14.06.2000

Neue Venture Capital Gesellschaft:
UBF Mittelstandsfinanzierungs AG

  • Eigenkapital für österreichische Mittelstandsunternehmen
  • An UBF beteiligt: Bank Austria, EIB, Wr. Städtische, Duke Street Capital und CAIB
  • Fondsvolumen von 500 Millionen Schilling
  • UBF ergänzt Venture Capital Produktfamilie (Gründerfonds, BA-TFV) der BA

Die UBF Mittelstandsfinanzierungs AG wurde im Juni 2000 gegründet. Sie ist ein Beteiligungsunternehmen von Bank Austria (20,1 %), Europäischer Investitionsbank (EIB; 40 %), Wiener Städtische Versicherung (19,9 %), Duke Street Capital (16 %) und CA IB Investmentbank AG (4 %). Das Fondsvolumen beträgt derzeit 500 Millionen Schilling.

Die UBF stellt österreichischen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, primär Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung und Kommanditgesellschaften Venture Capital zur Verfügung. Voraussetzung sind ein Umsatz von maximal 1,5 Milliarden Schilling und solide und dynamische Unternehmensdaten.

Die Höhe der Investition der UBF beträgt im Regelfall von 20 Millionen Schilling aufwärts. Ein Ausstieg ist nach drei bis fünf Jahren vorgesehen. Dabei gibt es verschiedene Ausstiegs-szenarien: Verkauf an einen industriellen Investor, Börsegang oder Rückkauf durch die Unternehmenseigentümer.

Die UBF wird in unterschiedlichsten Unternehmensphasen durch Beteiligungen aktiv, z. B. bei Unternehmen, die durch eingeschränkte finanzielle Ressourcen nicht in der Lage sind, mögliches Wachstum zu realisieren. Ebenso ist eine Beteiligung bei der gemeinsamen Übernahme von Unternehmen zur Nachfolgeregelung, bei der Ausgliederung von Unternehmensbereichen aus Konzernen, bei MBO´s, bei Restrukturierungen oder vor einem Börsegang möglich.

Aktive Rolle in Aufsichtsgremien

Die UBF greift grundsätzlich nicht in das Tagesgeschäft ein, sondern strebt zur Mitgestaltung der mittel- und langfristigen Strategien eine aktive Rolle in den Aufsichtsgremien der Gesellschaft an. So können Know-How, Zugang zu Marktinformationen und Kontakte zur Industrie zum Nutzen des Unternehmens eingebracht werden.

Private Equity – eine Erfolgsstory made in USA

Ausgehend von den USA nimmt Private Equity seit einigen Jahren auch in Europa einen fixen Platz in der Unternehmensfinanzierung ein. In den letzten 15 Jahren sind laut Schätzungen der EVCA (European Private Equity and Venture Capital Association) 100 Milliarden Euro von Banken, Pensionsfonds, Versicherungen und anderen aufgebracht worden.

Derzeit werden in Europa jährlich ca. 5.500 Finanzierungsbeteiligungen mit einem Volumen von 90 Milliarden Schilling durchgeführt. Damit ist der Zugang zu Private Equity für mittelständische Wachstumsunternehmen ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor am globalen Markt, um aktiv und entschlossen zukunftsweisende Maßnahmen zu setzen.

Private Equity-Finanzierungen tragen auch signifikant zur Entwicklung von Unternehmen bei, wie eine Untersuchung der EVCA von venture-finanzierten Unternehmen von 1991-1995 eindrucksvoll belegt:

  • Die Verkaufserlöse stiegen um jährlich 35 %, doppelt so rasch wie die der europäischen Top-500 Unternehmen.
  • Die Mitarbeiterzahl stieg um durchschnittlich 15 % p.a. (Top 500: 2 %)
  • Investitionen in Betriebsanlagen, Immobilien und Anlagegüter stiegen um 25 % p.a.
  • schließlich konnten diese Unternehmen die Exporte um durchschnittlich 30 % p.a. steigern

Diese Entwicklung ist zwar sehr beeindruckend, einen wahren Run auf Venture Capital erlebt aber gerade die USA, das Pionierland der Venture Capital-Finanzierungen. 1999 flossen laut Venture Economics/Thomson Finance Group in den USA 56 Milliarden Dollar in Venture Capital Funds, während es 1990 erst drei Milliarden Dollar waren. Die Fonds investierten ihrerseits in Start-Up Unternehmen allein im ersten Quartal 2000 rund 23 Milliarden Dollar im Vergleich zu 6,2 Milliarden Dollar im ersten Quartal 1999.

