24You

Das neue Internetbanking der Bank Austria.

OnlineBanking & BusinessNet

Das gewohnte Internetbanking für Privatkunden und Unternehmen

olbImgAlt Informieren Sie sich jetzt
MegaCard – gratis für alle zwischen 14 und 20 Jahren Informieren Sie sich jetzt ›
18.07.2000

Asset Management-News der Bank Austria:
US Aktienmarkt: Strategien für das 2. Halbjahr

Der amerikanische Aktienmarkt hat nach den Einschätzungen des Bank Austria-Asset Management-Teams nach dem schwierigen ersten Halbjahr offensichtlich wieder Tritt gefasst. "Nach der heftigen Korrektur im Frühjahr erweisen sich Technologieaktien in den USA wieder in Top-Form. Die Nasdaq hat seit ihrem Tief Ende Mai (3164 Punkte am 23. Mai) fast 40 % zugelegt. Im Moment dominieren die ausgezeichneten Quartalsergebnisse völlig das Geschehen", so die Bank Austria-Aktienexpertin Monika Rosen.

Yahoo war der erste große Tech-Wert, der berichtet hat, und mit einem Ergebnis über den Erwartungen ging ein Aufatmen durch die Reihen der Anleger. Diese und nächste Woche erreicht die Berichtsaison dann ihren Höhepunkt, und aus heutiger Sicht ist der Konsensus für das Gewinnwachstum im 2. Quartal mit knapp 20 % zu niedrig angesetzt. 23 % wie im 1. Quartal scheinen absolut erzielbar - beides bezogen auf den S&P 500 Index.

Das sollte aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass ein langsameres Wirtschaftswachstum, sollte es sich im 3. Quartal bestätigen, letztlich auch geringere Gewinnwachstumsraten zur Folge hat. Im Moment werden die Schätzungen für die 2. Jahreshälfte auf Unternehmensebene eher hinauf- als hinuntergesetzt, aber mittelfristig heißt geringeres Wachstum natürlich auch geringere Gewinne. Auf diese Entwicklung hat sich die Wall Street noch nicht so ganz eingestellt, insofern bleibt das eine Unwägbarkeit im 2. Halbjahr.

Vor diesem Hintergrund wollen wir nun zu einigen Sektoren im einzelnen Stellung nehmen.

Finanz

Bezüglich der Branchenstrategie für das 2. Halbjahr ist zu sagen, dass wir die Finanzwerte als jenen Sektor sehen, der mit am stärksten vom nachlassenden Zinsdruck profitieren sollte. Finanztitel haben im 1. Halbjahr schwierige Zeiten hinter sich: steigende Zinsen, Korrektur auf den Aktienmärkten, was sich negativ auf die Kapitalmarktdivisionen durchschlägt. Das sollte sich im 2. Halbjahr deutlich verbessern. Die geplante Übernahme von Paine Webber durch UBS sorgt für zusätzliche Phantasie.

Dieser Sektor gehört also zu unseren Hauptempfehlungen!

Pharma

Pharma konnte von den Tech-Turbulenzen gut profitieren, weist stabile Gewinnwachstumsraten auf. Das könnte in Zeiten einer nachlassenden Gewinndynamik möglicherweise wieder zu einem großen Vorteil werden. Die Branche hat aber bereits gut performt. Außerdem könnte ein demokratischer Präsident (Gore) stärkere Preiskontrollen bei Medikamenten befürworten, was dem Sektor schaden könnte. Zuletzt hat dieses Segment deutliche Einbußen hinnehmen müssen, wir würden beobachten und bei anhaltender Schwäche eventuell wieder kaufen.

Konsum

Hier macht sich der hohe Dollar negativ bemerkbar, außerdem haben viele dieser Werte "Einzelschicksale", es gibt immer wieder Gewinnwarnungen. Wir raten, diesen Sektor derzeit zu halten.

