr Beschäftigung und steigende Export Auch bei der zweiten Zielgröße der Bank Austria Standortanalyse, den Arbeitsmarktdaten, glänzt Salzburg mit österreichischen Bestwerten. So ist die Zahl der unselbstständig Erwerbstätigen in den vergangenen beiden Jahren um 2 Prozent jährlich gestiegen und hat mit mehr als 230.000 Arbeitnehmern einen historischen Rekordwert erreicht. Der Österreich-Durchschnitt lag im Vergleich dazu bei plus 1,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt gleichzeitig deutlich unter dem Österreich-Durchschnitt. Während des Jahres 2007 lag sie durchschnittlich bei 4 Prozent, für Gesamt-Österreich belief sich dieser Wert auf 6,2 Prozent. Nur in Oberösterreich war die Arbeitslosigkeit mit 3,6 Prozent noch geringer.

"Die Salzburger Wirtschaft gewinnt abseits ihrer Kernkompetenz im Tourismus in den Bereichen Handel und höher entwickelte Sachgüterindustrie immer mehr an Profil. Das ist nicht nur für den Arbeitsmarkt wichtig, sondern spiegelt sich auch in den Ausfuhren wider. Die Exportquote der Salzburger Unternehmen liegt mit 45 Prozent weit über dem Österreich-Durchschnitt", sagt Regina Prehofer, Bank Austria Vorstand für das Firmenkundengeschäft. Die Exporte sind seit 2000 um durchschnittlich 9 Prozent jährlich gewachsen, in den letzten beiden Jahren war das Plus sogar zweistellig. "Im Gesamtergebnis liegt Salzburg an der zweiten Stelle in Österreich, hinter Oberösterreich. Die Salzburger Unternehmen präsentieren sich damit in einer sehr guten Verfassung und weisen in vielen Bereichen enorme Stärken auf", hält Christian Profanter, Bank Austria Landesdirektor für das Firmenkundengeschäft in Salzburg, fest, "in anderen Bereichen gibt es noch Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft."

Geballte Dienstleistungskompetenz, mehr Schwung in höherwertigen Industriesegmenten "Die Dominanz des Dienstleistungssektors hat sich seit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union auch in Salzburg verstärkt", analysiert Stefan Bruckbauer, stv. Chefökonom der Bank Austria. Ungeachtet der dadurch veränderten Rahmenbedingungen erhöhte sich der Anteil des Handels an der Wertschöpfung stärker als in Gesamt-Österreich. Auch der Tourismus expandierte überdurchschnittlich stark.

Dank seiner traditionellen Handelskompetenz und einer starken Position bei unternehmensnahen Dienstleistungen trägt der Servicesektor heute insgesamt mehr als 72 Prozent zur regionalen Wertschöpfung bei. Der Anteil des Tourismus an der gesamten Regionalleistung ist mit über 8 Prozent der zweithöchste Österreichs. In der Praxis heißt das jeder fünfte Österreich-Tourist kommt nach Salzburg.

Dementsprechend stark sind auch die Beschäftigungszuwächse im Dienstleistungssektor, wo eben der Tourismus und die Wirtschaftsdienste expandieren. "Zu den Beschäftigungsgewinnern gehört ohne Zweifel auch die Sachgüterindustrie im mittleren und absoluten Hochtechnologiesegment wie etwa die Messtechnik", so Bruckbauer.

Mehr Forschung und Vernetzung gegen Innovationsmanko Die Salzburger Wirtschaft weist im Österreich-Vergleich eine relativ geringe Innovations-orientierung auf. Der "Regionale Innovationsanzeiger" der Europäischen Union reiht Salzburg im Bundesländervergleich nur an die siebente Stelle in Österreich. Die in diesem Indikator zusammen-gefassten Variablen inkludieren Bildungsaktivitäten, Beschäftigungsstrukturen und die konkrete Innovationsfähigkeit. "Der Grund für dieses Manko liegt zum einen in einer generell unterdurch-schnittlichen Investitionstätigkeit in der Sachgüterindustrie und zum anderen in der eher traditionellen Branchenstruktur", erklärt Stefan Bruckbauer. So liegt auch die F&E Quote mit rund 1 Prozent des BIP unter dem Bundesdurchschnitt.

Um die Innovationsorientierung der Salzburger Unternehmen zu heben und die globale Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu verbessern, müssen jedoch Forschung und Entwicklung lokal stärker verankert werden. Es fehlt derzeit etwa noch ein wirtschafts- und managementorientiertes Studienangebot im Regelstudium, das technisch-naturwissenschaftliche Studienangebot ist begrenzt. Gezielte Innovations- und Technologietransfermaßnahmen sind insbesondere in den Bereichen Energie, Umwelt und Maschinenbau interessant. Für 2009 ist eine Steigerung der F&E Quote auf 1,4 Prozent des BIP geplant.

Broschüre "Standort Salzburg": Wirtschaftsleitfaden und Ratgeber für Förderprogramme Die volkswirtschaftliche Abteilung der Bank Austria hat zusammen mit der Landesdirektion Salzburg eine umfangreiche Broschüre erarbeitet, die die Standortattraktivität, die Leistungsfähigkeit und das Wachstumspotenzial von Salzburg auf den Prüfstand stellt. Im zweiten Teil der Broschüre "Standort Salzburg" wird ein Überblick über die Förderlandschaft mit nationalen Fördermaßnahmen und Kofinanzierungen durch die EU gegeben. Als Mitglied der UniCredit Group kann die Bank Austria auf ein weltweites Netzwerk mit besonders intensiver Ausrichtung auf Deutschland, Italien und den zentral- und osteuropäischen Raum zugreifen. Dieser Leitfaden der Bank Austria soll dazu beitragen, dass Unternehmen – unabhängig davon, ob sie sich gerade in einer Gründungs-, Konsolidierungs- oder Erweiterungsphase befinden – für die anstehenden wirtschaftlichen Herausforderungen gut gerüstet sind. 

Die Broschüre "Standort Salzburg" ist Teil einer neuen Serie von Bundesländeranalysen und in den Bank Austria Filialen erhältlich sowie als PDF-Datei rechts unter Download abrufbar.

Druckfähige Fotos zum Download stehen  hier für Sie bereit. Ihr Abdruck ist kostenfrei.

Rückfragen: Bank Austria Pressestelle Österreich
Tiemon Kiesenhofer, Tel. +43 (0) 50505 - 52819;
E-Mail: Tiemon.Kiesenhofer@UniCreditGroup.at

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