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16.06.2008

Bank Austria Konjunkturindikator:
Vermehrte Anzeichen für kürzere und flachere Konjunkturdelle

  • Bank Austria Konjunkturindikator tendiert im Mai geringfügig nach unten
  • Internationaler Gegenwind bremst Wachstum bereits ein
  • Inflation verhindert Impulse durch Konsum zumindest bis zum Jahresende
  • Steigende Chancen auf Konjunkturaufhellung im Verlauf des nächsten Jahres

Im Mai machte der Konjunkturindikator der Bank Austria wieder einen kleinen Schritt talwärts. Der abermalige Rückgang von 2,5 im April auf 2,4 verdeutlicht, dass nach dem starken Start ins laufende Jahr die österreichische Wirtschaft nun mit immer stärkerem Gegenwind konfrontiert ist. Die Einzelkomponenten des Indikators haben sich auf breiter Front verschlechtert. Während die Stimmung in der europäischen Industrie auf tiefem Niveau verharrt, haben die österreichischen Industrieunternehmen stark an Optimismus eingebüßt und sehen der unmittelbaren Zukunft deutlich beunruhigter entgegen. Auch die österreichischen Konsumenten sind weit weniger zuversichtlich. Die österreichische Wirtschaft hat unerwartet lange den ungünstigen internationalen Rahmenbedingungen getrotzt. Mit einiger Verspätung hat der Konjunkturabschwung im Frühjahr dann doch eingesetzt. "Nach dem Anstieg des BIP zu Jahresbeginn um 0,7 Prozent zum Vorquartal hat sich die Dynamik im zweiten Quartal voraussichtlich halbiert und wird in der zweiten Jahreshälfte noch schwächer ausfallen. Dank des starken Jahresbeginns erwarten wir das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr 2008 dennoch bei durchaus beachtlichen 2,3 Prozent", meint der stellvertretende Chefvolkswirt der Bank Austria Stefan Bruckbauer.

Rauer internationaler Gegenwind
Die internationalen Rahmenbedingungen, insbesondere der hohe Außenwert des Euro, werden zur immer stärkeren Belastung für die österreichische Wirtschaft. Die Exportdynamik hat sich bereits abzuschwächen begonnen. Durch die verhaltene Konjunktur in Schlüsselmärkten fehlt die notwendige Unterstützung für den österreichischen Außenhandel. "Mit der nachlassenden Auslandsnachfrage lahmt derzeit genau jener Flügel, der für das bislang hohe Wachstumstempo der österreichischen Wirtschaft gesorgt hat", sagt Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Fehlende Unterstützung durch den Konsum
Die Konjunktur erhält vorerst auch keine frischen Impulse aus der Binnenwirtschaft. Der private Konsum kommt trotz der relativ kräftigen Lohn- und Pensionssteigerungen und der guten Arbeitsmarktdaten nicht in die Gänge. Spielverderber ist die anhaltend hohe Teuerung, da sich die Nahrungsmittel- und Erdölpreise als besonders hartnäckige Inflationstreiber erweisen. Die Anzeichen, dass die anhaltend hohen Rohstoffpreise auch andere davon abhängige Preise erhöhen, verdichten sich. In den nächsten Monaten ist angesichts der internationalen Rahmenbedingungen kaum eine Verringerung des Inflationsdrucks zu erwarten. Die Ökonomen der Bank Austria gehen davon aus, dass die Periode starker Teuerung mit Werten über der 3 Prozent-Marke noch bis in den Spätherbst andauern wird. Gegen Ende 2008 wird jedenfalls die hohe Basis aus dem Vorjahr einen Rückgang unterstützen, sodass dann wieder Inflationswerte um 2 Prozent zu erwarten sind. Erst mit einer spürbaren Milderung des Inflationsdrucks besteht eine Chance auf eine Erholung des privaten Konsums. "Zum Jahreswechsel 2008/2009 wird der private Konsum dank günstigerer Inflationsdaten von einer Stimmungsbesserung profitieren", gibt sich Pudschedl vorsichtig optimistisch.

Konjunkturklima verbessert sich im Verlauf von 2009
Angesichts der schwer vorhersehbaren Entwicklung der internationalen Rahmenbedingungen ist eine Einschätzung der Tiefe und der Dauer der Konjunkturdelle, in welche die österreichische Wirtschaft mittlerweile eingetaucht ist, mit hoher Unsicherheit behaftet. "Unserer Ansicht nach haben sich in den vergangenen Wochen die Anzeichen verstärkt, dass die verspätet eingetroffene Konjunkturdelle weniger stark und kürzer ausfallen könnte, als noch zu Jahresbeginn erwartet", meint Bruckbauer. Die US-Immobilienkrise und die Turbulenzen auf den Finanzmärkten haben zumindest bisher in Europa nur sehr begrenzte realwirtschaftliche Belastungen verursacht. Die Wahrscheinlichkeit einer relativ raschen Erholung der US-Wirtschaft ist gestiegen, was zumindest zu einer Stabilisierung des Wechselkursverhältnisses zwischen Euro und US-Dollar beitragen könnte und damit die globalen Rahmenbedingungen stärkt. Unter diesen Voraussetzungen wird die österreichische Exportwirtschaft keinen Einbruch erleiden, sondern, nach der bereits eingesetzten Abschwächung, im Jahresverlauf 2009 wieder an Dynamik gewinnen und die Aufhellung der Konjunktur entscheidend prägen. "Nach einem flauen Sommer und einem schwachen Herbst werden sich die internationalen Rahmenbedingungen über den Winter soweit verbessern, dass im Verlauf des nächsten Jahres der österreichischen Konjunktur wieder Flügel wachsen werden", spezifiziert Bruckbauer den Konjunkturverlauf und ergänzt: "Die anfangs noch verhaltene Konjunktur wird den Anstieg des BIP 2009 jedoch unter die 2-Prozent-Marke drücken. " Die Entwicklung der Rohstoffpreise, insbesondere des Erdölpreises, bleibt aber das bestimmende hohe Konjunkturrisiko. Die starke Fokussierung der Exportunternehmen auf die dynamischen osteuropäischen Märkte ist dagegen ein zusätzlicher Pluspunkt, der es Österreich erlauben wird, seinen Wachstumsvorsprung gegenüber dem EU-Durchschnitt auch in dieser schwierigen Konjunkturphase zu halten.

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Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at

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