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11.05.2000

Nasdaq testet Tiefstand

  • Zinsangst und negative Unternehmensnachrichten
  • Tief vom 14. April wurde nicht unterschritten
  • Wenn Tief nicht weiter unterschritten wird, wäre das eine langfristige Unterstützung

Nach den herben Verlusten im April scheint auch im Mai dem US-Technologiemarkt weiter ein "rauhes Lüfterl" entgegenzuwehen: Mit den gestrigen Verlusten ist die Nasdaq wieder 33% unter ihrem Hoch vom 10. März, seit Wochenbeginn hat sie 11% verloren.

Zu den Gründen zählen einerseits Zinsängste, andererseits gab es eine Reihe von negativen Unternehmensmeldungen, die in diesem bereits belasteten Szenario für zusätzliche Unruhe sorgten. Zu den Zinsängsten ist lediglich zu sagen, dass immer mehr Marktteilnehmer einen Zinsschritt in Höhe von 50 Basispunkten am 16. Mai, dem Tag der Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank fürchten. Daher werden die bis dahin anstehenden Wirtschaftsdaten mit Argusaugen verfolgt: heute die Einzelhandelsumsätze, denn der starke private Konsum ist ja einer der Hauptmotoren für den Boom der US-Wirtschaft; morgen folgen dann Produzentenpreise und am 16. Mai die Konsumentenpreise.

Von der Unternehmensfront kam gestern aber auch wenig Unterstützung für Tech-Aktien: der US Broker Salomon Smith Barney senkte sein Rating für Motorola. Als Begründung wurden die aggressive Produktpolitik sowie die Abwanderung eines großen Kunden zum Konkurrenten Nortel genannt. Die Abstufung bescherte allein Motorola gestern 16% Kursverlust und belastete die Stimmung im Tech-Segment schwer. Auch die europäischen Mitbewerber gerieten unter Druck, so musste Nokia gestern 10% abgeben.

Intel meldete dann zu allem Überfluss noch ein Problem bei einem seiner Chips, der bei einer nicht näher bezeichneten Anzahl von Computern (die aber unter 1 Million liegen soll !!) zu einem Crash und möglicherweise zu Datenverlust führen könnte. Erinnerungen an das Jahr 1994 wurden wach als der damals neue Pentium Chip einen Rechenfehler hatte, der Intel damals hunderte Millionen Dollar kostete. Ersten Schätzungen zufolge könnte das aktuelle Problem das laufende Quartal mit ca. 2 Cents je Aktie belasten, der Imageschaden ist aber sicher weit höher.

Auch die anderen großen Blue Chips der Nasdaq konnten keine Unterstützung liefern: Microsoft bringt sich gerade in Stellung, um eine Zerschlagung des Konzerns zu verhindern, und Cisco wurde in der dieswöchigen Ausgabe von Barron’s wegen seiner hohen Bewertung angegriffen.

Aber bei all diesen negativen Meldungen gibt es auch Lichtblicke: Mit seinem Schlussstand von 3.384 blieb der Nasdaq-Index gestern über dem Tief vom 14. April, das bei 3.321 lag.

Das bedeutet: Das Tief vom 14. April wurde gestern angetestet, aber nicht unterschritten, was den Markt technisch unterstützen sollte. Außerdem darf man nicht vergessen, dass wir auf 12 Monate gesehen im Nasdaq immerhin mit 30% im Plus sind – und das ist wirklich keine schlechte Performance. Und der Frühling bzw. Sommer sind traditionell keine gute Saison für Tech-Aktien, deren beste Performance meist im 4. Quartal (vor Weihnachten) und dann über den Winter erfolgt.

Fazit: Wenn das Tief vom 14. April nicht weiter unterschritten wird, also hält, könnte sich trotz sicher anhaltender Volatilität langfristig hier ein Boden bilden, der die Basis für weitere Anstiege in der 2. Jahreshälfte bereitet. Wir würden auf diesem Niveau nicht mehr verkaufen, langfristig orientierte Anleger könnten bei absoluten Blue Chips an einen Positionsaufbau denken.

Rückfragen: Bank Austria Asset Management

Monika Rosen, Tel. 33 147 DW 5403