20.09.2000

CEE trend index 2010: EU-Osterweiterung: Großer Enthusiasmus bei den Top-Managern in CEE

  • Boom in der Region Mittel- und Osteuropa erwartet
  • CEE-Wirtschaftskapitäne setzen große Hoffnungen an das Internet
  • Größte Erwartungshaltung in Rumänien, geringste in Slowenien

Die Führungskräfte aus dem mittel- und osteuropäischen Raum zeigen sich enthusiastisch bezüglich der EU-Osterweiterung. So gehen 83% der befragten Top-Manager davon aus, dass die Erweiterung vorteilhafte Auswirkungen auf das eigene Land haben werden. 72% glauben, dass auch die derzeitigen Mitgliedstaaten der EU davon profitieren werden. Nur 10% befürchten negative Konsequenzen. Das ergab eine im Juli durchgeführte Umfrage der Bank Austria Creditanstalt Konzernmarktforschung unter den Top500 Unternehmen Mittel- und Osteuropas, die im Rahmen des Bank Austria Europaforums präsentiert wurde. Insgesamt wurden 530 Führungskräfte in Kroatien, Polen, Rumänien, Slowenien, der Slowakei, der Tschechischen Republik und in Ungarn zum Thema CEE im Jahr 2010 befragt.

EU-Osterweiterung bis 2010 abgeschlossen

Mit großer Deutlichkeit zeigt der "Bank Austria CEE trend index" auch die grundsätzliche Zuversicht der Wirtschaftskapitäne, daß bis 2010 die EU-Osterweiterung abgeschlossen sein wird. 34% aller Befragten sehen dieses Datum als sehr, 43% als ziemlich wahrscheinlich. Nur 6% der Top-Manager glauben nicht an einen Abschluß bis 2010. Tschechen, Ungarn und Rumänen erwiesen sich hierbei als besondere Optimisten, Slowenen und Kroaten zeigten sich hingegen generell von der pessimistischeren Seite. Einigkeit herrscht jedenfalls darüber, dass Ungarn, die Tschechische Republik und Polen in den nächsten 10 Jahren den Sprung in die EU schaffen werden.

Große Erwartungen in die Region

Die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des mittel- und osteuropäischen Raumes sind hoch gesteckt: Knapp 70% der Manager glauben, dass sich Mittel- und Osteuropa zu einer der prosperierendsten Regionen der Welt entwickeln wird. Nur 11% bezweifeln einen "Boom". "Diese Resultate unterstreichen unsere Erwartungen in die Region und machen deutlich, dass auch die Meinungsbildner in der Wirtschaft das neue Europa befürworten", so Alarich Fenyves, stv. Vorstandsvorsitzender der BA/CA-International.

Insgesamt rechnen 78% der Befragten, dass die Wirtschaft ihres Landes im internationalen Vergleich einen größere Rolle spielen wird, als sie es jetzt tut. Als Voraussetzung dafür sehen 17% der Führungskräfte die Verbesserung der Ausbildung. Für weitere 17% sind höhere Anstrengungen im Bezug der Produktvitätsseffizienz erforderlich. Als ein dritter wichtiger Faktor wird ist eine sichere Rechtsordnung genannt.

Parallel zur optimistischen Sicht der Wirtschaftsentwicklung, erwarten rund 70% der Manager eine weitere Liberalisierung der politischen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. Nur 15% befürchten Restriktionen. Die "Pessimisten" waren vor allem in Polen und der Tschechischen Republik zu finden.

Aufschwung des Euro erwartet

Eine eher positive Stimmung ergab auch die Frage nach der zukünftigen Entwicklung des Euro. In den Top-Ebenen der größten CEE-Unternehmen sind 40% der Ansicht, dass der Euro im Vergleich zum US-Dollar an Wert gewinnen wird. 22% der Befragten glauben das Gegenteil und 38% sagen keine wesentliche Veränderung voraus.

Diese positive Erwartungshaltung gegenüber dem EURO spiegelt sich auch tendentiell in den Antworten auf die Frage, ob der EURO als Zahlungsmittel eingeführt werden soll, wider: Rund ein Drittel spricht sich für eine sofortige Einführung aus, weitere 60% sind dafür, wenn auch zu einem späteren Zeitpunkt. Nur 8% sind dezidiert dagegen. Die EURO-Optimisten finden sich in der Tschechischen Republik und der Slowakei, wo sogar 41% der Befragten für eine sofortige Einführung nach dem Beitritt zur EU plädieren. Mehr als 2/3 der Slowenen sind eher skeptisch, während rumänische Manager sogar zu 25% die Einführung überhaupt ablehnen.

Internet-Boom auch in Mittel- und Osteuropa

Eine zentrale Rolle in der Untersuchung spielte auch die Einschätzung zentral- und osteuropäischer Manager betreffend die Entwicklung des Internet. 90% der Führungskräfte erwartet ein starkes Wachstum in diesem Bereich. In Verbindung damit steht sicherlich auch die Einschätzung, dass 65% der Befragten einen hohen Nachholbedarf bezüglich Internet in den mittel- und osteuropäischen Ländern orten. Knapp die Hälfte ist allerdings der Meinung, diese Kluft bis 2010 schließen zu können.

Auch der Bankensektor wird nach Ansicht der befragten Führungskräfte von den neuen Technologien nicht unberührt bleiben: Nach Meinung der Top Manager wird dem Internet in diesem Bereich eine bedeutende Rolle zukommen. So sollen überhaupt etwa 2/3 der Finanzdienstleistungen über alternative Distributionskanäle vertrieben werden. Vorstand Alarich Fenyves dazu: "Diese Resultate decken sich auch mit unserer Einschätzung und bestätigen unsere zukünftige strategische Ausrichtung."

Die Bank Austria, die im Ausland mit dem Markennamen Bank Austria Creditanstalt auftritt, wird in der Region Mittel- und Osteuropa in Zukunft stärker auf alternative Distributionskanäle setzen. Internet, Telephone-Banking, der mobile Vertrieb und Kooperationen werden neben der Filiale die wesentlichen Säulen in der Strategie sein.

Enthusiasmusindex klar im grünen Bereich

Das Herzstück des Bank Austria trend index ist der sogenannte "Enthusiasmusindex", der auf einem Blick zeigen soll, in welchen Ländern hohe Erwartungen und Optimismus vorherrschen, bzw. wo eher zurückhaltendere Ansichten dominieren.

Besonders erwartungsvoll erweisen sich Manager aus Rumänien, schon relativ deutlich dahinter die Führungskräfte Tschechiens, Ungarns und Polens. Eher vorsichtig optimistisch sind Kroaten, Slowaken und am Ende der Rangreihe Slowenen. Insgesamt ist aber zu betonen, dass bei den Top Managern eine positive Stimmung vorherrscht: In allen Märkten ist der Enthusiasmusindex klar im "grünen Bereich".

Rückfragen: Bank Austria Public Relations

Peter N. Thier, Tel. 711 91 DW 57126

E-Mail: peter.thier@bankaustria.com