23.03.2011

Ergebnis für das Geschäftsjahr 2010:
Bank Austria: Nettogewinn von 747 Millionen Euro trotz nicht-operativer Abzüge in Höhe von 456 Millionen Euro

  • Operatives Ergebnis nach Kreditrisikoaufwand um 18 Prozent auf 1,6 Milliarden verbessert
    • Nachhaltige Erträge aus dem kommerziellen Kundengeschäft gegenüber Vorjahr deutlich gesteigert: Nettozinsertrag und Provisionsüberschuss mit 6 Prozent im Plus
    • Risikovorsorgen in Österreich und CEE um insgesamt 19 Prozent auf 1,8 Milliarden reduziert
  • Sowohl Österreichgeschäft als auch CEE-Division schreiben Gewinn
  • Nicht-operative Abzüge belasten das Ergebnis mit 456 Millionen Euro
    • Firmenwertabschreibung ATF Bank in Kasachstan in Höhe von 359 Millionen Euro dabei größter Einzelposten
  • Ergebnis vor Steuern sinkt aufgrund dieser Effekte um 14 Prozent, bereinigt um die Firmenwertabschreibung wäre es um 13 Prozent gestiegen
  • Konzernjahresüberschuss ohne Fremdanteile mit 747 Millionen Euro infolge der gestiegenen nicht-operativen Abzüge um 32 Prozent unter Vorjahr
  • Kapitalausstattung weiter verbessert: Gesamtkapitalquote steigt auf knapp über 12 Prozent, die Core Tier 1-Quote auf 10 Prozent
  • Auf Basis der hochwertigen Eigenkapital- und soliden Primärmittelausstattung startet Bank Austria neue Wachstumsinitiativen in Österreich und CEE

Bank Austria Vorstandsvorsitzender Willibald Cernko: "2010 war ein Jahr, das von zwei gegenläufigen Entwicklungen geprägt war: Einerseits der deutlichen Wiederbelebung des kommerziellen Kundengeschäfts und des erfreulichen weiteren Rückgangs der Risikovorsorgen sowohl in Österreich wie in Zentral- und Osteuropa, woraus sich im operativen Geschäft ein dickes Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr ergibt. Demgegenüber stehen höhere nicht-operative Abzugsposten, wie die Firmenwertabschreibung der ATF Bank Kasachstan, die das gute Ergebnis im kommerziellen Geschäft unter dem Strich belasten. Sieht man von diesen Einmaleffekten ab und konzentriert sich auf das Wesentliche, fällt die Bilanz positiv aus: Die nachhaltigen Ertragskomponenten konnten deutlich zulegen, das Kundengeschäft zeigt eine klare Aufwärtstendenz und die Bilanzstruktur konnte ebenso verbessert werden wie unsere Kapitalausstattung. So sind die Kundenkredite nahezu zu 100 Prozent durch Kundeneinlagen und verbriefte Verbindlichkeiten gedeckt. Unsere exzellente Eigenkapitalausstattung wiederum, die bezogen auf das 'harte' Eigenkapital, also ohne Zurechnung von Hybrid- oder Partizipationskapital, die beste aller heimischen Großbanken ist, erlaubt es uns, die heimische Wirtschaft auch weiterhin offensiv mit Krediten zu unterstützen. So ist das Kreditvolumen im abgelaufenen Jahr in der Gruppe auf ein Gesamtvolumen von 130 Milliarden Euro gewachsen und in Österreich ist die Bank Austria nach wie vor der größte Kreditgeber auf Einzelinstitutsebene. Nach den Jahren der Konsolidierung und der Krise stehen damit die Zeichen wieder ganz klar auf Wachstum und zwar in Österreich ebenso wie in Zentral- und Osteuropa."

Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
Bei der Interpretation der wirtschaftlichen Entwicklung im vergangenen Jahr gilt es Folgendes zu berücksichtigen: Dem Aufschwung im kommerziellen Geschäft mit einer damit einhergehenden deutlichen Steigerung der nachhaltigen Erträge sowie einem deutlich reduzierten Kreditrisikoaufwand stehen als Einmaleffekte der Verkauf der UniCredit CAIB und die Firmenwertabschreibung für Kasachstan gegenüber, die eine Verbesserung des Ergebnisses verhinderten und die Verbesserung im operativen Geschäft auf den ersten Blick nicht ersichtlich machen. Im Folgenden werden diese Effekte und ihre Auswirkungen bei den einzelnen GuV-Positionen herausgearbeitet. 

Der Zinsüberschuss sank 2010 gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent auf 4.701 Millionen Euro ab (2009: 4.877 Millionen Euro). Das Geschäftsfeld CEE, das immerhin zwei Drittel des Gesamtbankwertes beisteuert, konnte die Zinserträge um 9 Prozent deutlich steigern, während im österreichischen Kundengeschäft die Erträge um 23 Prozent geringer ausgewiesen werden. Dieser Rückgang ist jedoch nicht auf das operative Geschäft, sondern auf den Rückgang der im ersten Quartal 2009 außergewöhnlich hohen handelsinduzierten Zinserträge, die aufgrund der normalisierten Marktlage im vergangenen Jahr nicht wiederholt werden konnten, sowie auch auf den Verkauf der UniCredit CAIB zurückzuführen. Aus diesen Handelsaktivitäten der damaligen UniCredit CAIB resultiert im Vorjahresvergleich ein Rückgang von 364 Millionen Euro. Berücksichtigt man diesen Sondereffekt, zeigt sich, dass der Zinsüberschuss aus dem rein kommerziellen Geschäft um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden konnte.

Der Provisionsüberschuss konnte im vergangenen Jahr um 9 Prozent auf 1.990 Millionen Euro gesteigert werden (2009: 1.831 Millionen Euro), wofür die Belebung des provisionswirksamen Wertpapiergeschäfts den wichtigsten Grund darstellte, wiewohl dieses nach wie vor noch nicht wieder Vorkrisenniveau erreicht hat.

Das Handelsergebnis erreicht mit 326 Millionen Euro exakt den Vorjahreswert. Dahinter stehen allerdings stark gegenläufige Entwicklungen. Während das Handelsergebnis in CEE gegenüber dem außergewöhnlich hohen Vorjahresresultat gefallen ist, erzielte die Division Corporate & Investment Banking (CIB) trotz Umbau im Handel und Investmentbanking mit 35 Millionen Euro nach einem Verlust im Vorjahr wieder ein deutlich positives Handelsergebnis, was zeigt, dass die strategische Umorientierung zugunsten des kundeninduzierten Geschäfts richtig war.

Die Betriebserträge sind mit 7.208 Millionen Euro nahezu gleich hoch wie im Vorjahr geblieben (2009: 7.245 Millionen Euro). In der Detailanalyse ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Während die nachhaltigen, also aus dem kommerziellen Kundengeschäft generierten Erträge um 5,6 Prozent auf 6.226 Millionen Euro gesteigert werden konnten, sind die übrigen Erträge – insbesondere durch die zuvor erklärten deutlich geringeren Erträge im handelsinduzierten Zinsgeschäft – um 27 Prozent auf 982 Millionen Euro gesunken.

Die Betriebsaufwendungen beliefen sich im Berichtsjahr auf 3.766 Millionen Euro, was einer geringen Steigerung von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (2009: 3.615 Millionen Euro). Während der Personalaufwand mit 2 Prozent nur leicht anstieg, erhöhte sich der Sachaufwand gegenüber dem Vorjahr um 9,9 Prozent, was insbesondere auf den weiteren gezielten Ausbau des Vertriebsnetzes und auf die mit der IT-Modernisierung verbundenen Kosten in CEE zurückzuführen ist. Insgesamt erhöhte sich die Cost/Income-Ratio aufgrund der leicht rückläufigen Betriebserträge auf 52,3 Prozent.

