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14.01.2000

Bank Austria Asset Management zum Rücktritt von Bill Gates
Weiterhin hohes Vertrauen in Microsoft-Aktien erwartet
Möglicher Zusammenhang mit Gerichtsverfahren gegen Microsoft

"Bill hat sich gelangweilt" - so der lapidare Kommentar eines Analysten zum Rücktritt von Bill Gates als Vorstandsvorsitzenden von Microsoft. Mittlerweile überstürzen sich die Ereignisse beim weltgrößten Softwareproduzenten, und wenn das Unternehmen auch jeden Zusammenhang zwischen dem Rücktritt und den laufenden Entwicklungen im Gerichtsverfahren heftig bestreitet, "so drängt sich doch der Verdacht auf, dass hier strategische Weichen gestellt worden sind", meint Monika Rosen vom Asset Management der Bank Austria.

Diese Woche war in Zeitungsberichten davon die Rede, dass das US-Justizministerium im Rahmen der Einigung im Anti-Trust-Verfahren die freiwillige Aufspaltung von Microsoft verlangen würde. Dabei wären mehrere Varianten denkbar, z.B. eine Splittung in Betriebssysteme (Windows), Applikationen (Word etc) und Internet, wobei die letzte Division zwar aktuell nur etwa 10% vom Umsatz beisteuert, aber natürlich das langfristig attraktivste Asset darstellen würde. Befürworter des Plans verweisen darauf, dass Zerschlagungen von großen Konzernen in der Vergangenheit (AT&T in den 80er Jahren, Standard Oil Anfang des 20. Jhds) nicht zum Nachteil der Aktionäre waren - im Gegenteil. Microsoft selbst wehrte sich aber vehement gegen den Plan, den es als "radikal und drastisch" bezeichnete.

Steve Ballmer übernimmt Führung - Konkurrent Linux gewinnt Marktanteile
Vor diesem Hintergrund scheint es nur schwer vorstellbar, dass der Rücktritt von Bill Gates gar nichts mit den Entwicklungen im Gerichtsverfahren zu tun hat. Gates wird Vorsitzender des Aufsichtsrates und legt die operativen Geschicke des weltgrößten Unternehmens in die Hände von Steve Ballmer. Damit, so Beobachter, sei eigentlich nur der de-facto Zustand auch offiziell fixiert worden. Mit dem aus der Autostadt Detroit stammenden Ballmer übernimmt ein Mann das Ruder, der zupacken kann und der die nötige Schlagkraft für die kommenden Auseinandersetzungen mitbringt. "Und an Konfrontationen wird kein Mangel herrschen: der aufstrebende Rivale Linux gewinnt mit seiner Software zunehmend Marktanteile und in einer Internet-Welt, die nicht mehr allein von PCs dominiert wird, wird Microsoft auch nicht mehr so uneingeschränkt herrschen", so Monika Rosen.

Großes Vertrauen der Anleger in Microsoft-Aktie
Bleibt die Frage, was der Schritt für die Aktionäre heißt. Monika Rosen: "Es steht außer Diskussion, daß jedes andere Papier unter derart heftigen Umwälzungen stärker im Kurs gelitten hätte, als Microsoft das tatsächlich tat." Das bestätigt das hohe Vertrauen, das die Anleger dem Wert entgegenbringen, der mit einer Marktkapitalisierung von über 500 Mrd $ schwerster Titel an der New Yorker Börse und der Nasdaq ist. Auch in Zukunft wird das Papier fester Bestandteil von amerikanischen Portefeuilles sein, wenngleich betont werden muss, dass ein schwebendes Verfahren einen Aktienkurs immer belasten kann. Ob Gates zurückgetreten ist, um (trotz heftiger Dementis) der Aufspaltung den Weg zu ebnen, oder ob er es tat, um eben diese Aufspaltung zu verhindern, werden die nächsten Monate zeigen.

Rückfragen: Bank Austria Asset Management
Monika Rosen, Tel 33 147 DW 5403