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30.10.2008

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Oktober:
Abwärtstrend beschleunigt

  • Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Oktober mit Rückgang auf tiefsten Wert seit Herbst 2001
  • Schwache Auftragslage führt zu Rekordrückgang der Produktionsleistung
  • Beschäftigungsabbau setzt sich verstärkt fort
  • Österreichs Industrie jedoch gut aufgestellt, um Krise erfolgreich zu meistern

Die Lage in der österreichischen Industrie spitzt sich weiter zu. Im Oktober ist der saisonbereinigte Bank Austria EinkaufsManagerIndex von 46 auf nur noch 43,6 Punkte gefallen, den tiefsten Wert seit sieben Jahren. Der aktuelle Rückgang ist zudem einer der stärksten in der mehr als zehnjährigen Geschichte der Indexermittlung. Der Indikator liegt mittlerweile den siebenten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50. Das ist die längste Abwärtsphase seit dem Jahr 2001. "Angesichts des niedrigen Niveaus des Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Oktober, der Stärke des Rückgangs und der Länge der Talfahrt hat die österreichische Industrie ihren Tiefpunkt im laufenden Konjunkturzyklus noch nicht erreicht", meint der stellvertretende Chefvolkswirt der Bank Austria Stefan Bruckbauer und ergänzt: "Wir erwarten, dass die heimische Sachgütererzeugung erst im Verlauf der ersten Jahreshälfte 2009 Boden finden wird."

Die Nachhaltigkeit der derzeitigen Abwärtsentwicklung wird dadurch unterstrichen, dass im Oktober alle Komponenten des Bank Austria EinkaufsManagerIndex zur Verschlechterung des Gesamtindex beigetragen haben. Besonders stark ist der Index der Produktionsleistung gesunken, der nach einem Rückgang um 4,5 Punkte am historischen Tiefstwert von 42,5 notiert. "Wegen der gestiegenen Verunsicherung im Zusammenhang mit der globalen Konjunkturabschwächung haben sich die seit fünf Monaten bestehenden Schrumpfungstendenzen in der Produktionsleistung der österreichischen Industrie im Oktober noch verschärft", sagt Bruckbauer.

Die heimische Industrie steht damit schon seit mehreren Monaten unter dem Eindruck der internationalen Konjunkturverlangsamung, die sich in der Auftragsentwicklung seit dem Frühjahr dämpfend niederschlägt. Im Oktober hat sich die Nachfrage nach österreichischen Sachgütererzeugnissen sowohl aus dem Ausland als auch aus dem Inland nochmals deutlich abgeschwächt. So erhalten mehr als 40 Prozent der befragten Unternehmen weniger Aufträge aus dem Ausland als im Vormonat. "Die starke Exportorientierung der österreichischen Industrie führt dazu, dass mit der globalen Konjunkturabkühlung die Exportaufträge ausbleiben, die Auftragsbücher insgesamt dünner werden und die Produktion weiter zurückgefahren werden muss", meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Angesichts des sinkenden Auftragsbestands hat die österreichische Industrie die Kapazitäten an die geringeren Produktionsanforderungen weiter angepasst und den vor einem halben Jahr begonnenen Stellenabbau im Oktober sogar noch beschleunigt. Das Minus bei dieser Komponente des Bank Austria EinkaufsManagerIndex war das höchste seit sechseinhalb Jahren. Noch kann der Dienstleistungssektor den Beschäftigungsrückgang in der Industrie kompensieren, doch wird in den kommenden Monaten die internationale Konjunkturverschlechterung auch auf die anderen Bereiche der österreichischen Wirtschaft übergreifen, sodass mit einer deutlichen Zunahme der Arbeitslosigkeit zu rechnen ist. "Wir gehen von einem Anstieg der Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent 2008 auf zumindest 6,2 Prozent im nächsten Jahr aus, getragen nicht nur, aber auch von den Entwicklungen in der heimischen Sachgütererzeugung", meint Pudschedl.

Angesichts der globalen Konjunkturflaute haben sich die zukünftigen Aussichten für die heimische Industrie bereits vor einigen Monaten einzutrüben begonnen. Die weitere Verschärfung der Lage mit deutlich stärkeren Schrumpfungstendenzen, die der Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Oktober anzeigt, sind im Lichte der rasant gestiegenen Verunsicherung durch die eskalierende Finanzmarktkrise zu sehen und deshalb nach Einschätzung der Ökonomen der Bank Austria überzeichnet. Die österreichische Industrie steht zwar angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen vor deutlich härteren Zeiten, die noch für einige Monate eine negative Geschäftsentwicklung erwarten lassen, angesichts erfolgreicher struktureller Reformen ist die österreichische Industrie und mit ihr die gesamte Wirtschaft jedoch gut aufgestellt, um die Konjunkturverlangsamung erfolgreich zu meistern. "Die Industrie dürfte 2008 noch ein Plus einfahren. 2009 ist erstmals seit fünfzehn Jahren mit einem Schrumpfen zu rechnen, eine länger anhaltende Schwächephase wie 2001 bis 2003 wird der österreichischen Wirtschaft jedoch voraussichtlich erspart bleiben", meint Bruckbauer zu den Konjunkturerwartungen der Bank Austria.

 charts (PDF; 69 KB)

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von Markit Economics durchgeführt wird.

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at

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