17.02.2011

Bank Austria verleiht erstmals höchstdotierten Kunstpreis Österreichs

  • Der mit insgesamt 218.000 Euro dotierte Bank Austria Kunstpreis wurde heuer erstmals vergeben
  • Die hochkarätige Fachjury konnte die Preisträger aus nicht weniger als 328 Einreichungen auswählen
  • Die Preisträger in den vier Kategorien sind:
    o Kategorie „Regional“: das Frauenmuseum Hittisau (Vorarlberg),
    o Kategorie „International“: ein Musik-Projekt des Vereins exil.arte
    o Kategorie „Kunstvermittlung“: das musikpädagogische Projekt „Klangspuren Mobil“ der Klangspuren Schwaz ex aequo mit dem interdisziplinären Kunstprojekt „Ganymed Boarding“ der Gruppe „wenn es soweit ist“
    o Kategorie „Kulturjournalismus“: Frido Hütter, Ressortleiter Kultur der Kleinen Zeitung

„Die Bank Austria fördert seit vielen Jahren junge Künstlerinnen und Künstler in der Bildenden Kunst und in der Klassischen Musik. Ebenso wie bedeutende kulturelle Projekte und Institutionen, in deren Zentrum die Länder Zentral- und Osteuropas stehen. Das ist unser Beitrag zur nachhaltigen Kulturförderung und zu einem gemeinsamen Europa – als führende österreichische Bank und als Mitglied einer großen europäischen Bankengruppe”, sagt Bank Austria Vorstandsvorsitzender Willibald Cernko Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz anlässlich der erstmaligen Verleihung des Bank Austria Kunstpreises.

Cernko erläutert, welche Ziele die Bank Austria mit diesem höchstdotierten heimischen Kunstpreis verfolgt: „Zum einen wollen wir unser kulturelles Engagement noch aktiver gestalten. Zum anderen verstehen wir den Bank Austria Kunstpreis als deutliche Anerkennung und zugleich als kräftige Unterstützung des innovativen Potenzials der Kunst- und Kulturszene in Österreich.“
 
Der Bank Austria Kunstpreis wird in vier Kategorien verliehen. Ausgezeichnet werden:

  • die beste regionale Kulturinitiative (70.000 Euro Preisgeld)
  • das beste Projekt zur Internationalisierung des österreichischen Kunst- und Kulturschaffens (70.000 Euro Preisgeld)
  • das beste Projekt zur Kunstvermittlung an neue Zielgruppen (70.000 Euro Preisgeld)
  • herausragende Arbeit im Bereich Kulturjournalismus (8.000 Euro Preisgeld)

Der Bank Austria Kunstpreis ist eine von drei starken Säulen im Kultursponsoring-Programm der Bank Austria. Eine weitere Säule umfasst die Premium-Partnerschaften mit renommierten Kulturinstitutionen wie Bank Austria Kunstforum, Albertina, Theater in der Josefstadt oder Nestroy Theaterpreis. Die dritte Säule umfasst Projekte, die Kunst und soziales Engagement verbinden, etwa das Projekt „Brunnenpassage“ in Wien-Ottakring.

Die Einreichungen 2010

Für den Bank Austria Kunstpreis 2010 wurden insgesamt 328 Projekte aus ganz Österreich eingereicht. Davon erfüllten 248 alle Ausschreibungskriterien und wurden einer näheren Bewertung unterzogen. Diese erfolgte unter Berücksichtigung der Kriterien Innovation, Kreativität, Nachhaltigkeit und Vorliegen eines vollständigen Finanzplans. „Die hohe Zahl der Einreichungen im ersten Jahr bestätigt, dass der Preis von der heimischen Kunst- und Kulturszene mit großem Interesse aufgenommen wurde“, freut sich Willibald Cernko.

Der hochkarätig besetzten Jury gehören folgende Persönlichkeiten an: Thomas Angyan (Intendant der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien), Sabine Breitwieser (Chefkuratorin im Museum of Modern Art, New York), Ingried Brugger (Direktorin Bank Austria Kunstforum), Willibald Cernko (Vorstandsvorsitzender Bank Austria), Andrea Ecker (Sektionschefin im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur), Herbert Föttinger (Direktor Theater in der Josefstadt), Robert Hink (Generalsekretär Österreichischer Gemeindebund), Anton Kolarik (Ressortleiter Identity & Communications, Bank Austria) und Thomas Weninger (Generalsekretär Österreichischer Städtebund).
 
