24You

Das neue Internetbanking der Bank Austria.

OnlineBanking & BusinessNet

Das gewohnte Internetbanking für Privatkunden und Unternehmen

olbImgAlt Informieren Sie sich jetzt
MegaCard – gratis für alle zwischen 14 und 20 Jahren Informieren Sie sich jetzt ›
24.03.2000

Rumänien: Großer Aufschwung noch nicht in Sicht

  • Bank Austria sieht für 2000 Wirtschaftswachstum von 1 %
  • BIP erreichte 1999 nur mehr 75 % des Wertes von 1989
  • Inflation weiterhin auf sehr hohem Niveau - Bank Austria prognostiziert 38 %
  • Angespannte Liquiditätslage verbessert sich

Die wirtschaftliche Situation in Rumänien bleibt weiterhin sehr angespannt, wenn auch nach Ansicht der Ökonomen der Bank Austria im Jahr 2000 ein geringes reales Wirtschaftswachstum um 1 % erwartet werden kann.

Auslands- und Investitionsnachfrage tragen Wachstum
Die Wirtschaftsleistung in Rumänien nahm noch 1999 um 3,2 % ab. Damit sank das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) mittlerweile das dritte Jahr in Folge und erreicht nur noch 75% des Niveaus von 1989, dem Jahr des politischen Umbruchs.

Der von den Volkswirten der Bank Austria prognostizierte leichte Anstieg des BIP um 1% wird heuer möglich sein, da von der Konjunkturbelebung in der Europäischen Union ein positiver Impuls auf die Auslands- und Investitionsnachfrage ausgehen wird. Diese Entwicklung wird sich nach Ansicht der Ökonomen der Bank Austria gegen Jahresende verstärken. Als Gründe dafür werden der Status Rumäniens als EU-Beitrittskandidat und die Umsetzung der geplanten Umstrukturierungen und Privatisierungen der Regierung, die das Vertrauen in die Stabilität der Wirtschaft steigern sollten, gesehen.

Von den anderen Komponenten der Inlandsnachfrage kann 2000 dagegen kein wesentlicher Beitrag für einen Anstieg des BIP erwartet werden. Die neue Regierung will u.a. eine relativ vorsichtige Budgetpolitik verfolgen, worunter die öffentlichen Investitionen und der Konsum leiden werden. Bedingt durch eine mögliche Lockerung der Fiskalpolitik im Vorfeld der Parlamentswahlen im November dieses Jahres ist jedoch gegen Ende 2000 ein leichter Wachstumsimpuls, ausgehend vom privaten Konsum, möglich.

 

Monetäre Lage bleibt fragil - sinkende, aber dennoch hohe Inflation
Weiterhin kann in Rumänien die Inflation kaum unter Kontrolle gehalten werden, da aufgrund des geringen Vertrauens in die Wirtschaft die rumänische Währung auch künftig unter starkem Abwertungsdruck stehen wird. Nach 45,8% im Jahresdurchschnitt 1999 prognostizieren die Volkswirte der Bank Austria für heuer einen Rückgang der Inflationsrate auf 38%. Diese Entwicklung unterstellt eine Entspannung der Preissituation am Rohölmarkt, die auch 2001 ein weiteres Absinken der Inflation auf 25% unterstützen wird.

Anleihen in Euro und Yen geplant
Eine Voraussetzung dafür ist nach Ansicht der Experten der Bank Austria die Umsetzung einer relativ vorsichtigen Fiskalpolitik. Das Defizit des konsolidierten Budgets wird nach Regierungsplänen 2000 maximal 3% des BIP erreichen, um die Bedingung für eine in Aussicht gestellte Verlängerung des Bereitschaftskreditabkommens des Internationalen Währungsfonds (IWF) über insgesamt ca. 550 Mio. USD zu erfüllen. Mit der Unterstützung des IWF hofft die rumänische Regierung auch Finanzzusagen von der Weltbank und der EU zu erhalten. Anschließend soll das gewonnene Vertrauen der Investoren für Neuemissionen am internationalen Kapitalmarkt genutzt werden. Geplant ist die Emission einer Euro-Anleihe, die im Vorjahr aufgrund der ungünstigen Marktverhältnisse zurückgezogen wurde, und die Ausgabe einer Anleihe in Yen.

Verbesserung der angespannten Liquiditätslage
Diese Finanzmittel sind notwendig, um die Zahlungsfähigkeit des Landes weiter aufrecht erhalten zu können. Die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsschwierigkeiten in Zusammenhang mit der Bedienung der Auslandsverschuldung ist heuer auch angesichts eines deutlich verminderten Auslandsschuldendienstes von 2,3 Mrd. USD gegenüber ca. 3 Mrd. USD im Vorjahr wesentlich geringer.

Zudem gibt nach Ansicht der Volkswirte der Bank Austria auch die leicht verbesserte außenwirtschaftliche Situation Anlass zu einer etwas optimistischeren Betrachtung der Liquiditätslage. Das Leistungsbilanzdefizit verringerte sich 1999 auf ca. 1,3 Mrd. USD oder knapp unter 4 % des BIP (1998: -7,3 %). Eine geringfügige Verschlechterung des Handelsbilanzsaldos wird 2000 nach Einschätzung der Bank Austria Ökonomen zu einer Erhöhung des Fehlbetrags in der Leistungsbilanz auf 4,6 % des BIP führen.

Veränderung zum Vorjahr in % 1997 1998 1999 Progn. 2000 Progn. 2001
BIP (real) -6,9 -5,4 -3,2 1,0 2,0
Industrieproduktion (real) -5,9 -17,3 -8,7 1,0 4,0
Bruttoanlageinvestitionen (real) -15,9 -5,1 -10,8 1,0 5,0
Verbraucherpreise (Jahresdurchschnitt) 154,8 59,1 45,8 38,0 25,0
Arbeitslosenrate (Jahresdurchschnitt) 7,2 9,2 11,3 12,5 12,0
In Mio. USD
Güterexporte 8.431 8.300 8.436 8.700 9.100
Güterimporte 10.411 10.911 9.524 9.900 10.400
Leistungsbilanz -2.338 -3.010 -1.300 -1.500 -1.600
Leistungsbilanz in % des BIP -6,7 -7,3 -3,8 -4,6 -5,2
Bruttoauslandsverschuldung (Periodenende) 10.171 9.935 8.900 9.200 9.500
Bruttoauslandsverschuldung in % des BIP 29,2 23,9 26,2 28,5 30,6
ROL / EUR (Jahresdurchschnitt) 8.126,9 9.928 16.296,6 22.440 31.900
ROL / USD (Jahresdurchschnitt) 7.167,9 8.875,6 15.332,9 22.000 29.000

 

Rückfragen: Bank Austria, Öffentlichkeitsarbeit
Roman Jost, Tel. 71191 DW 56150
e-mail: roman.jost@bankaustria.com