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21.03.2008

Branchenbericht der Bank Austria Volkswirtschaft:
Verlage und Druckereien bleiben 2007 unter Druck

  • Trotz guter Nachfrageentwicklung bleibt das Umsatzwachstum unter 3 Prozent
  • Rückläufige Preise und Kostensteigerungen schmälern die Erträge
  • Strukturnachteile zeigen sich in hohem Außenhandelsdefizit mit Verlagsprodukten von 490 Millionen Euro
  • Branche kann 2008 und 2009 moderates Wachstum beibehalten

Wegen der spezifischen Markt- und Konkurrenzsituation hält der Preis- und Ertragsdruck auf die heimischen Verlage und Druckereien an. Selbst in einem positiven konjunkturellen Umfeld, wie zuletzt 2006 und 2007, als die Produktionsleistung der Druckereien um durchschnittlich 5 Prozent im Jahr gestiegen ist, hat sich daran nichts geändert. Das geht aus einem aktuellen Branchenbericht der Bank Austria Volkswirtschaft hervor. Gleichzeitig blieb aber nur ein Umsatzplus von jährlich 4 Prozent, was darauf hinweist, dass die Preise im Branchendurchschnitt um rund 1 Prozent gesunken sind. 2007 ist der Branchenumsatz um weniger als 3 Prozent gestiegen, vorläufig auf 4,9 Milliarden Euro. Die Druckereien müssen zudem seit mehr als zwei Jahren deutliche Kostensteigerungen tragen, die nicht mehr zur Gänze über Produktivitätsgewinne abgefangen werden konnten und zumindest 2007 den Branchenertrag schmälerten.

"Die Branche ist zum Teil hoch konzentriert und gleichzeitig in einigen Segmenten wenig wettbewerbsstark und sehr konjunktursensibel", sagt Bank Austria Ökonom Günter Wolf. Ein Grund, weshalb im Verlagswesen und bei den Druckereien weitere Kapazitätsreduktionen trotz weitreichender Restrukturierungsbemühungen in der Vergangenheit nicht zu vermeiden sind. 2007 ist die Beschäftigung um 1 Prozent gesunken, womit die Arbeitsplätze die 2006 zum ersten Mal seit über zehn Jahren geschaffen wurden, wieder verschwunden sind. Die Branche beschäftigt noch etwa 24.900 Arbeitnehmer/innen, Mitte der 90er Jahre waren es über 30.000.

Der Absatz der Verlage und Druckereien ist überwiegend von der inländischen Konsumnachfrage abhängig: einerseits direkt über die Ausgaben der privaten Haushalte für Lesestoff, andererseits indirekt über die Werbeausgaben der Unternehmen. Aufgrund der Konsumabhängigkeit sind vor allem die Verlage in weiten Bereichen mit einer schwach wachsenden, gesättigten Nachfrage konfrontiert. "Der Anteil der Ausgaben für Bücher, Zeitungen und andere Printmedien an den Haushaltsausgaben ist seit zwei Jahrzehnten nur mehr minimal auf 1,4 Prozent gestiegen", rechnet Branchenanalyst Wolf vor.

Österreichs Druckereien sind wie die Verlage auf den Heimmarkt fokussiert. Die Exportquote der Branche liegt bei durchschnittlich 21 Prozent, der Industriedurchschnitt beträgt im Vergleich dazu 56 Prozent. Während aber für die Druckereien die Nähe zu ihren Kunden oft ein entscheidendes Erfolgskriterium ist, ist die geringe Exportquote mit Verlagsprodukten ein Indikator für vorhandene Schwächen. 2007 stand dem Exportüberschuss mit Katalogen und Werbedrucken von 74 Millionen Euro ein Defizit mit Büchern und Zeitschriften von 490 Millionen Euro gegenüber. Das Defizit wächst im Außenhandel mit Büchern seit Jahren praktisch ungebremst, auch aufgrund der Tatsache, dass Österreich wegen seiner geringen Marktgröße generell kein idealer Standort für die Bucherzeugung ist.

Das schwächere Wirtschaftswachstum 2008 und 2009 wird den Verlagen und Druckereien relativ wenige Aufträge kosten, vor allem weil das Konsumwachstum leicht zulegt. In weiterer Folge bleiben die Werbefreudigkeit der Wirtschaft und die Nachfrage nach Printmedien in Schwung und damit auch die Nachfrage nach Druckereileistungen. Günter Wolf von der Bank Austria: "In Zukunft werden Medienverlage mit Zeitungen und Zeitschriften zwar keine nennenswerten Auflagensteigerungen mehr erreichen. Sie profitieren aber von weiter steigenden Werbeeinnahmen. Ebenso wächst die Nachfrage nach Druckleistungen in etwa dem moderaten Tempo wie in den vergangenen Jahren." Der Konkurrenz- und Preisdruck in der Branche werden sich nicht lockern, was weitere Konsolidierungsmaßnahmen nach sich zieht und Arbeitsplätze kostet.

Rückfragen: Bank Austria Pressestelle Österreich
Tiemon Kiesenhofer, Tel. +43 (0) 50505 - 52819
E-Mail: Tiemon.Kiesenhofer@unicreditgroup.at