Die Preisträger 2010

Folgende Initiativen und Projekte werden im Rahmen einer feierlichen Gala im Theater in der Josefstadt mit dem Bank Austria Kunstpreis 2010 ausgezeichnet:

 Kategorie REGIONAL:
Dotiert mit 70.000 Euro

Frauenmuseum Hittisau, Vorarlberg
Als einziges Frauenmuseum im ländlichen Raum thematisiert das Frauenmuseum Hittisau die Alltagsgeschichte von Frauen, wobei die Einbindung der lokalen – weiblichen – Bevölkerung im Fokus der Arbeit des Museums steht.


 Kategorie INTERNATIONAL:
Dotiert mit 70.000 Euro

exil.arte
exil.arte – die österreichische Koordinationsstelle für vertriebene, verfemte und ermordete MusikerInnen und KomponistInnen – verfolgt das Ziel, die Vielfalt des kulturellen Erbes der Vertriebenen und Verfemten aufzuzeigen und mittels Konzerten, Symposien und wissenschaftlichen Publikationen zu fördern. exil.arte hat am 25. Juni 2009 das Doppelkonzert von Erwin Schulhoff für Flöte, Klavier und Kammerorchester unter dem Titel „Verstummte Stimmen – Geächtete Musik“ sehr erfolgreich im Saal der Philharmonie Brno zur Aufführung gebracht.


 Kategorie KUNSTVERMITTLUNG:
Dotiert mit 70.000 Euro (insgesamt, ex aequo für beide Preisträger)

Klangspuren Mobil, Tirol
Ein Kleinbus, vollgeladen mit Instrumenten eines Symphonieorchesters, fährt zu Schulen und Kindergärten. Begleitet wird er von zwei Musik- und Kunstpädagogen, die Kinder unterstützen: beim Entdecken, wie ein Musikinstrument funktioniert, wie ein Ton verändert werden kann, wie die Instrumente heißen. Dabei dürfen die Kinder alle Instrumente ausprobieren. Eine simple Idee mit hoher Wirkung, die auf einem anerkannten musikpädagogischen Konzept aufbaut.

Ganymed Boarding, Wien
GANYMED BOARDING eröffnet neue Sichtweisen auf Alte Meister des Kunsthistorischen Museums. Die Gruppe „wenn es soweit ist“ hat 16 zeitgenössische AutorInnen eingeladen, Texte über Meisterwerke der Gemäldegalerie zu schreiben. Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf inszenierten diese Texte mit 16 Schauspielerinnen und Schauspielern und bringen so „Alte Meister“ durch zeitgenössische KünstlerInnen zum Sprechen.


 Kategorie KULTURJOURNALISMUS:
Dotiert mit 8.000 Euro

Frido Hütter, Ressortleiter Kultur der Kleinen Zeitung
Der gelernte Lehrer, der seit 1974 in der Redaktion der Kleinen Zeitung arbeitet und vom Branchenblatt „Der österreichische Journalist“ zum vierten Mal in Folge zum Kulturjournalisten des Jahres gewählt wurde, folgt dem Credo: „Kulturjournalismus ist erstens, dass man ihn nicht verwechselt mit Kunstkritik, sondern kritische Berichterstattung. Und um ein Zitat von Marshall McLuhan zu bemühen: Kultur ist eine Reihe sinnlicher Vorlieben. Und denen professionell nachgehen zu dürfen, ist ein Vergnügen.“ Der Preisträger versteht es in herausragender Art und Weise, seinen Leserinnen und Lesern kluge Reflexionen zu wichtigen gesellschaftlichen, kulturellen und medialen Entwicklungen zu vermitteln.
 
Ausschreibung zum Bank Austria Kunstpreis 2011

„Gleichzeitig mit der Verleihung des Bank Austria Kunstpreises 2010 laden wir alle Kunst- und Kulturschaffenden ein, ihre Projekte für den Bank Austria Kunstpreis 2011 einzureichen“, so Cernko abschließend. Die Ausschreibungsunterlagen und weiterführende Informationen finden sich ab Mai unter http://kultur.bankaustria.at.


Rückfragen: Bank Austria Pressestelle Österreich
 Julia Wegenstein, Tel. +43 (0) 50505 - 52854
 E-Mail: julia.wegenstein@unicreditgroup.at