Für das Betriebsergebnis weisen die unbereinigten Zahlen eine Abnahme von 5 Prozent auf 3.442 Millionen Euro aus, wohingegen sich bei Berücksichtigung der oben dargestellten Sondereffekte ein Zuwachs von 3 Prozent ergibt (2009: 3.630 Millionen Euro).

Der Kreditrisikoaufwand fiel 2010 mit 1.839 Millionen Euro um 428 Millionen Euro oder 19 Prozent erheblich niedriger aus als im Vergleichsjahr (2009: 2.267 Millionen Euro), wiewohl er nach wie vor deutlich über dem Vorkrisenniveau liegt. Die Reduktion der Risikokosten konnte erfreulicherweise sowohl im österreichischen Kundengeschäft wie in Zentral- und Osteuropa erzielt werden. In Österreich sank der Kreditrisikoaufwand im abgelaufenen Jahr um 30 Prozent auf 384 Millionen Euro (2009: 549 Millionen Euro), in CEE um 15 Prozent auf 1.454 Millionen Euro (2009: 1.718 Millionen Euro). Insgesamt gaben die Risikokosten (Kreditrisikoaufwand gemessen an den durchschnittlichen Kundenforderungen) von 178 Basispunkten (bp) auf 144 bp nach.

Das operative Ergebnis nach Berücksichtigung des Kreditrisikoaufwands, das als zentrale Kennzahl die Performance im operativen Geschäft darstellt, zeigt für 2010 eine deutliche Verbesserung um 17,5 Prozent auf 1.602 Millionen Euro (2009: 1.363 Millionen Euro), obwohl hier die deutlich gesunkenen Erträge im handelsinduzierten Zinsertrag im Jahresvergleich nicht herausgerechnet, sondern wie ausgewiesen ("as published") einbezogen wurden.

Das Finanzanlageergebnis fiel mit 62 Millionen Euro niedriger als in der Vergleichsperiode aus (2009: 113 Millionen Euro), was vor allem auf die sinkenden Beteiligungserträge zurückzuführen ist. So lief die Erfolgsbeteiligung der Bank Austria am laufenden Ergebnis der polnischen Tochterbank1 Ende 2009 vertragsgemäß aus. Diese hatte im Jahr 2009 noch 106 Millionen Euro zum Ergebnis beigetragen.

Unter den weiteren "nicht-operativen" Positionen zwischen Betriebsergebnis und Ergebnis vor Steuern fallen 2010 Bewertungskorrekturen stark ins Gewicht. Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte belaufen sich im Berichtsjahr auf 378 Millionen Euro (2009: 19 Millionen Euro). Der Großteil davon entfällt auf die Firmenwertabschreibung in Höhe von 359 Millionen Euro bei der ATF Bank, unserer Tochterbank in Kasachstan, wo die Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte zu einem Anpassungsbedarf führte.

Die deutliche Verbesserung des Ergebnisses aus dem kommerziellen Geschäft unter Berücksichtigung des Risikoaufwands wird durch die Firmenwertabschreibungen und sonstige nicht-operative Aufwendungen aufgezehrt, wodurch das Ergebnis vor Steuern von 1.146 Millionen Euro um 14 Prozent niedriger als im Vorjahr ausfällt (2009: 1.335 Millionen Euro). Die Detailanalyse zeigt, dass den im kommerziellen Geschäft erzielten Verbesserungen nicht-operative Sondereffekte von 456 Millionen Euro gegenüberstehen. Bereinigt um diese nicht-operativen Abzugsposten wäre das Ergebnis vor Steuern um 12,8 Prozent gestiegen statt um 14 Prozent gefallen.

Von dem ausgewiesenen Ergebnis vor Steuern waren im Berichtsjahr Ertragssteuern in der Höhe von 348 Millionen Euro abzuziehen, was einer Steigerung von 91 Prozent entspricht.

