24You

Das neue Internetbanking der Bank Austria.

OnlineBanking & BusinessNet

Das gewohnte Internetbanking für Privatkunden und Unternehmen

olbImgAlt Informieren Sie sich jetzt
MegaCard – gratis für alle zwischen 14 und 20 Jahren Informieren Sie sich jetzt ›
1.12.2000

Nasdaq weiterhin in der Auslage

Schlechter November bei starken Umsätzen – minus 23 %
Immer mehr Technologiewerte mit attraktiver Bewertung

Die Verunsicherung am amerikanischen Aktienmarkt scheint kein Ende zu finden. Nachdem auch diese Woche neue Warnungen bezüglich Umsatz- und Gewinnaussichten herauskamen, hielt der Verkaufsdruck an der Nasdaq mit unverminderter Heftigkeit an.

Mit einem Rückgang von 23% war der abgelaufenen Monat der schlechteste November an der Nasdaq seit 1987. Dabei waren die Umsätze hoch – gestern, Donnerstag, wurde mit 2,6 Milliarden Stück gehandelten Aktien das zweithöchste Volumen aller Zeiten an der Nasdaq verzeichnet.

Mehrere Faktoren drücken auf die Kurse

"Zu den Gründen für die Kursrückgänge gehören die konjunkturelle Verlangsamung in den USA, die eben auch bremsend auf das Gewinnwachstum der US Unternehmen wirkt, der hohe Ölpreis, die nach wie vor ungelöste Frage der amerikanischen Präsidentschafts-wahlen, aber auch die Tatsache, dass die amerikanische Notenbank bei ihrer letzten Sitzung im November noch keine Entwarnung bezüglich Inflation gegeben hat", analysiert Monika Rosen, Bereichsleiterin Research im Asset Management der Bank Austria. Der Markt würde im Moment dringend eine "vertrauensbildende Maßnahme" brauchen, aber leider sind die aktuellen Nachrichten dazu in keiner Weise angetan.

Wachstumsraten im Mittelpunkt des Interesses – 2000: plus 18 %

Das Hauptaugenmerk der Anleger liegt im Moment wohl bei den Wachstumsraten. Mit der generellen wirtschaftlichen Abkühlung geht auch eine Verlangsamung der Gewinnwachstumsraten einher, und auf diese neuen Gegebenheiten scheint sich der Markt nur sehr schwer umstellen zu können. Für 2000 wird im S&P ein Gewinnwachstum von 18% erwartet, für 2001 liegen die Erwartungen derzeit bei 13%.Naturgemäß sind hier die Sektoren mit den höchsten Erwartungen - sprich die Technologie - auch am meisten gefährdet. Beim kleinsten Anzeichen einer Enttäuschung setzt sofort starker Verkaufsdruck ein, was auf die hohe Nervosität schließen läßt, die derzeit herrscht. Rosen: "Der Konsensus erwartet für die Technologie nächstes Jahr noch immer ein Gewinnwachstum von knapp 20%, nachdem die Erwartungen heuer noch bei 35% liegen."

Technologie: Noch immer schnelles Wachstum

Daraus ergeben sich zwei Schlüsse: erstens wächst die Technologie damit immer noch fast doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt (18 vs. 35%), und zweitens könnten sich die Erwartungen für 2001 mit weniger als 20% durchaus als zu pessimistisch erweisen.

Prognosen über die weitere Entwicklung sind in der derzeitigen Lage naturgemäß schwer, aber vielleicht kann man einige grundsätzliche Faktoren festmachen.

Positiver Anstoß gesucht – old economy behauptet sich

Der Markt braucht einen Grund zu drehen – unserer Einschätzung nach bedarf es eines Katalysators, um das negative Momentum herauszunehmen und die Käufer wieder auf den Plan treten zu lassen. "Denkbar wäre, das einige Unternehmen mit positiven Zahlen aufwarten, oder dass sich die Schlacht um das Weiße Haus entscheidet", so Monika Rosen.

Im Moment wird die Technologie massiv verkauft, während sich die sog. old economy vergleichsweise tapfer hält. Ohne Technologie-Segment wäre der S&P 500 sowohl seit Jahresbeginn als auch seit März (Beginn der Korrektur an der Nasdaq) im Plus. Das heißt, es gibt sehr wohl Sektoren, die noch Käufer finden.

"Technisch gesehen gibt es im Moment wenig Orientierungshilfe. Ein Niveau von 2.500 Punkten an der Nasdaq wäre in etwa eine Halbierung vom Hoch. Gestern wurde dieses Niveau im Handelsverlauf angetestet, wir konnten aber darüber schließen", so die Experten des Bank Austria Asset Managements. Der Markt befindet sich in einem sehr stark überverkauften Bereich, der in diesem Ausmaß (abgesehen von den Korrekturen heuer) zuletzt im Herbst 1998 gesehen wurde.

Technologiewerte attraktiv bewertet – Übertreibung nach unten

Die Bewertung in der Technologie ist – zumindest teilweise – schon sehr attraktiv geworden. Wenn man KGV und Wachstumsraten in Beziehung setzt, so ist die Technologie niedriger bewertet als der S&P insgesamt. Das heißt, dass die Anleger derzeit für Wachstum in der Technologie weniger zu zahlen bereit sind als in anderen Sektoren. So etwas wäre noch vor einem knappen Jahr schier undenkbar gewesen.

Rosen: "Darin liegt langfristig aber möglicherweise auch die beste Chance auf Erholung." Allein die Tatsache, dass manche Bewertungskennziffern für die Technologie unter das Niveau des allgemeinen Marktes gefallen sind, drückt die große Angst der Anleger vor Tech-Werten aus. Wenn man davon ausgeht, daß die Kursbewegungen des letzten Winters eine Übertreibung nach oben waren, so kann man den aktuellen Zustand vielleicht als Übertreibung nach unten sehen.

Die Cashbestände der Fonds sind sehr hoch – derzeit bei 6% der Fondsvolumina. Das ist der höchste Stand seit 2 Jahren. Diese Liquidität würde im Fall einer Trendwende Munition für den Aufschwung darstellen.

Tagesaktuell kann man noch ins Treffen führen, dass die asiatischen Märkte heute morgen sehr fest geschlossen haben, und dass gerade bei Technologiewerten vereinzelt Kaufinteresse aufkam. Auch die Nasdaq war gestern im Handelsverlauf mit 7% im Minus gelegen und schloß dann "nur" bei minus 4%. Die Erholung gegen Ende wurde von hohen Volumina begleitet – auch das an sich ein positives Signal.

Trotzdem muß man festhalten, dass es in den letzten Wochen immer wieder kurze technische Erholungsphasen gab, die aber nicht nachhaltig waren.

Korrekturen unerwartet – Optimismus bleibt

Fazit: Ausmaß und Dauer der Korrektur des heurigen Herbstes haben fraglos unsere Erwartungen übertroffen. Dennoch bleiben wir bei unserer grundsätzlich positiven Einschätzung der Aktienmärkte. "Vieles deutet bei den aktuellen Kursbewegungen auf eine Beschleunigung nach unten hin, die analog zum letzten Winter ebenso eine Übertreibung darstellt, nur eben im negativen Bereich. Wir würden vor allem bei Anzeichen einer Stabilisierung stärker zum Kauf raten. Wir warten hier insbesondere auf eine Entscheidung bei den US Wahlen oder auf ein Signal von der US Notenbank. Dann würden möglicherweise auch die Unternehmensmeldungen wieder positiver gesehen", so Monika Rosen abschließend.

Rückfragen: Bank Austria Asset Management

Monika Rosen, Tel. 33147 DW 5403