16.02.2011

Bank Austria präsentiert aktuelle Standortanalyse zur Steiermark:
Der steirische Panther schärft seine Klauen

  • Regionale Wirtschaftsleistung 2010 um zirka 2,6 Prozent gestiegen, damit ist die Grüne Mark Nummer eins in Österreich
  • Verbesserung der Krisenresistenz durch Forschungs- und Innovationsführerschaft, Fokussierung auf zukunftsweisende Wirtschaftssektoren
  • Überdurchschnittlicher Konjunktureinbruch noch nicht gänzlich verdaut, Rückfall im Bundesländerranking ins untere Mittelfeld
  • Bank Austria unterstützt als kompetenter Partner bei Förderprogrammen

Die Steiermark hat von allen österreichischen Bundesländern im Zuge der zurückliegenden globalen Wirtschaftskrise den stärksten konjunkturellen Einbruch erlebt. Nun beginnt sich die Grüne Mark nicht zuletzt dank eines Strukturwandels in der Industrie zu erholen und ihre Wirtschaft zeigt ein überdurchschnittliches Wachstum. Das ist das zentrale Ergebnis der aktuellen Standortanalyse Steiermark der Bank Austria, die heute von Bank Austria Vorstand Helmut Bernkopf, Landesdirektor Bernd Meister und Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer präsentiert wurde. Die Standortqualität der Steiermark wurde dabei einem umfassenden Leistungscheck unterzogen und eine Bewertung ihrer Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu den übrigen österreichischen Bundesländern vorgenommen.

"Die Steiermark hat stark unter der Krise gelitten, doch nun glänzt sie wieder durch neue Vitalität. Dank der guten strukturellen Basis und der starken Fokussierung auf Forschung und Bildung gibt die steirische Wirtschaft wieder ein kräftiges Lebenszeichen von sich", sagt Helmut Bernkopf, Bank Austria Vorstand für Corporate & Investment Banking, "Die Grüne Mark ist zwar im Bundesländervergleich vom oberen ins untere Mittelfeldes zurückgefallen, wir sind jedoch aufgrund der aktuellen Zahlen optimistisch." Aufgrund des starken BIP-Rückganges im Jahr 2009 und der über dem österreichischen Durchschnitt liegenden Arbeitslosenquote ist die Steiermark im Bank Austria Bundesländerranking vom vierten auf den sechsten Platz abgerutscht. Spitzenreiter sind Oberösterreich, Vorarlberg und Salzburg, gefolgt von Tirol, Niederösterreich und knapp dahinter der Steiermark. Die Schlusslichter bilden unverändert Burgenland und Kärnten.

Steiermark holt kräftig auf
Die Steiermark hat im Jahr 2009 aufgrund ihres hohen Industrie- und Exportanteils mit fast minus 5 Prozent den bundesweit stärksten Konjunktureinbruch verzeichnet. Im Leistungscheck zeigen sich jedoch nun wieder deutlich positive Impulse – vor allem die hohe Standortqualität und die gute strukturelle Aufstellung stechen dabei hervor. Die Lage am Arbeitsmarkt sowie das Wohlstandsniveau bewegen sich hingegen weiter im österreichischen Durchschnitt.

"Auch wenn sich die Gesamtnote der Steiermark seit unserer letzten Analyse im Jahr 2007 etwas verschlechtert hat, zeigen die jüngsten Daten, dass das Bundesland in der laufenden Konjunkturerholung eine überdurchschnittlich gute Figur macht. Die wirtschaftliche Basis ist grundsätzlich vorhanden und die Grüne Mark gewinnt durch die guten Ergebnisse in den Bereichen Standort-qualität und durch ihre günstige Struktur wieder an Boden. Der steirische Panther schärft seine Klauen und kämpft sich wieder nach oben zu den Top-Wirtschaftsregionen Österreichs", so Bernkopf.

Wachstum durch Nachfrageaufschwung und Innovation
Die Steiermark hat mit 47 Prozent der Wirtschaftsleistung eine der höchsten Exportquoten Österreichs und ist darüber hinaus mit einem Anteil von zirka 26 Prozent der regionalen Wertschöpfung ein sehr wichtiger Industriestandort. "Die starke Exportorientierung verbunden mit einer hohen industriellen Ausrichtung waren während der Krise ein großer Nachteil und Hauptgrund für die massive wirtschaftliche Betroffenheit des Bundeslandes. Beide Punkte sind nun jedoch auch für die überdurchschnittliche Erholung mitverantwortlich", stellt der Chefvolkswirt der Bank Austria Stefan Bruckbauer fest. Aufgrund des globalen Nachfrageaufschwungs hat sich die Sachgüterproduktion in der Steiermark im Jahr 2010 ungefähr um 16 Prozent erhöht. Dieser Wert liegt damit um mehr als das Doppelte über dem Österreichdurchschnitt. "Mit einem Plus von voraussichtlich 2,6 Prozent der Wirtschaftsleistung 2010 führt die Steiermark die Wachstumsspitze der Bundesländer an und liegt hier deutlich über dem österreichischen Durchschnittswert von 1,9 Prozent," so Bruckbauer weiter.

