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19.07.2000

Ungarn erlebt den stärksten Wirtschaftsboom seit der Öffnung

  • Bank Austria prognostiziert 5,5 % Wirtschaftswachstum für 2000 und 2001
  • Inflation bleibt mit 8,7 % weiter rückläufig
  • Budgetdefizit von 3 % fällt geringer als geplant aus

Mit einem Anstieg des BIP um real 6,6% im 1. Quartal 2000 ist die ungarische Wirtschaft erneut Wachstumsspitzenreiter in Mittel- und Osteuropa und hat Polen, das diesen Rang im Vorjahr eingenommen hat, wieder knapp überholt.

"Wir erwarten für 2000 und 2001 nunmehr sogar eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um real 5,5 %, das ist das stärkste Wirtschaftswachstum seit 25 Jahren", so Marianne Kager, Chefökonomin der Bank Austria.

Auslandsnachfrage boomt, Arbeitslosigkeit sinkt

Die lebhafte Auslandsnachfrage insbesondere aus den Ländern der Europäischen Union trägt weiterhin das Wachstum. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres stiegen die Güterexporte sogar um rund 35% (nominell, EUR-Basis) an. Das gute Exportergebnis wird das außenwirtschaftliche Ungleichgewicht mittelfristig in Grenzen halten. Die starke Auslandsnachfrage treibt die ungarische Industrie zu einem Rekordergebnis. Die reale Industrieproduktion stieg zwischen Jahresanfang und Mai um durchschnittlich über 20%.

Verbesserte Arbeitsmarktdaten sind die Folge der guten Konjunktur. Ungarn ist neben Slowenien das einzige Reformland Mittel- und Osteuropas in dem die Arbeitslosigkeit abnimmt. Nach 7,1% im Jahr 1999 wird die Arbeitslosenquote 2000 nach Einschätzung der Ökonomen der Bank Austria auf 6,5% im Jahresdurchschnitt sinken.

Gute Konjunktur hilft Budgetvollzug

Der Budgetvorschlag für 2000 sieht ein Defizit des konsolidierten Haushalts von 3,5% des BIP vor. Aufgrund des dynamischen Wirtschaftswachstums ist mit merkbar höheren Budgeteinnahmen zu rechnen. Das Budgetdefizit wird nach Ansicht der Ökonomen der Bank Austria heuer daher nur 3% des BIP betragen.

Für 2001 beabsichtigt die Regierung einen Fehlbetrag von 2,5 % bis 3% des BIP einzuhalten. Angesichts der Kostenprobleme im Sozialversicherungsbereich insbesondere bei der Krankenversicherung wird dies ein sehr schwieriges Unterfangen. Zudem geht von den 2002 anstehenden Parlamentswahlen eine Gefahr für die Einhaltung der Budgetdisziplin aus. Angesichts des Ziels so rasch wie möglich für einen Beitritt zur EU bereit zu sein, kann eine Weiterverfolgung der restriktiven Budgetpolitik erwartet werden, um das Minimalziel eines Haushaltsdefizits von 3% des BIP im Jahr 2001 zu erreichen.

Inflation weiter über Erwartungen

Nach 10% im Jahresdurchschnitt 1999 sinkt die Inflationsrate weiter. Sie wird 2000 mit 8,7% jedoch über den offiziellen Prognosen liegen. Das hohe Niveau der Rohölpreise und die Trockenheit der letzten Wochen - wodurch saisonale Preisrückgänge bei Obst und Gemüse aufgrund der schlechten Ernteergebnisse geringer als erwartet ausfallen werden - heizen die Inflation an. Nach dem 1. Halbjahr betrug die Teuerungsrate durchschnittlich 9,5%. Sie wird jedoch, bedingt durch die hohe Basis aus dem Vorjahr, im weiteren Jahresverlauf noch sinken.

Leistungsbilanz unter Kontrolle

Die günstige wirtschaftliche Lage in Ungarn wird auch durch die positive Entwicklung der externen Flanke unterstrichen. Das Leistungsbilanzdefizit ist nach den ersten fünf Monaten dieses Jahres mit 430 Mio. EUR nur halb so hoch wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dennoch wird der fast ungebrochen starke privaten Konsum im weiteren Jahresverlauf zu einer Beschleunigung des Importwachstums führen, was über die Handelsbilanz zu einem Leistungsbilanzdefizit führen wird, das wieder das Niveau von 1999 (4,3% des BIP) erreichen wird. Damit bleibt das Leistungsbilanzdefizit auf Transferbasis im akzeptablen Bereich. Auf Transaktionsbasis, d.h. inklusive Importe aus Sacheinlagen und reinvestierten Gewinnen ausländischer Unternehmen, wird das Leistungsbilanzdefizit jedoch ca. 1 bis 1,5 Prozentpunkte höher ausfallen und damit durchaus ein beachtenswertes Niveau erreichen.

Keine Gefahr einer Überhitzung

Die Gefahr einer Überhitzung der Wirtschaft und ein Ausufern der negativen außenwirtschaftlichen Salden wird von den Ökonomen der Bank Austria zur Zeit nicht gesehen.

Die ungarische Wirtschaft steuert einer sonnigen Zukunft entgegen.

Rückfragen: Bank Austria Public Relations

Margit Schmid-Weihs, Tel. 711 91, 52371, E-Mail: margit.schmid-weihs@bankaustria.com