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21.07.2000

Euroland erwartet stärkstes Wachstum seit 10 Jahren

Inflation wird wieder sinken

Die Volkswirte der Bank Austria erwarten für das Euroland im zweiten und dritten Quartal 2000 ein Wachstum von fast 4 % real. Im letzten Quartal wird sich das Wachstum wieder etwas abschwächen, insgesamt werden die Länder der Eurozone heuer das höchste Wirtschaftswachstum seit dem Boom durch die deutsche Wiedervereinigung Ende der 80er Jahre erleben.

Nachdem das Wirtschaftswachstum in der Eurozone zu Beginn der 90er Jahre durch die im Gefolge der deutschen Wiedervereinigung sehr restriktive Geldpolitik, dann durch die Budgetkonsolidierung im Vorfeld der Euroeinführung und schließlich durch die verschiedenen Krisen in den Emerging Markets gebremst wurde, startet die Wirtschaft nun voll durch. Nachdem bereits im ersten Quartal die Wirtschaft mit fast 3 ½ % sehr dynamisch war, zeigen die Indikatoren für das 2. Und 3. Quartal nochmals eine Beschleunigung, die vor allem auf den schwachen Euro zurückzuführen ist.

Stefan Bruckbauer, strellvertretender Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der Bank Austria: "Auch nach der erwarteten Erholung des Euro gegenüber dem Dollar besteht keine Gefahr für die Eurokonjunktur." Zum einen läßt die anhaltend positive Stimmung der Industrie sogar noch eine Beschleunigung des Investitionswachstums erwarten und zum anderen sollte in den nächsten Monaten – ähnlich wie in den USA – der private Konsum eine stärkere Wachstumsstütze werden. Vor allem in Deutschland und Italien war die Konsumentwicklung bisher hinter der gesamtwirtschaftlichen Dynamik zurückgeblieben. Die Steuerreform in Deutschland und vor allem die spürbare Verbesserung am Arbeitsmarkt in beiden Ländern wird die Zurückhaltung der privaten Haushalte beenden. Damit ist eine Fortsetzung des Aufschwunges gesichert, auch wenn das Wachstum mit 3,3 % nächstes Jahr etwas niedriger ausfallen dürfte als heuer ( 3,7 %). Das Ziel der EU-Finanzminister, einen ausgeglichenen Haushalt 2001 zu erzielen, sollte unter diesen Bedingungen erreichbar sein.

 

"New Economy" im Euroland?

Nach Meinung der Volkswirte der Bank Austria, darf der starke Anstieg der Inflation im Juni auf 2,4 % nicht als Indikator für Überhitzungserscheinungen genommen werden, sondern ist zur Gänze auf den hohen Ölpreis und den schwachen Euro zurückzuführen. Auch wenn der Ölpreis bei 28 Dollar und der Euro bei 0,93 bleibt, wird die Inflation im Euroland bis Jahresende wieder zurückgehen. Für die weitere Inflationsentwicklung und damit die Zinspolitik der EZB wird jedoch viel von der Euroentwicklung, dem Ölpreis und vom Ausmaß der "New Economy" abhängen. Die Bank Austria geht in ihrem Basisszenario von einem Ölpreis im Jahresdurchschnitt 2001 von 25 Dollar und einer Erholung des Euro auf 1,05 aus. Unter diesen Bedingungen, so Stefan Bruckbauer, sollte die Inflation im Verlauf des nächsten Jahres zurückgehen (Tiefpunkt 1 ¾ %) , im Sommer 2001 bei 1,9 % liegen und dann gegen Ende 2001 wieder steigen. Allerdings sollte die Inflation während des gesamten Jahres 2001 unter 2 %, dem Ziel der EZB bleiben, und in zwei Jahren nur knapp über 2 % sein. Trotzdem erwartet die Bank Austria in diesem Szenario noch zwei bis drei Zinserhöhungen, so dass in einem Jahr mit kurzfristigen Zinsen von 5,2 % zu rechnen ist.

Da die Inflationsentwicklung und damit verbunden die Zinsentwicklung einen wesentlichen Einfluß auf die weitere Konjunkturentwicklung haben werden, haben die Volkswirte der Bank Austria verschiedene Inflationsszenarien durchgerechnet. Im pessimistischsten Szenario, d.h. der Euro bleibt bei 0,90 und der Ölpreis bei 28 Dollar, wird die Inflation in einem Jahr bei 2,1 % und in zwei Jahren bei 2,3 % liegen. Im optimistischsten Szenario, d.h. wenn Euroland ohne zusätzliche Inflation aufgrund struktureller Veränderungen ("New Economy") jedes Jahr ein halbes Prozent schneller wächst, der Ölpreis auf 15 Dollar zurück geht und der Euro auf 1,15 steigt, dann läge die Inflation in einem Jahr bei 1,3 % und in zwei Jahren bei 1,7 %. Das bedeutet, so die Bank Austria Volkswirte, dass aus heutiger Sicht mit keiner Rückkehr von Inflationsraten unter 1 %, aber auch nicht mit Inflationsraten in der Nähe von 3 % in den nächsten zwei Jahren zu rechnen ist. Die weitere Zinspolitik sollte daher unter diesen Bedingungen moderat sein.

Rückfragen: Bank Austria Public Relations

Dr. Karl Mauk, Tel. 71191 DW 51373; E-Mail: karl.mauk@bankaustria.com