Zykliker

Nach langer Durststrecke im 2. Qu. haben die guten Quartalsergebnisse zuletzt für etwas Rückenwind gesorgt. Gerade Zykliker hatten unter dem anhaltenden Zinsdruck zu leiden; mit der Hoffnung, dieser könnte jetzt nachlassen, haben diese Aktien wieder etwas Oberwasser bekommen. Man muss aber im Auge behalten, dass eine Abkühlung der Konjunktur natürlich auch nicht gut für zyklische Papiere ist. Ausgebombt sind Autowerte (US-Automarkt zeigt Ermüdungserscheinungen, hoher Ölpreis drückt auf die Nachfrage nach benzinfressenden Modellen), Papier, Aluminium. Nur für geduldige Anleger!

Ölwerte stellen hier eine Ausnahme dar, sie haben vom hohen Ölpreis profitiert und sich seit Jahresbeginn gut gehalten. Bei Schwäche kaufen!

Biotechnologie

Der Sektor ist durch die Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes vermehrt in den Blickpunkt der Anleger getreten und hat nach äußerst volatilem Verlauf im 1. Halbjahr zuletzt wieder zulegen können. Die Genforschung gehört fraglos zu den großen Zukunftshoffnungen der Menschheit, die Bedeutung der Entdeckung kann sicher kaum hoch genug eingeschätzt werden. Für den Anleger stellt sich die Sachlage aber viel diffiziler dar: Mit Vorlaufzeiten von bis zu 10 Jahren und oft nur einem Produkt in der Pipeline gehören Biotech-Werte zu den spekulativsten Investments überhaupt. Außerdem sind oft Klagen anhängig, da man sich um Patentrechte streitet. Das wird angesichts der neuesten Entdeckungen kaum abnehmen. Vor diesem Hintergrund raten wir von einem Einzelengagement dringend ab und würden bei Biotechnologie nur in Fonds investieren

Technologie

Nach der heftigen Korrektur im März / April zeigt sich die Nasdaq zuletzt wieder in ihrer alten Form, bei einzelnen Werten / Sektoren ergibt sich aber ein durchaus heterogenes Bild. So gab es erste Warnungen, dass das Umfeld im Chip-Sektor langsam seinem Höhepunkt zustrebe und sich bis Jahresende verschlechtern soll. Bei Softwarefirmen, die auf große Server spezialisiert sind, gab es zuletzt Gewinnwarnungen. Über deutliches Aufholpotential gegenüber europäischen Unternehmen verfügen die amerikanischen Netzwerkausrüster. Stark zeigten sich auch die jüngsten Absatzzahlen bei PCs, wobei sich hier ein Trend zum "upgrading" bemerkbar macht.

Mit 33% ist die Technologie der am schwersten gewichtete Sektor im S&P 500, außerdem weist er Wachstumsraten auf, die weit über dem Durchschnitt liegen (40-50%). Andererseits hat sich die Nasdaq schon deutlich von ihrem Tief entfernt, man kann nicht mehr wirklich von einem antizyklischen Einstieg sprechen und darf die Möglichkeit eines neuerlichen Rückschlages nicht außer acht lassen.

Wir würden Blue Chips aus der Technologie bei Schwäche kaufen bzw. bereits bestehende Positionen halten.

Fazit

Für den Anleger: Amerika sollte immer ein zentraler Bestandteil des diversifizierten Aktienportfolios sein, man muss sich aber bewusst sein, dass insbesondere Technologieaktien schon deutlich von ihren Tiefständen entfernt sind. Sollte es im Zuge einer anhaltenden wirtschaftlichen Abkühlung wieder zu Kursschwäche kommen, würden wir das aber als Einstiegschance sehen. Charttechnisch ist der Ausbruch des Nasdaq Index über die Marke von 4.000 Punkten als sehr ermutigend zu sehen.

Rückfragen: Bank Austria Asset-Management

Monika Rosen, Tel. 33 147, 5403