Von dem verbleibenden Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von 798 Millionen Euro entfielen auf Anteile ohne beherrschenden Einfluss (früher: Minderheitsanteile) unverändert 51 Millionen Euro. Der Jahresabschluss 2010 ergibt daher einen Gewinn (Anteil der Eigentümer der Bank Austria am Konzernjahresüberschuss ohne Fremdanteile) von 747 Millionen Euro, was einem Rückgang von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (2009: 1.102 Millionen Euro).

Aus diesem Ergebnis errechnen sich folgende Finanzkennzahlen:

  • Die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern beträgt 6,7 Prozent.
  • Die Eigenkapitalrentabilität nach Steuern beträgt 4,5 Prozent.
  • Die Cost/Income-Ratio stieg leicht auf 52,3 Prozent.
  • Die Risk/Earnings-Ratio (Kreditrisiko in Prozent des Zinsüberschusses) beläuft sich auf 39,1 Prozent. 
  • Die Gesamtkapitalquote (bezogen auf alle Risiken) erhöhte sich auf 12,13 Prozent (2009: 10,92 Prozent).
  • Die Tier 1 Quote (bezogen auf alle Risiken) verbesserte sich auf 10,35 Prozent (2009: 8,68 Prozent).
  • Die Kernkapitalquote Core Tier 1 (bezogen auf alle Risiken) verbesserte sich auf 10,04 Prozent (2009: 8,33 Prozent).
  • Der Gewinn je Aktie beträgt 3,30 Euro (2009: 5,45 Euro) bezogen auf die im Jahresdurchschnitt im Umlauf befindliche Aktienzahl von 226,3 Millionen Stück in 2010.

Die Divisionen im Detail
Die Bank Austria weist ihr Ergebnis in vier Divisionen aus: Privatkunden & Klein- und Mittelbetriebe, Private Banking, Corporate & Investment Banking (CIB) und die CEE Banking Division. Dazu kommt das Corporate Center.

Die vormalige Retail-Division wurde 2010 um die Kundengruppe Klein- und Mittelbetriebe bis zu einer Umsatzgrenze von 50 Mio. Euro erweitert2 und bietet seit dem 1. Juli 2010 unter dem neuen Divisionsnamen Privatkunden, Klein- und Mittelbetriebe eine klare Aufwertung der regionalen Betreuung für kommerzielle Kunden durch 60 statt bisher 22 Spezialfilialen für KMU. Das Geschäftsfeld Privatkunden, Klein- und Mittelbetriebe ist mit 20 Milliarden Euro Kreditvolumen und 22 Milliarden Euro Einlagen (per Ende 2010) sowie über 1 Milliarde an Erträgen eine wesentliche Stütze der Bank Austria.

Als Geschäftszweig mit großen Bestandsvolumina, der zudem ausschließlich reines Kundengeschäft betreibt, ist die Division ohne größere Rückschläge durch die Jahre der Finanzmarktkrise und Rezession gekommen. Das Geschäft mit Privatkunden, Klein- und Mittelbetrieben bekam aber als typischer "Spätzykler" 2010 noch konjunkturelle Nachwirkungen der schwierigen Vorjahre zu spüren. Im verhaltenen Verlauf des operativen Geschäfts machte sich bemerkbar, dass die Kunden bestrebt waren, sich zu entschulden, indem sie vor allem kurzfristige Kredite rückführten und dauerhafte Anschaffungen vermehrt aus dem laufenden Cashflow finanzierten. Das umso mehr, als von der Ersparnis im Niedrigzinsumfeld keine allzu hohen Renditen zu erwarten waren. Trotzdem bewältigte das Geschäftsfeld Privatkunden, Klein- und Mittelbetriebe das Übergangsjahr 2010 wesentlich besser, als rein vom zyklischen Ablauf zu erwarten gewesen wäre.

