18.04.2000

Bank Austria präsentiert aktuelle Baltikum-Studie

  • Baltikum fest in skandinavischen Händen
  • Österreich hat Nachholbedarf – Exporte nehmen jedoch rasant zu
     

Die EU führt seit dem Frühjahr 2000 offiziell mit allen drei baltischen Ländern, Estland, Lettland und Litauen, Verhandlungen über einen Beitritt zur Union. Damit rückt das Baltikum zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses. Die Bank Austria präsentierte eine neue Studie über die baltischen Staaten mit detaillierten Informationen über alle wichtigen wirtschaftlichen Aspekte dieses interessanten Marktes. Eindrucksvoll zeigt die Studie die enge Handelsverflechtung des Baltikums mit den skandinavischen Ländern und die starke Präsenz skandinavischer Investoren in der Region. Gerade das skandinavische Engagement im Baltikum hat den Weg für den erfolgreichen Transformationsprozess dieser Reformländer bereitet. Die Ernte kann nun eingefahren werden.

 

3,8 Mrd. USD an ausländischen Direktinvestitionen flossen bis Ende 1998 in das Baltikum. Der Hauptanteil mit ca. 1,8 Mrd. USD wurde in Estland investiert, gefolgt von Lettland (1,1 Mrd. USD) und Litauen (0,9 Mrd. USD). In absoluten Beträgen gemessen ist der Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen seit der Unabhängigkeit aufgrund der Kleinheit der Region zwar gering, in Relation zur Bevölkerung nimmt jedoch insbesondere Estland mit einem Pro-Kopf-Anteil von ca. 1.300 USD in einer Rangliste der mittelosteuropäischen Reformstaaten einen Spitzenplatz ein.

Als wichtige Investoren in die baltische Wirtschaft haben sich die skandinavische Länder profiliert. Schweden führt die Rangliste ausländischer Kapitalgeber in Estland mit 32% der ausländischen Direktinvestitionen vor Finnland mit 27% an. Auch in Litauen ist Schweden mit einem Anteil von 23% vor Finnland mit 17% das wichtigste Herkunftsland ausländischer Direktinvestitionen. In Lettland führt Dänemark mit einem Anteil von 16% die entsprechende Rangliste an.

Das Engagement skandinavischer Investoren im Baltikum zieht sich durch alle Wirtschaftszweige und ist unter anderem im Bankensektor sehr stark. In Estland befinden sich mit der Hansapank (Swedbank) und der Eesti Ühispank (Skandinaviska Enskilda Banken – SEB) die beiden größten Banken in schwedischen Händen. Fast 2/3 des gesamten Grundkapitals der lettischen Kommerzbanken stehen in ausländischem Eigentum. Bei 12 von den insgesamt 20 Banken in Lettland mit ausländischem Kapitalanteil beträgt die Beteiligung sogar über 50%.

Mit der Latvijas Unibanka befindet sich die - an den Aktiva gemessen - zweitgrößte Bank des Landes in Eigentum der SEB. In Litauen kontrolliert die SEB mit ihrer Beteiligung von 42% an der Vilniaus Bankas sogar den Marktführer. Während in Estland und Lettland die Privatisierung der Banken bereits abgeschlossen ist, stehen in Litauen mit der Lietuvos Taupomasis Bankas (Litauische Sparbank) und der Lietuvos Zemes Ukio Bankas (Agrarbank) noch zwei große Institute im staatlichen Besitz.

Österreich hat Nachholbedarf

Die Investitionen der österreichischen Wirtschaft im Baltikum sind dagegen verschwindend gering. Nur ca. 2% des Gesamtbestands (ca. 65 Mio. USD) wurden von österreichischen Kapitalgebern bis Ende 1998 im Baltikum investiert. Damit liegt Österreich in keinem der drei Länder unter den Top 10 der wichtigsten Investorenländer.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Außenhandel. Das Ausfuhrvolumen ins Baltikum betrug 1999 nur 0,2% der gesamten österreichischen Exporte. Allerdings hat sich der Handel Österreichs mit den baltischen Ländern in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt. Das Ausfuhrvolumen österreichischer Exporteure in das Baltikum stieg von 160 Mio. ATS im Jahr 1993 auf 1,5 Mrd. ATS 1999. Das entspricht einer Steigerung um über 900%. Zum Vergleich: Die gesamten österreichischen Exporte nahmen im selben Zeitraum um "nur" ca. 75% zu.

Mit der nun vorliegenden Studie "Investment Opportunities in the Baltics", soll diese dynamische Region der österreichischen Wirtschaft noch ein Stück näher gebracht werden.

Die Studie kann bei der Bank Austria kostenlos unter der Telefonnummer 711 91/56148 (Tonband) bestellt werden.

Rückfragen: Bank Austria, Public Relations

Margit Schmid-Weihs, Tel. 711 91/52371, margit.schmid-weihs@bankaustria.com