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28.08.2008

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im August:
Talfahrt der Industrie bremst sich ein

  • Bank Austria EinkaufsManagerIndex im August leicht verbessert, doch Rezession in der Industrie hält an
  • Produktion und Auftragslage weiter rückläufig
  • Aktuelle Preisentwicklungen entlasten Unternehmen geringfügig
  • Globale Konjunkturflaute dämpft Industrieaussichten bis weit in 2009

Der saisonbereinigte Bank Austria EinkaufsManagerIndex zeigte sich im August etwas erholt. Nach der rasanten Talfahrt der letzten Monate ist er von 47 im Juli auf aktuell 48,6 gestiegen. Der Wert von unter 50 bedeutet allerdings, dass sich die Lage in der heimischen Industrie gegenüber dem Vormonat abermals negativer darstellt. "Auch wenn der Index im August leicht nach oben zeigt, bedeutet dies nicht, dass die Rezession in Österreichs Industrie bereits vorüber ist. Vielmehr geht die Talfahrt nur etwas gebremst weiter", so Stefan Bruckbauer, der stellvertretende Chefvolkswirt der Bank Austria. Nach Einschätzung der Ökonomen der Bank Austria ist es auch noch zu früh den jüngsten Anstieg des Index als Anzeichen einer Bodenbildung zu bewerten.

Die österreichische Industrie ist erst vor kurzer Zeit in die Rezession geraten. Das Konjunkturtal ist noch nicht erreicht. Angesichts der sich verfestigenden ungünstigen internationalen Umfeldbedingungen wird die Durststrecke aber auch nicht allzu rasch überwunden werden können. Das wird unter anderem durch die schwächelnde Auftragslage unterstrichen. Sowohl die Aufträge aus dem Inland, als auch insbesondere jene aus dem Ausland nehmen weiterhin ab. Aufgrund dessen befindet sich der Index für die Produktionsleistung der heimischen Industrieunternehmen nun bereits den dritten Monat in Folge unterhalb der Wachstumsschwelle. "Die weiteren Aussichten für die österreichische Industrie müssen derzeit sehr zurückhaltend eingestuft werden", meint Bruckbauer und ergänzt: "Die Industrie baut nach dem Plus von rund 3,5 Prozent im ersten Halbjahr nun deutlich ab und wird damit im Gesamtjahr 2008 bestenfalls stagnieren."

Die österreichische Industrie passt den Mitarbeiterstand seit einigen Monaten an das schwächere Konjunktur- und Geschäftsumfeld an. Im August wurde bereits den vierten Monat in Folge die Beschäftigung reduziert. Obwohl der Stellenabbau im August weniger stark ausgefallen ist, als im Vormonat, kann nach Ansicht der Ökonomen der Bank Austria auch für den Arbeitsmarkt keine Entwarnung gegeben werden. Die Beschäftigungssituation in der Industrie wird sich in den nächsten Monaten weiter verschlechtern und auf die Gesamtwirtschaft negativ ausstrahlen. "Höhere und längere Arbeitslosigkeit, weniger offene Stellen und zusätzliche Schwierigkeiten für 'Problemgruppen' am Arbeitsmarkt, wie ältere Arbeitnehmer, rollen 2009 auf Österreich zu", meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Im Zuge der Verteuerung von Vormaterialien und Energie waren die österreichischen Industriebetriebe im August abermals mit stark steigenden Einkaufspreisen konfrontiert, wenn auch die Entwicklung des Ölpreises der vergangenen Wochen eine leichte Abschwächung der Preisdynamik unterstützte. Dagegen beschleunigte sich der Anstieg der Verkaufspreise den dritten Monat in Folge. Erstmals seit Jahresbeginn hat sich im August daher die Schere zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis ausgeweitet. "Die Preisdurchsetzungsmacht der heimischen Industrieunternehmen bleibt angesichts der nachlassenden Nachfrage jedoch begrenzt, mit anhaltend negativen Konsequenzen auf die Kosten- und Gewinnsituation im laufenden und im nächsten Jahr", so Pudschedl.

Innerhalb des vergangenen Monats haben sich einige externe Parameter für die heimische Industrie etwas verbessert. So sind der Wechselkurs zum US-Dollar um rund sechs Prozent und der Ölpreis auf Eurobasis um zehn Prozent gefallen. Die günstigeren internationalen Vorgaben haben den Geschäften der Industrieunternehmen jedoch noch keine neuen Flügel verleihen können. Zu schwer wiegen die negativen globalen Konjunkturaussichten, die sich nach Ansicht der Ökonomen der Bank Austria in den vergangenen Wochen nochmals verschlechtert haben. Im Gefolge der andauernden US-Immobilienkrise sinken die Wachstumsaussichten für die USA und für Europa. Vor allem im für die österreichische Zulieferindustrie so wichtigen Absatzmarkt Deutschland kühlt die Konjunktur deutlich ab, was die Wachstumschancen für die heimische Industrie und damit für die gesamte österreichische Wirtschaft schmälert. "Nach einem Anstieg des BIP um 2 Prozent im laufenden Jahr erwarten wir für 2009 nur noch ein Wirtschaftswachstum um 1,2 Prozent", meint Bruckbauer. Da jedoch weder Österreich noch die Eurozone große Ungleichgewichte zeigen, sollte die Schwächephase nach Einschätzung der Ökonomen der Bank Austria im Verlauf von 2009 überwunden werden.

 charts (PDF; 69 KB)

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von Markit Economics durchgeführt wird.

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at

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