Der Provisionsüberschuss, der mit 38 Prozent ein wesentlicher Ertragspfeiler ist, konnte vor allem aufgrund der guten Entwicklung im ersten Halbjahr 2010 um 4 Prozent auf 404 Millionen Euro gesteigert werden. Der Zinsüberschuss verringerte sich hingegen aufgrund der rückläufigen Zinsmargen um 6 Prozent auf 647 Millionen Euro, obwohl das durchschnittliche Kreditvolumen um 5 Prozent höher war als im Vergleichsjahr. Trotz der moderaten Kostenentwicklung gab das Betriebsergebnis im abgelaufenen Jahr um 16 Prozent auf 253 Millionen Euro nach (2009: 300 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern fiel mit 47 Millionen Euro um 27 Prozent niedriger als im Vorjahr aus (2009: 65 Millionen Euro). Die Cost/Income-Ratio beläuft sich auf 75,9 Prozent (2009: 72,2 Prozent).

In der Division Private Banking – repräsentiert durch die beiden Marken Bank Austria Private Banking und Schoellerbank – betreuen an 25 Standorten in ganz Österreich rund 569 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Stiftungen sowie fast 34.000 vermögende Privatkunden mit einem Anlagepotenzial von mindestens 500.000 Euro. Die Division Private Banking ist mit einem Marktanteil von 19 Prozent Marktführer in Österreich und verwaltet insgesamt rund 17 Milliarden Euro Kundenvermögen. Die Anlagestrategie setzt auf die Priorität des Vermögenserhalts vor der kurzfristigen Performance und auf die Beherrschung der Risiken durch breite Diversifikation.

Nach Abschluss der Neuorganisation 2009 wurde die Division Private Banking 2010 in ihrer neuen Struktur zur dritten Säule des österreichischen Kundengeschäfts der Bank Austria. In ihrem "ersten" Jahr ist die Division Private Banking volumenmäßig gewachsen, das geplante Ergebnis wurde übertroffen und es ist eine sehr gute Wertentwicklung der Kundenportefeuilles zu verzeichnen. Ab 2011 wird die Schoellerbank als Private Banking Kompetenzzentrum für Kunden aus dem CEE-Raum etabliert, der auch für Österreich großes Wachstumspotenzial bietet.

2010 stand im Zeichen von Innovationen. So wurde 2010 die Vermögensverwaltung "Private Portfolio Premium" eingeführt, die Anlegern mehr Möglichkeiten zur individuellen Feinabstimmung bietet. Weiters wurde die Kampagne Vermögensmanagement "PREMIUM Aktion 3 Prozent Plus" gestartet, die Anlegern eine Bonifikation von bis zu 3 Prozent Zinsgutschrift garantiert, sollte die vereinbarte Zielperformance nicht erreicht werden. Zusätzlich dazu sichern die 2010 etablierten Portfolioqualitätsanalysten die laufende Qualitätsüberprüfung der Portfolios und deren Adjustierung an Umfeld und Strategie.

Der Provisionsüberschuss – die mit 68 Prozent der Betriebserträge wichtigste Ertragskomponente des Geschäfts – wuchs um 9 Prozent auf 95 Millionen Euro, während der Zinsüberschuss aufgrund der rückläufigen Zinsspannen mit 43 Millionen Euro deutlich niedriger als im Vorjahr ausfiel (2009: 55 Millionen Euro). Dennoch konnten die Betriebserträge um 3 Prozent auf 140 Millionen Euro gesteigert werden (2009: 136 Millionen Euro). Die Betriebsaufwendungen stiegen 2010 um 3 Prozent auf 101 Millionen Euro, wobei hier die Erstkonsolidierung der Kapitalanlagegesellschaft "Schoellerbank Invest" im Juni 2010 zu berücksichtigen ist. Das Ergebnis vor Steuern konnte mit 39 Millionen Euro um 1 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr gesteigert werden (2009: 38 Millionen Euro). Aufgrund der hohen Personalintensität, die aus der individuellen Kunde/Betreuer-Beziehung folgt, liegt die Cost/Income-Ratio bei 72,3 Prozent gegenüber 71,7 Prozent in 2009.

