05.08.2011

Märkte verunsichert, jedoch langfristig Beruhigung erwartet

An den internationalen Aktienmärkten geht die Rezessionsangst um. In den vergangenen Tagen haben die Kurse weltweit kräftig nachgegeben. Eine ganze Reihe von Indizes sind regelrecht in die Knie gegangen, die Flucht in die sicheren Häfen (Gold, Schweizer Franken, Staatsanleihen der Kenländer) hält an.

Zu den dahinter liegenden Gründen ist Folgendes zu sagen:
Die jüngste Verschlechterung der Unternehmensstimmung weltweit ist nicht primär Reflex der Schuldenkrise in den USA und Europa. Die treibende Kraft ist vielmehr die nachlassende konjunkturelle Dynamik. Auch ohne Schuldenkrise wäre es zu einer Abkühlung der Weltwirtschaft gekommen. Die Wachstumsschwäche in den USA resultiert aus einer Mischung von zyklischen und strukturellen Faktoren. Historische Konjunkturmuster legen mittlerweile eine Rezessionswahrscheinlichkeit von knapp 50 Prozent nahe. Sonderfaktoren sollten allerdings in den nächsten Quartalen eine Rezession verhindern helfen. Dazu zählen der nachlassende Ölpreis, das Ende der Belastungen infolge des Bebens in Japan (Autoindustrie) und die Tatsache, dass die jüngst beschlossenen Sparmaßnahmen erst ab 2013 greifen, also nach der nächsten Präsidentschaftswahl.

Fazit: An eine globale Rezession glauben wir also nicht, auch nicht in den USA trotz aller Abwärtsrisiken. Auch wenn die Schwellenländer ein bis zwei Konjunkturgänge zurückschalten: An dem strukturellen Nachholbedarf und dem langfristig positiven Ausblick ändert dies nichts. Nach sehr starken Steigerungsraten haben sich die Nahrungsmittelpreise zuletzt stabilisiert. Sind die Auswirkungen des Kaufkraftverlusts und der Zinserhöhungen erst einmal ausgestanden, gibt es wieder Licht am Ende des Tunnels.

Abschließend verweisen wir auf die Tatsache, dass wir am 3. August die Aktienquote in der Asset Allocation von "übergewichten" auf "neutral" gesenkt haben. Wir bekennen uns auch weiterhin langfristig zu risikoreichen Anlageklassen, namentlich Aktien, haben aber auf die zunehmende Risikoaversion der Anleger reagiert. Gleichzeitig möchten wir auch darauf hinweisen, dass wir den Erlös aus der Aktienrückstufung in Bargeld investiert haben. Damit wollen wir auch zum Ausdruck bringen, dass wir für eine mögliche Chance zum Wiedereinstieg gerüstet sein wollen.

Rückfragen:
Monika Rosen, Chefanalystin im UniCredit Private Banking
Tel. +43 (0) 50505 – 40104;
E-Mail: monika.rosen@unicreditgroup.at

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