Österreich: Venture Capital Business auf Überholspur

Im Vergleich dazu nehmen sich die österreichischen Marktdaten zwar noch bescheiden aus. Die Venture Capital Szene hat aber auch in Österreich schon an Dynamik gewonnen. Innerhalb der letzten vier Jahre hat sich die Zahl der Beteiligungs-Finanzierungsgesellschaften in Österreich auf 29 beinahe verdoppelt. Das von diesen Gesellschaften aufgebrachte Finanzierungsvolumen erreichte 1998 bereits 2 Milliarden Schilling, mit stark steigender Tendenz.

Heute haben wir daher in Österreich einen Venture Capital-Markt, der zwar noch Aufholbedarf hat, der aber auf der anderen Seite bereits zunehmend kompetitiv wird. Es wird immer schwieriger, Unternehmen und Projekte zu finden, die die Kriterien für den Einstieg eines Venture Capital Fonds erfüllen.

Die Venture Capital Produkte der Bank Austria

Der Gründer- und Gründerinnenfonds unterstützt Unternehmensgründer durch Substanzbeteiligungen. Der Gründerfonds ist ein Fonds der Bank Austria in Zusammenarbeit mit der Jungen Wirtschaft, der Finanzierungsgarantie Gesellschaft m.b.H. und der Bürges Förderungsbank. Er ist Teil des Equity Partner Fund und mit 200 Mio. Schilling dotiert. Vom Fonds können alle profitieren, die ein Unternehmen mit Sitz in Österreich gründen oder übernehmen. Höhe und Art der Beteiligung werden individuell vereinbart. Die Laufzeit beträgt maximal zehn Jahre.

Die Bank Austria TFV High-Tech Unternehmensbeteiligung GmbH (BA-TFV) hat sich mit ihrem mit 320 Mio. Schilling dotierten High Tech Fonds auf technologieorientierte Unternehmen spezialisiert. Der Deal Flow, das sind alle Anfragen für Venture Finanzierungen, ist seit Gründung der BA-TFV im Jahr 1996, besonders aber im abgelaufenen Jahr, stark gestiegen. Aktuell setzt sich das Beteiligungsportfolio der BA-TFV aus 9 Investments zusammen, wobei die Schwerpunkte im Bereich Software/IT, Elektronik und Medizintechnik liegen. Jüngste Investments waren:

  • ProCeryon Biosciences GmbH, Salzburg, München, New York ein Unternehmen, das im Bereich der Bioinformatik tätig ist (November 1999),
  • UTOMI AG, München, Deutschland: Mit dem Produkt my-files ist UTOMI einer der führenden Application Service Provider für die Speicherung und Verwaltung von Dateien und Dokumenten im Internet. (Februar 2000)

Erfolgreicher Börsegang mit update.com

Mit einem Unternehmen aus dem Portfolio der BA-TFV konnte bereits ein äußerst erfolgreicher Börsegang realisiert werden. update.com, einer der führenden Anbieter industrieller Standardsoftware im Bereich Sales Force Automation, Database Marketing und Vertriebssteuerung, ist seit 11. April 2000 am Neuen Markt, der Frankfurter Wachstumsbörse, gelistet. Noch im Jahr 2000 stehen weitere Börsegänge an.

Rückfragen: Bank Austria Public Relations

Roman Jost, Tel. 711 91 DW 56150; E-Mail: roman.jost@bankaustria.com