Die Total Financials Assets (das gesamte für Kunden verwaltete Vermögen) der Division Private Banking erhöhten sich um 4,4 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro. Davon verwaltet die Schoellerbank 7,1 Milliarden. Vom Gesamtvolumen der Division entfallen 32,3 Prozent auf Einlagen, 29,6 Prozent auf Assets under Management (Vermögensverwaltung und gemanagte Produkte) und 38 Prozent auf Assets under Custody (Depotgeschäft).

Corporate & Investment Banking (CIB): Die im vorigen Jahr begonnene Umstrukturierung des Firmenkundengeschäftes wurde im Jahr 2010 erfolgreich abgeschlossen und die CIB-Division noch stärker auf das reine Kundengeschäft ausgerichtet. Der Verkauf der UniCredit CAIB AG an die HypoVereinsbank wurde wie geplant per 1. Juni 2010 finalisiert. Das kundennahe Investmentbanking-Geschäft, die Funding-Aktivitäten der Bank Austria sowie das lokale Capital-Markets-Geschäft wurden davor aus der UniCredit CAIB AG in die Bank Austria reintegriert.

Einer der Schwerpunkte im Jahr 2010 war die sogenannte "GemeindeMilliarde". Die Bank Austria als Marktführer im öffentlichen Sektor stellte dabei den Kommunen Kapital zu vergünstigten Konditionen für Investitionen im Bereich Infrastruktur und Daseinsvorsorge zur Verfügung. Mit dem "AufschwungKredit" – am Alpbacher Finanzsymposium 2010 zur innovativsten Finanzdienstleistung des Jahres gekürt – wurde die Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Mittelstandes im anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld unterstützt.

Die Ertragslage blieb im kommerziellen Geschäft mit Betriebserträgen von 1.334 Millionen Euro insgesamt stabil. Der Rückgang zum Vorjahr um 228 Millionen Euro (2009: 1.562 Millionen Euro) ist durch den – bereits im allgemeinen GuV-Kapitel dargestellten – Sondereffekt des herausragend guten handelsinduzierten Zinsergebnisses Anfang 2009 zu erklären. Dieser Sondereffekt erklärt auch den Rückgang des Betriebsergebnisses um 21 Prozent auf 899 Millionen Euro (2009: 1.144 Millionen Euro). Obwohl der Kreditrisikoaufwand gegenüber dem Vorjahr fast um die Hälfte (um 137 Millionen Euro oder 45 Prozent) auf 169 Millionen Euro reduziert werden konnte, blieb das Ergebnis vor Steuern mit 706 Millionen Euro um 7,5 Prozent unter dem Vorjahr (2009: 764 Millionen Euro). Rechnet man den Sondereffekt heraus, wäre das Ergebnis vor Steuern im Vergleich zur Vorjahresperiode um 38 Prozent gestiegen. Die Cost/Income-Ratio erhöhte sich zwar leicht, beträgt aber dennoch nur 32,6 Prozent (2009: 26,7 Prozent).

Die CEE Banking Division hat im Vorjahr ihr Ergebnis vor Steuern um 16 Prozent auf 1.064 Millionen Euro (2009: 916 Millionen Euro) verbessert. Die Region Zentral- und Osteuropa hat damit einmal mehr ihre Bedeutung als Wachstumsträger und wichtigste Ergebnisstütze der Bank unter Beweis gestellt.

Besonders erfreulich haben sich in den zurückliegenden zwölf Monaten die "nachhaltigen Ertragskomponenten" entwickelt: So konnte sowohl der Zins- als auch der Provisionsüberschuss um 8 bzw. 12 Prozent auf 3.256 bzw. 1.185 Millionen Euro gesteigert werden. Ihnen steht ein rückläufiges Handelsergebnis gegenüber, sodass die Betriebserträge nur geringfügig um 1 Prozent auf 4.649 Millionen Euro ausgeweitet werden konnten. Bei Betriebsaufwendungen von 2.128 Millionen Euro (2009: 1.951 Millionen Euro) ergibt sich daraus ein Betriebsergebnis von 2.521 Millionen Euro 2010 nach 2.669 Millionen Euro im Jahr davor. Die Cost/Income-Ratio erhöhte sich leicht von 42,2 auf 45,8 Prozent.