Zwar befindet sich das Wohlstandsniveau noch im unteren Mittelfeld, langfristig ist aber zusammen mit einer positiven Dynamik am steirischen Arbeitsmarkt auf beiden Gebieten ein fortschreitender Erholungsprozess im Gange. "Seit Beginn der Konjunkturerholung hat in der Steiermark ein besonders kräftiger Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt eingesetzt. Dies zeigt sich im deutlichen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 7 Prozent im Jahresdurchschnitt 2010. Die Erwerbsquote ist mit 69,5 Prozent allerdings noch ausbaufähig", meint Bruckbauer. "Von Seiten der Industrie sind mittelfristig kaum mehr zusätzliche Beschäftigungsimpulse zu erwarten, weswegen eine Schwerpunktsetzung auf andere Bereiche wie Bildung und Forschung auch aus diesem Gesichtspunkt heraus sinnvoll ist."

Um in Zukunft die konjunkturelle Abgängigkeit zu verringern und damit die Krisenresistenz zu verbessern, geht die Steiermark neue Wege und verbreitert ihr Repertoire. Unter dem Motto "Wachstum durch Innovation" setzt die Steiermark auf Kooperationen und Cluster-Initiativen in ihren wichtigsten Stärkefeldern wie unter anderem dem Kfz-Bereich, der Energie- und Umwelttechnik oder der Lebensmitteltechnologie. Die Steiermark konzentriert sich darüber hinaus auf den Bereich Forschung & Entwicklung und weist mit insgesamt 4,3 Prozent des BIP die österreichweit höchste F&E-Quote auf. Und auch der attraktive Bildungsbereich der Steiermark – Graz ist der zweitgrößte Universitätsstandort Österreichs – zählt zu den Pluspunkten, auf welche auch zukünftig gebaut wird. "Alle diese Maßnahmen und Schwerpunktsetzungen versprechen langfristig ein starkes Wachstumspotenzial und können eine höhere Attraktivität des Standortes Steiermark bewerkstelligen", so Stefan Bruckbauer.

Verbreiterung der Branchenstruktur, Positionierung als Zuwanderregion
Die Herausforderung für die steirische Wirtschaftspolitik wird es künftig sein, den bereits eingeschlagenen Kurs der Erneuerung weiter vorwärts zu bringen. "Die größten Zukunftschancen der Steiermark sehen wir in einer Verbreiterung der Branchenstruktur im sekundären Sektor sowie in der qualitativen Weiterentwicklung der Produktionssparten in innovativen Bereichen – wie zum Beispiel der erneuerbaren Energie", sagt Bank Austria Landesdirektor Bernd Meister. Ein echtes Problem könnte hingegen die derzeitig hohe Abwanderung und die damit langfristig verbundene, sinkende Anzahl von potenziell Erwerbstätigen werden. Ziel muss es daher sein, die Attraktivität des Standortes für Zuwanderer zu erhöhen und das Angebot für qualifizierte Arbeitskräfte zu verbessern. Andernfalls könnte der steirischen Wirtschaftsraum langfristig an Bedeutung verlieren.

"Standortbroschüre Steiermark" – Ratgeber für Förderstrukturen
Die Bank Austria möchte weiterhin einen Beitrag dazu leisten, dass das Umfeld für Wirtschaftsakteure in der Steiermark auch im jetzigen Wirtschaftsaufschwung noch günstiger wird. Transparente und effiziente Förderungen der öffentlichen Hand sind eine wichtige Ergänzung zur Abrundung der vorhandenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die neue Standortbroschüre enthält daher auch einen Überblick über die aktuelle steirische Förderlandschaft. Ungeachtet dessen, ob es sich um rein nationale Fördermaßnahmen oder jene mit Kofinanzierungen durch die EU handelt: "Für jedes steirische Unternehmen finden unsere Experten die maßgeschneiderte Fördervariante", so Meister.

Die vollständige Standortanalyse ist in allen Filialen der Bank Austria Steiermark erhältlich.

Rückfragen: Bank Austria Pressestelle Österreich
 Matthias Raftl, Tel. +43 (0) 50505 - 52809;
 E-Mail: matthias.raftl@unicreditgroup.at

 Julia Wegenstein, Tel. +43 (0) 50505 – 52854;
 E-Mail: julia.wegenstein@unicreditgroup.at

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