24You

Das neue Internetbanking der Bank Austria.

OnlineBanking & BusinessNet

Das gewohnte Internetbanking für Privatkunden und Unternehmen

olbImgAlt Informieren Sie sich jetzt
MegaCard – gratis für alle zwischen 14 und 20 Jahren Informieren Sie sich jetzt ›
15.06.2011

Bank Austria Konjunkturindikator:
Österreich hält Wachstumskurs, doch Zenit bereits überschritten

  • Deutlicher Rückgang des Bank Austria Konjunkturindikators im Mai
  • Hochstimmung in Industrie lässt nach, Zuversicht der Konsumenten relativ stabil
  • Halbierung des Wirtschaftswachstums im 2. Quartal auf 0,5 Prozent zum Vorquartal erwartet – Gesamtjahresprognose 2011 weiter bei 3,1 Prozent
  • Konjunkturerholung sorgt für Rekordbeschäftigung in Österreich
  • Risiken drücken 2012 auf Dynamik – BIP-Prognose sinkt auf 1,8 Prozent

Die österreichische Wirtschaft hat die schwungvollste Phase der Erholung endgültig hinter sich gelassen. Nach dem starken Jahresbeginn 2011 hat sich die Wachstumsdynamik mittlerweile spürbar verlangsamt. "Der Bank Austria Konjunkturindikator ist im Mai auf 2,9 Punkte gesunken. Der im Vormonat begonnene Abwärtstrend setzt sich fort. Die heimische Wirtschaft hat den Konjunkturhöhepunkt im Frühling erreicht, über den Sommer ist ein deutlich geringeres Wirtschaftswachstum zu erwarten", sagt Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer.

"Der nochmalige Rückgang des Bank Austria Konjunkturindikators und die somit etwas gedämpfteren wirtschaftlichen Aussichten sind vor allem auf die mittlerweile weniger günstigen internationalen Rahmenbedingungen zurückzuführen", so Bruckbauer. Das mit den österreich-ischen Handelsanteilen gewichtete europäische Industrievertrauen sinkt bereits den zweiten Monat in Folge relativ deutlich. In beinahe allen Ländern Europas hat die Zuversicht über die weitere Geschäftsentwicklung abgenommen, nur Skandinavien hält dagegen. Zwar ist in den wichtigsten Absatzmärkten der österreichischen Industrie, insbesondere Deutschland, die Stimmung weiterhin sehr gut, die vor kurzem noch herrschende Euphorie hat sich aber gelegt. Die gestiegene Vorsicht in den Hauptmärkten hat sich nun auch auf Österreichs Industrie übertragen. Die Stimmung im heimischen exportorientierten Produktionssektor verzeichnete im Mai den stärksten Einbruch seit Winter 2009. Die nachlassende Dynamik im Neugeschäft und schwächer steigende Auftragsbestände drücken auf die Laune im Sektor. Allerdings ist der für das Industrievertrauen ausgewiesene Wert immer noch so hoch wie im vorigen Herbst, als die österreichische Industrie auf einem soliden Wachstumskurs unterwegs war. "Während die Hochstimmung in der österreichischen Industrie langsam zurückgeht, sind die Konsumenten noch recht zuversichtlich und weiterhin deutlich optimistischer als in den meisten anderen europäischen Ländern", analysiert Bruckbauer die aktuelle Situation.

"Nach dem kräftigen Anstieg des BIP zu Jahresbeginn 2011 wird das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal mit 0,5 Prozent zum Vorquartal nur noch halb so stark sein", so Bruckbauer weiter. Die Exporte, die zu Jahresbeginn noch für fast zwei Drittel der Wachstumsdynamik sorgten, haben seit März an Schwung eingebüßt. Der Aufwärtstrend der Binnennachfrage verläuft dagegen weiterhin stabil. Die verbesserten Arbeitsmarktdaten und die robuste Umsatzentwicklung im Einzelhandel zeigen eine Fortsetzung des soliden Wachstums des privaten Konsums an. Auch die Investitionen, die sich seit Mitte 2010 im Aufwind befinden, stützen weiter das Wachstum, da aufgrund der bereits über das Vorkrisenniveau gestiegenen Kapazitätsauslastung in der heimischen Industrie ein Investitionsnachholbedarf besteht. "Die Binnennachfrage ist nicht stark genug, um das exportgetriebene Erholungstempo vom Jahres-beginn halten zu können. Trotz der auch in der zweiten Jahreshälfte ruhigeren Konjunktur-entwicklung wird das Wirtschaftswachstum 2011 erheblich kräftiger ausfallen als im Vorjahr. Wir erwarten weiterhin einen BIP-Anstieg von 3,1 Prozent", sagt Bruckbauer.