Ingesamt hat das Geschäftsfeld CEE im Verlauf von 2010 eine deutliche Belebung der Volumina und der operativen Erträge verzeichnet. Der längerfristige Rückblick auf die letzten fünf Jahre lässt erkennen, dass die Betriebserträge schon wieder sehr nahe an den Höchststand von 2008 herangekommen sind. Die Kosten liegen hingegen trotz eines Anstiegs im Vorjahr um 9 Prozent weiter unter jenen in 2008.

Im Zuge der Verbesserung des wirtschaftlichen Umfeldes in CEE konnte der Kreditrisikoaufwand mit 1.454 Millionen Euro 2010 im Vergleich zum Jahr davor um 15 Prozent reduziert werden. Im Einklang mit dem regionalen Konjunkturbild war die Entlastung in der Türkei und in Russland am stärksten. Im Baltikum, in Kasachstan und in der Ukraine sank der Kreditrisikoaufwand um immerhin 18 Prozent, wiewohl auf die beiden letztgenannten Länder noch immer 40 Prozent des gesamten Kreditrisikoaufwands in CEE entfallen.

Die Bank Austria ist die Subholding der UniCredit für Zentral- und Osteuropa. In dieser Funktion steuert sie eines der führenden Bankennetzwerke in der Region mit rund 52.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie beinahe 3.000 Geschäftstellen in 18 Ländern.

"Obwohl die globale Krise weiter nachwirkt, verfestigt sich die wirtschaftliche Erholung in Zentral- und Osteuropa. Die Wachstumsraten werden dabei 2011 regional recht unterschiedlich ausfallen, wenngleich alle Länder, in denen die UniCredit präsent ist, heuer zum ersten Mal seit vier Jahren wieder Zuwächse verzeichnen können sollten. Darüber hinaus wird sich auch der Bankensektor weiter konsolidieren. Das Augenmerk unserer internationalen Bankengruppe gilt zwar weiterhin der Risikokontrolle und der Produktivität, zugleich betrachten wir aber die Zeit für gekommen, unser organisches Wachstum fortzusetzen und wieder zu investieren. Bis 2015 wollen wir rund 900 neue Filialen in ausgewählten Ländern wie der Türkei, Rumänien, Ungarn, Russland, Bulgarien und Serbien eröffnen", sagt Gianni Franco Papa, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bank Austria und Vorstand der CEE Banking Division. 

Die Bilanz
Die Bilanzsumme der Bank Austria belief sich zum 31. Dezember 2010 auf 193 Milliarden Euro und lag damit leicht unter Vorjahresniveau (31.12.2009: 194,5 Milliarden Euro). Damit wurde die wesentlichste Strukturänderung des Berichtsjahres – die Entkonsolidierung der UniCredit CAIB AG – durch die Expansion der übrigen Bilanzpositionen kompensiert. Ende 2009 stand die UniCredit CAIB AG noch aktivseitig mit 13,2 Milliarden Euro und passivseitig mit 10,5 Milliarden unter "zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppen" in der Bilanz. Bereinigt um diesen Effekt stieg die Bilanzsumme 2010 aktivseitig um 6,5 Prozent. 

Die Bilanzstruktur hat sich seit dem Jahresultimo des Vorjahres in mehrfacher Hinsicht deutlich verbessert: Das Kundengeschäft hat anteilig zugenommen, das Interbankgeschäft wurde im Einklang mit dem Branchentrend zurückgeführt, und die Eigenkapitalausstattung ist nicht zuletzt dank der Kapitalerhöhung in Höhe von 2 Milliarden Euro seitens der UniCredit im März 2010 gestiegen. Der Leverage (Fremdverschuldungshebel = Bilanzsumme minus immaterielle Vermögenswerte / Eigenkapital minus immaterielle Vermögenswerte) hat sich damit weiter von 18,2x auf 13,8x verringert.
 
