08.08.2011

UniCredit Private Banking Ad hoc-Analyse:
S&P senkt Rating der USA – Märkte nervös, aber nicht panisch

Am Freitag reduzierte S&P zum ersten Mal seit der S&P-Gründung 1941 die Bonität der USA von AAA auf AA+. Am Wochenende signalisierten die Finanzminister und Notenbankchefs der G7-Länder "alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um Wachstum und Finanzmärkte zu sichern". Der nächste große planmäßige Datenpunkt auf dem Makrokalender wird die US-Notenbanksitzung morgen sein.

Die Reaktion an den Aktienmärkten heute früh ist nach den starken Rückgängen der letzten Wochen durchaus moderat – allerdings verzeichnet Gold weiter starke Zuwächse. Wie vom UniCredit Private Banking Research erwartet, fallen die Renditen auf US-Staatsanleihen, die Kurse steigen. Hintergrund: Es gibt wenig Alternativen zum US Staatsanleihenmarkt, und bei den aktuellen Turbulenzen flüchten die Anleger in Treasuries, die trotz Abstufung immer noch zu den sichersten Anlagen der Welt gehören! Zusätzlich schürt auch die zuletzt schwache US-Wirtschaft die Nachfrage nach Treasuries als sichere Anlageform. Außerdem weist S&P in seinem Statement darauf hin, dass die Rolle des Dollars als Welt-Reservewährung den USA einen Vorteil bei der Refinanzierung verschaffe, und dass auch die Fed ihre expansive Geldpolitik sicher noch länger beibehalten werde. Vor diesem Hintergrund kommt der morgigen Fed-Sitzung besondere Bedeutung zu. Der Markt hofft auf einen Hinweis auf die weitere Vorgangsweise, eventuell mehr quantitative Lockerung (QE 3 oder zumindest QE 2,5!).

Fazit Monika Rosen, Chefanalystin im UniCredit Private Banking: "Unserer Meinung nach werden die US Renditen in den nächsten Monaten mehr vom wirtschaftlichen Ausblick und genereller Risikoaversion beeinflusst werden, als von der Herabstufung durch S&P. Das Timing von S&P wurde von vielen kritisiert, da die Märkte in den letzten Wochen ohnedies schon verunsichert waren. Die Märkte stellen sich derzeit vielmehr die Frage, wie entschlossen die Politik in allen westlichen Ländern reagiert, um eine neue Rezession zu verhindern. Die Abstufung durch S&P hat die Turbulenzen hier sicher verstärkt und die Risikoaversion geschürt.  Wir bekräftigen unsere neutrale Haltung zu Aktien, verweisen aber auch auf die Tatsache, dass die Aktienmärkte zuletzt schon stark überverkauft waren, und eine zumindest technische Gegenbewegung jederzeit erfolgen kann."

Rückfragen:
Mag. Monika Rosen, Chefanalystin im UniCredit Private Banking
Tel.: +43 (0) 50505 – 40104
E-Mail: monika.rosen@unicreditgroup.at

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