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20.10.2000

Hoher Ölpreis: Gedämpfte Konjunktur und erhöhte Inflation in ganz Europa

  • Inflation steigt in Euroland wegen Öl um einen Prozentpunkt – Wachstum sinkt um 0,5 Prozentpunkte
  • Entspannung durch günstige Exportkonjunktur
  • Osteuropa: Wachstum um 0,75 % niedriger

"Der starke und vor allem dauerhafte Anstieg der Ölpreise verbunden mit dem schwachen Euro wirkt sich zunehmend auf die Wirtschaft aus", so die Ökonomen der Bank Austria. So bewirkt der heuer im Jahresdurchschnitt mit 30 USD um 75 % höhere Ölpreis, in Euro sogar um 90 % höhere Ölpreis, eine Inflationsratenerhöhung 2000 von rund 1 Prozentpunkt im Euroland. Gleichzeitig dämpft er das Wachstum heuer und nächstes Jahr zusammen real rund 1/2 Prozentpunkt. Allerdings wird dieser Effekt, so die Ökonomen der Bank Austria, derzeit durch die günstige Exportkonjunktur und geringere Importe entschärft, so dass das Wachstum heuer im Euroland trotzdem stattliche 3,5 % und nächstes Jahr knapp über 3 % betragen wird. Die Leistungsbilanz des Eurolandes wird heuer durch den Ölpreis verbunden mit dem schwachen Euro mit rund 50 Mrd. Euro belastet. Damit werden die Länder der Eurozone gemeinsam erstmals seit 1992 – deutsche Wiedervereinigung – wieder ein Defizit in der Leistungsbilanz ausweisen.

Starke Auswirkung auf die osteuropäischen Länder

Stärker noch als für das Euroland ist der negative Effekt der Ölpreise für die Länder Osteuropas, deren Abhängigkeit vom Öl noch deutlich höher ist. Die Volkswirte der Bank Austria rechnen für heuer und 2001 mit einem insgesamt um rund 0,75 Prozentpunkte niedrigeren Wachstum.

Erstmals seit 1996 steigende Inflationsraten in Osteuropa

Allerdings helfen auch hier der Exportboom und geringere Importe, dass das Wirtschafts-wachstum mit heuer 4 % und im Jahr 2001 mit 4 ¼ % stark bleibt. Die Inflationsrate in Osteuropa dürfte heuer aufgrund des Ölpreisanstieges rund 1 ½ Prozentpunkte höher liegen. Damit wurde die seit 1997 zu beobachtende Tendenz sinkender Inflationsraten in Osteuropa – zumindest kurzfristig – unterbrochen. Die Volkswirte der Bank Austria rechnen jedoch damit, dass die Zweitrundeneffekte 2001, so wie im Euroland, auch in Osteuropa gering bleiben. Die Inflation 2001 sollte damit im Vergleich zu heuer wieder niedriger liegen. Stark belastet vom hohen Ölpreis wird in Osteuropa auch die ohnehin in den meisten Ländern angespannte Leistungsbilanzsituation.

So dürfte der Leistungsbilanzsaldo heuer rund ein Prozentpunkt durch Öl belastete werden. Damit wird – so die Ökonomen der Bank Austria – trotz guter Exportkonjunktur in Osteuropa das Leistungsbilanzdefizit heuer ähnlich hoch wie 1999 liegen. Der negative Leistungsbilanzeffekt ist jedoch – je nach Abhängigkeit von Energieimporten – von Land zu Land sehr unterschiedlich. So liegt er in Polen etwa nur bei rund ½ Prozent des BIP, in Bulgarien jedoch bei fast 3 %. Die meisten Länder liegen bei 1 bis 1 ½ Prozent.

Ölpreis noch keine Gefahr für europäische Konjunktur – Ölpreis Ende 2001: 24 USD

"Insgesamt stellt der hohe Ölpreis derzeit noch keine Gefahr für die Konjunktur in Europa dar", so die Volkswirte der Bank Austria resümierend. Allerdings sind für diesen Optimismus einige Voraussetzungen zu erfüllen. So sollte der Ölpreis im Verlauf des nächsten Jahres auf rund 24 USD zurückgehen, der Euro sollte sich gegenüber dem USD leicht verstärken (Prognose 0,89 im Durchschnitt 2001) bzw. zumindest nicht unter den derzeitigen Wert gehen und die Löhne müssen sich an der Produktivität und der Kerninflation orientieren, nicht an der gesamten Inflationsrate. Dies wird besonders für die Länder Mittel/Osteuropas eine Herausforderung.

Rückfragen: Bank Austria Public Relations

Roman Jost, Tel. 711 91 DW 56150; E-Mail: roman.jost@bankaustria.com