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31.03.2000

Große Herausforderung für Russland

  • Reform der russischen Wirtschaft entscheidende Aufgabe für Putin
  • Wirtschaftswachstum 1999: 3 Prozent - Prognose 2000: 2 Prozent
  • Russland "profitiert" noch von der Krise 1998
  • Deutlich sinkende Inflationsrate prognostiziert

Eine der größten Herausforderungen für den neuen russischen Präsidenten Putin wird es sein, die Wirtschaft seines Landes zu reformieren. Wie die Volkswirte der Bank Austria in ihrer neuesten Analyse der russischen Wirtschaft zeigen, hat Russlands Wirtschaft trotz eines überraschend hohen Wirtschaftswachstums von rund 3 % 1999 mit großen Problemen zu kämpfen. Die derzeitig günstige wirtschaftliche Entwicklung könnte sich noch eine gewisse Zeit fortsetzen, sollte jedoch noch nicht als Wendepunkt gesehen werden. "Dafür sind noch sehr viele Maßnahmen - Privatisierung, umfangreiche Reformen im Rechts- und Steuersystem, funktionsfähiges Bankensystem und generell eine deutliche Steigerung der Produktivität - notwendig", so Stefan Bruckbauer, stellvertretender Leiter der Volkswirtschaft der Bank Austria.

Russische Produkte wurden forciert
1999 und auch noch 2000 profitierte Russland von den Folgen der Krise 1998. Der deutliche Verfall der Währung hat zu einer spürbaren Reduktion der für russische Bürger nun zu teuren Importe geführt. Diese wurden zu einem großen Teil durch heimische Produkte ersetzt, was wiederum einen Investitionsboom ausgelöst hat.


Einbruch bei realen Einkommen - trotzdem positives Wirtschaftswachstum
Parallel zu dem gemeinsamen Plattform-Projekt mit Debis baut die Bank Die russischen Unternehmen profitierten im letzten Jahr auch davon, dass sie ihre Verkaufspreise schneller als die Löhne an die hohe Inflation (1999: 90 %) anpassen konnten. Auch auf Staatsseite kam es daher zu einem stärkeren Einnahmen- als Ausgabenwachstum. Folge war allerdings, dass es zu einem Einbruch bei den realen Einkommen und in dessen Folge beim Konsum der Haushalte (1999: -10% real) kam. Im Verlauf des heurigen Jahres wird es jedoch auch bei den Löhnen zu einer Anpassung an die hohe Inflation des vergangenen Jahres kommen. Damit wird sich die Gewinnsituation und folglich auch die Investitionsnachfrage wieder verschlechtern. Stefan Bruckbauer: "Allerdings profitiert der private Konsum und so ist auch heuer mit einem positiven Wirtschaftswachstum von rund 2 % zu rechnen."


Deutlich sinkende Inflationsrate
Weiter rechnen die Ökonomen der Bank Austria für 2000 auch mit einer deutlichen Reduktion der Inflationsrate. Bruckbauer: "Wir gehen davon aus, dass die Inflationsrate von 90 % 1999 auf rund 25 % 2000 zurückgehen wird." Die Leistungsbilanz sollte erneut einen deutlichen Überschuss von rund 18 Mrd. USD bringen, allerdings wird das anhaltend geringe Vertrauen in den Rubel, der auch heuer wieder an Wert verlieren wird, zu einer Fortsetzung der Kapitalflucht bzw. der Hortung von Devisen in ungefähr diesem Ausmaß führen. So wird der hohe Leistungsbilanzüberschuss kaum zum Aufbau von Währungsreserven bzw. zur Bedienung der Auslandsschulden genützt werden können. Bei Russlands Auslandsschulden, die nach der Umschuldung im Londoner Club rund 160 Mrd. USD oder 84 % der Wirtschaftsleistung betragen, wird es daher auch weiterhin zu Umschuldungen kommen.


Differenzierte Einschätzung der Zukunftsaussichten
Die Bank Austria Ökonomen betonen bei ihrer günstigen Prognose jedoch, dass dafür eine sehr moderate Geld- und Budgetpolitik notwendig ist. Zudem erwarten die Bank Austria Volkswirte vorerst keine echten Wirtschaftsreformen und sind daher für die mittel- bis langfristige Entwicklung skeptisch. Trotzdem schwingt auch bei Bruckbauer Optimismus mit: "Sollte Russland tatsächlich beginnen, seine Wirtschaft zu reformieren, ist zwar kurzfristig mit einer schlechteren Entwicklung als derzeit prognostiziert zu rechnen. Allerdings wären dann die mittelfristigen Aussichten für dieses große Land vielversprechend."

Rußland - Ausgewählte Indikatoren

Prognose
1998 1999 2000 2001
Veränderung zum Vorjahr in %        
BIP (real) -4,6 3,2 2,0 2,0
Verbraucherpreise (Jahresdurchschnitt) 24,7 90,1 25,0 20,0
Arbeitslosenquote (Jahresdurchschnitt) 11,9 12,6 13,0 13,0
Budgetsaldo (in % des BIP) -5,0 -1,7 -2,6 -3,0
in Mio. USD
Güterexporte 1) 59.070 62.000 69.000 69.000
Güterimporte 1) 43.300 34.000 38.000 44.000
Leistungsbilanz 1) -2.324 20.000 18.000 12.000
Leistungsbilanzsaldo (in % des BIP) 1) -0,8 11,1 9,5 6,0
Bruttoauslandsverschuldung (Periodenende) 171.039 169.211 160.400 161.000
Bruttoauslandsverschuldung (in % des BIP) 62,2 93,8 84,3 80,7
         
Rubel/USD (Jahresdurchschnitt) 9,8 24,8 30,0 35,0
Rubel/EUR (Jahresdurchschnitt) 10,8 26,5 30,6 39,2
Bank Austria Volkswirtschaft
1) excl. GUS

     

Rückfragen: Bank Austria Public Relations
Lars D. Hofer, Tel. (01) 71191 DW 56102 
lars.hofer@bankaustria.com