Erstes Halbjahr 2011 um 1,8 Prozent mehr Beschäftigte
Die Konjunkturerholung ist am Arbeitsmarkt angekommen. Im ersten Halbjahr 2011 wird es durchschnittlich fast 60.000 Beschäftigte mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres geben. Das entspricht einem Plus von 1,8 Prozent. "Das hohe Tempo beim Jobaufbau in den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 kann konjunkturbedingt in der zweiten Jahreshälfte nicht ganz gehalten werden. Für das Gesamtjahr 2011 ist mit durchschnittlich über 3,4 Millionen Beschäftigten dennoch ein neuer Rekordstand in Sicht", so Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Auch die Anzahl der Arbeitslosen geht im laufenden Aufschwung kontinuierlich zurück, woran erwartungsgemäß auch die endgültige Öffnung des Arbeitsmarkts für Personen aus den osteuropäischen Beitrittsländern des Jahres 2004 nichts geändert hat. In den ersten sechs Monaten sank die Anzahl der Arbeitslosen um geschätzte 4,5 Prozent. Während die Beschäftigung das Vorkrisenniveau jetzt bereits wieder übersteigt, kann der während des Konjunktureinbruchs erfolgte Anstieg der Arbeitslosigkeit im Laufe des Jahres 2011 noch nicht kompensiert werden. Die Arbeitslosenquote wird im Jahresdurchschnitt 2011 zwar nach Einschätzung der Ökonomen der Bank Austria von 6,9 Prozent im Vorjahr auf 6,6 Prozent sinken, damit jedoch noch klar über den 5,9 Prozent des Jahres 2008 zu liegen kommen.

Ausgewogeneres Wachstum in Sicht – auch regional
"Wir sind optimistisch, dass sich der Aufschwung in Österreich als nachhaltig erweisen wird. Schließlich gewinnt die Erholung gerade an Breite und damit an Stabilität. Die Binnennachfrage trägt stärker zum Wachstum der heimischen Wirtschaft bei. Der Trend zu mehr Ausgewogenheit setzt sich fort und damit werden auch die Wachstumsunterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern im Jahr 2011 geringer als im Vorjahr ausfallen", so Pudschedl. Die starken Industriebundesländer sind aufgrund der kräftigen Exportunterstützung zu Jahresbeginn auch 2011 etwas im Vorteil, mit den besten Aussichten für strukturell breiter aufgestellte Länder, wie Oberösterreich und Vorarlberg. Der Wachstumsspitzenreiter des Vorjahres, die Steiermark, wird 2011 auch wieder zu den besonders dynamischen Bundesländern zählen, die nach Einschätzung der Ökonomen der Bank Austria einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um rund 3,5 Prozent erwarten können. Wien und das Burgenland werden mit knapp unter der 3-Prozent-Marke zwar 2011 die Wachstumsschlusslichter sein, jedoch gestützt auf die breitere Wachstumsbasis nur wenig hinter dem Österreichdurchschnitt liegen.

Die Erholung der heimischen Wirtschaft bleibt nach Ansicht der Ökonomen der Bank Austria in Schwung. Das Erholungstempo wird durch rohstoffpreisbedingt höhere Inflation, Schuldenabbau der Unternehmen und privaten Haushalte, geringere Risikobereitschaft der Wirtschaftsakteure sowie durch die Auswirkungen der Konsolidierung der öffentlichen Haushalte und eine kontinuierliche geldpolitische Verschärfung gedämpft. "Wenn auch die EZB im Juni noch keine weitere Zinserhöhung vorgenommen hat, für Juli rechnen wir mit einer Anhebung des Leit-zinssatzes um 25 Basispunkte auf 1,5 Prozent. Zum Jahresende wird der Refinanzierungssatz bereits bei zumindest 2 Prozent stehen. Das kostet die österreichische Wirtschaft Wachstum, nach unseren Berechnungen bis zu einem Viertelprozentpunkt gegenüber einem unveränderten Zinsniveau", so Bruckbauer. Die Wachstumsaussichten sind für 2012 mit einem BIP-Anstieg um 1,8 Prozent spürbar zurückhaltender als für das laufende Jahr.

Tabellen (PDF; 106 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel. +43 (0) 50505 - 41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at

 zurück zur Übersicht