Auf der Aktivseite stiegen die Kundenforderungen um 5,3 Prozent bzw. 6,5 Milliarden Euro auf 130,1 Milliarden Euro (31.12.2009: 123,6 Milliarden Euro). Die Forderungen an Kreditinstitute waren, wie schon in den Vorjahren, weiter rückläufig und sanken um 3,3 Milliarden Euro bzw. 14,4 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro (2009: 23,1 Milliarden Euro). Die Handelsaktiva stiegen um 4 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro (2009: 4,1 Milliarden Euro). Unter den übrigen Positionen nahmen die Geschäfts- und Firmenwerte um 190 Millionen Euro oder 5,5 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro ab.

Auf der Passivseite konnten die Kundeneinlagen um 3,3 Prozent oder 3,2 Milliarden Euro auf 100 Milliarden Euro (2009: 97 Milliarden Euro) gesteigert werden. Die verbrieften Verbindlichkeiten sanken leicht um 1,3 Milliarden Euro oder 4,4 Prozent auf 27,6 Milliarden Euro (2009: 28,8 Milliarden Euro). Das Interbankgeschäft blieb mit 33,1 Milliarden Euro fast unverändert (2009: 33,4 Milliarden Euro).

Die Primärmittel, also die Summe aus Kundeneinlagen und verbrieften Verbindlichkeiten, stiegen um 1,6 Prozent auf 127,8 Milliarden Euro (2009: 125,9 Milliarden Euro) und machen damit bereits zwei Drittel (66,2 Prozent) der Bilanzsumme aus. Damit waren die Kundenforderungen zu 98 Prozent durch das Primärmittelaufkommen gedeckt.

Das Eigenkapital betrug zum Jahresultimo 17,5 Milliarden Euro und lag damit um 3,1 Milliarden Euro bzw. 21,5 Prozent höher als zum Ultimo des Vorjahres (2009: 14,4 Milliarden Euro). Ende 2010 lag die Tier 1 Quote bezogen auf das Kreditrisiko bei 11,68 Prozent (2009: 9,76 Prozent). Die Tier 1 Quote bezogen auf alle Risiken verbesserte sich auf 10,35 Prozent (2009: 8,68 Prozent) und die Kernkapitalquote ohne Hybridkapital – Core Tier 1 stieg auf 10,04 Prozent (2009: 8,33 Prozent).

Der Personalstand der Bank Austria Gruppe inklusive der bei Tochtergesellschaften3 der UniCredit in Österreich beschäftigten MitarbeiterInnen beläuft sich zum 31. Dezember 2010 auf 62.524 MitarbeiterInnen (FTE; Stand 31.12.2009: 63.218 MitarbeiterInnen). Davon waren 10.908 Vollzeitarbeitskräfte (FTE) in Österreich und 51.616 FTE in den CEE-Ländern beschäftigt.

1   Beim Verkauf der polnischen Bank Austria Tochter Bank BPH an die UniCredit im November 2006 wurde festgelegt, dass die Bank Austria drei Jahre lang einen Anteil am laufenden Gewinn der kombinierten Bank BPH und Pekao Bank erhält.
2   In der Segmentberichterstattung des abgelaufenen Jahres wurde diese Umstrukturierung noch nicht berücksichtigt.
3   Administration Services (nunmehr UniCredit Business Partner), BTS (Banking Transaction Services), Pioneer Investments Austria, WAVE (nunmehr UGIS), UniCredit Leasing und UniCredit CAIB wurden konzernintern übertragen.

 Tabellen zur Presseausendung (PDF; 635 KB)

Rückfragen: Bank Austria Media Relations
Martin Halama, Tel. +43 (0)5 05 05 52371
E-Mail: martin.halama@unicreditgroup.at

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