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07.12.2011

Branchenbericht der Bank Austria Volkswirtschaft:
Transportwirtschaft kommt nur langsam in Bewegung

  • 2011 hat sich der Straßengütertransport gut erholt; im Jahresdurchschnitt erreicht Transportwirtschaft wieder die 18 Milliarden Euro-Grenze
  • Für 2012 ist mangels Wirtschaftsimpulsen mit einem schwierigen Transportjahr zu rechnen
  • Hohe Marktanteilsverluste im grenzüberschreitenden Gütertransport; von 2006 bis 2010 ist Transportleistung um durchschnittlich 11 Prozent im Jahr gesunken
  • Stark steigende Transportkosten dämpfen die Ertragsentwicklung
  • Logistikstandort Österreich beweist im internationalen Vergleich seine Wettbewerbsfähigkeit

Das Transportjahr 2011 verlief für Österreichs Straßengütertransporteure und Speditionen gut, gemessen an ihren Fuhrparkinvestitionen und der Aufstockung der Beschäftigten sogar sehr gut. Bis Oktober sind die Lkw-Neuzulassungen um 8 Prozent, die Zahl der Beschäftigten in der Transportwirtschaft um 2,4 Prozent gestiegen. Voraussichtlich wird das Minus der Transportleistung österreichischer Lkw von 1,4 Prozent 2010 mehr als ausgeglichen und der Branchenumsatz weiter steigen. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Branchenbericht der Bank Austria Ökonomen. "Im Jahresdurchschnitt 2011 sollte der Umsatz der Transportwirtschaft die 18 Milliarden Euro-Grenze wieder erreichen", so Günter Wolf, Ökonom der Bank Austria.

Ihr Vorkrisenniveau haben die Transporteure und Speditionen 2011 allerdings verfehlt und werden es voraussichtlich auch 2012 nicht erzielen. Wie Unternehmensbefragungen zeigen, hat die Nachfrage nach Transport- und Speditionsleistungen schon in den letzten Monaten an Dynamik verloren. 2012 kann bestenfalls mit einem schwachen Wachstum der Transportnachfrage gerechnet werden, da nennenswerte Impulse derzeit weder von der Industrie noch von der Bauwirtschaft oder vom Handel zu erwarten sind.

Hohe Marktanteilsverluste im grenzüberschreitenden Gütertransport
Österreichs Transportwirtschaft hat in den letzten Jahren vor allem im grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr Anteile an die internationale Konkurrenz verloren. Von 2006 bis 2010 ist das Transportaufkommen – die transportierte Menge an Gütern und Materialien – um durchschnittlich 8 Prozent im Jahr gesunken. Die Transportleistung ist im gleichen Zeitraum sogar um 11 Prozent pro Jahr gesunken. 2010 wurden mit österreichischen Lkw lediglich 32 Prozent der gesamten Transportleistung aus Österreich in Richtung EU erbracht. Der entsprechende Anteil im Import erreichte nur 28 Prozent. In Summe sind die Marktanteile im grenzüberschreitenden Straßengütertransport seit Mitte der 90er Jahre sogar massiv gesunken: im Export von 53 auf 32 Prozent und im Import von 48 auf 28 Prozent. Günter Wolf von der Bank Austria hierzu: "Auch wenn ein Teil der Marktanteilsverluste letztendlich österreichischen Unternehmen zugute kam, die ihre Lkw-Flotte ausgeflaggt haben oder den Inlandsmarkt über Auslandstöchter bedienen, ist die Entwicklung ein klares Signal für den kontinuierlich steigenden Konkurrenzdruck in der Transportwirtschaft."

Stark steigende Transportkosten dämpfen die Ertragsentwicklung
Der Vergleich der Kosten- mit der Preisentwicklung im Straßengütertransport zeigt, dass die Transportkostensteigerungen in den letzten drei Jahren nur zum Teil an die Kunden weitergegeben werden konnten. Während Güterbeförderungsleistungen im Straßenverkehr 2009 und 2010 um durchschnittlich 1 Prozent im Jahr billiger wurden, sind die Transportkosten um 1 Prozent gestiegen. Etwa ab Mitte 2010 sind die Preise bis Mitte 2011 wieder moderat um 1 Prozent gestiegen, die Transportkosten im selben Zeitraum aber um 7 Prozent. Maßgeblich für die hohen Kostensteigerungen war der hohe Dieselpreisanstieg. "Die angespannte Ertragslage vieler Transportunternehmen hat sich in den letzten zwei Jahren noch verschlechtert. Die Umsatzrentabilität von durchschnittlich 1,6 Prozent im Transportgewerbe lag selbst in den letzten, vergleichsweise erfolgreichen Wirtschaftsjahren nur wenig höher", analysiert Wolf die Situation. (Zum Vergleich liegt die Kennzahl in der Gesamtwirtschaft bei 4 Prozent laut KMU Forschung Austria.)

Trotz Verschlechterung ist Wettbewerbsfähigkeit des Logistikstandortes Österreich gegeben
Kurzfristig sind die zu erwartende Konjunkturverlangsamung und der anhaltende Konkurrenzdruck zwar eine erhebliche Belastung für die Transportwirtschaft. Auf längere Sicht sind jedoch die Bedingungen für ein zufriedenstellendes Wachstum der Branche in Österreich gegeben. Im Vergleich der Qualität des Logistikangebots von 38 Hochlohnländern bzw. 155 Ländern weltweit belegte Österreich 2010 Rang 19. Der von der Weltbank erstellte Index basiert auf Unternehmerbefragungen hinsichtlich der Qualität der Logistikumgebung in ihren wichtigsten Märkten. Die Ergebnisse des Index zeigen, dass ein liberales Handelsregime und eine gute Verkehrs- und Telekominfrastruktur genauso wichtig für einen gut funktionierenden Logistikstandort sind wie das Tempo, die Zuverlässigkeit und die Kosten für den Gütertransport. "Bemerkenswert ist die relativ gute Platzierung Österreichs im internationalen Vergleich der Logistikperformance vor allem deshalb, weil die Kosten für lokale Transportleistungen, für das Handling der Waren und für die Lagerhaltung weltweit zu den höchsten zählen", so Bank Austria Ökonom Wolf.

Rückfragen: Bank Austria Pressestelle Österreich
Julia Wegenstein, Tel. +43 (0) 50505 - 52854
E-Mail: julia.wegenstein@unicreditgroup.at

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