10.02.2000

Der Euro hat Aufwertungspotential

  • Bank Austria sieht Aufwärtspotential von 10 % für den Euro bis Jahresende
  • Anzeichen für Erholung im Euroland festigen sich
  • Anhaltende US-Konjunktur stärkt den Dollar

Nach Ansicht der Bank Austria Volkswirtschaft wird sich im Laufe des Jahres 2000 die Position des Euro gegenüber dem Dollar verbessern. Die USA befinden sich am Ende eines Konjunkturzyklus, was mit wachsender Inflationsgefahr und steigenden Geldmarktzinsen verbunden ist. Die Bank Austria sieht daher auch bis zum Jahresende ein Aufwertungspotential für den Euro von rund 10 %, auch wenn in den nächsten Monaten der Dollar noch durch die anhaltende Dynamik der US-Konjunktur profitiert .

Das Euroland setzt derzeit seine im letzten Quartal 1999 begonnene spürbare Belebung der Konjunktur fort. Speziell in jenen Ländern, die bisher Wachstumsnachzügler waren (Deutschland, Italien) festigen sich die Anzeichen der Erholung. Dementsprechend wird es am Geldmarkt im Verlauf von 2000 zu einer weiteren Zinserhöhungen kommen, die durch die vorläufige Fortsetzung der Wirtschaftsdynamik in den USA noch zusätzlich beschleunigt werden könnte.

Am Rentenmarkt führte die starke Konjunktur bereits zu einer spürbaren Erhöhung der Zinsen sowohl in den USA als auch im Euroland. Auf beiden Märkten liegen die Zinsen heute um rund 1 ½ Prozentpunkte höher als noch vor einem Jahr. Die Bank Austria geht im weiteren Verlauf des Jahres davon aus, dass die Renditen sowohl in den USA als auch im Euroland noch weiter leicht steigen werden, allerdings wird dieser Anstieg moderat ausfallen.

Die Bank Austria erwartet, dass sich die Konjunktur in den USA bei einem Wachstum von 3,5% stabilisiert, die Inflation relativ niedrig bleibt und die Fed daher nur maßvoll die Zinsen erhöht. Es gibt allerdings eine steigende Wahrscheinlichkeit dafür, dass die US-Konjunktur kein "soft-landing" erlebt. Dies könnte einen deutlich stärkeren Anstieg der kurzen US-Zinsen und der langfristigen Zinsen sowohl in den USA als auch im Euroland bedeuten.

Bei einem solchen Szenario würde es dem Euro schwer fallen, sein Aufwertungspotential umzusetzen, denn die Konjunkturlage im Euroland würde es der EZB nicht erlauben, starke Zinserhöhungen in den USA mitzumachen, was sich negativ auf den Euro-US-Dollar-Kurs auswirken würde.

Rückfragen: Bank Austria, Öffentlichkeitsarbeit
Karl Mauk, Tel. 711 91 DW 51373