23.11.2011

Slowenin Meta Krese gewinnt Journalistenpreis "Writing for CEE 2011"

  • Reportage über Lebensbedingungen der Roma in Slowenien ausgezeichnet
  • Hans-Dietrich Genscher spricht über die Krise der EU

Die slowenische Journalistin und Fotografin Meta Krese ist die diesjährige Gewinnerin des europäischen Journalistenpreises "Writing for CEE 2011". Für ihre kritische Reportage über die Lebensumstände der Roma-Minderheit in ihrer Heimat erhielt die Slowenin am Dienstagabend in Wien den mit 5.000 Euro dotierten Preis, der von der Austria Presse Agentur und der Bank Austria heuer zum achten Mal vergeben wurde. Ehrengast der diesjährigen Preisverleihung in Wien war der langjährige deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der über die aktuellen Herausforderungen Europas und seine politischen Erfahrungen aus der Wiedervereinigung Europas sprach.

In der ausgezeichneten Reportage beleuchtet Meta Krese die schwierigen Lebensbedingungen der Roma-Minderheit in Slowenien. "Zu Besuch bei den Roma von Dolenjska" lautete der Titel der kritischen wie berührenden Reportage, die im März 2011 in der slowenischen Ausgabe von National Geographic gemeinsam mit Fotografien von Arne Hodalic veröffentlicht wurde.
Aus der Ich-Perspektive nimmt die 1955 in Ljubljana geborene Preisträgerin die Siedlung Dolenjska unter die Lupe. Roma-Familien leben hier ohne Strom und Wasser in armseligen Behausungen und weitgehend vergessen von der Welt, wie es scheint. Krese beleuchtet in ihrem Text die vielschichtige Diskriminierung der zwischen 7.000 und 12.000 Angehörige zählenden Minderheit in Slowenien, die größtenteils in segregierten Siedlungen lebt.

"Die Roma sind in unserer Gesellschaft sehr stigmatisiert und traurigerweise spiegelt sich dies auch in der Einstellung der Journalisten ihnen gegenüber wider", sagte die Preisträgerin bei der Veranstaltung. Die weit verbreiteten Stereotypen über die Minderheit würden daher auch in den Medien reflektiert, kritisierte Krese. Ihre Zweifel, ob durch die mediale Darstellung des Elends der Roma nicht ebenfalls Stereotypen bedient würden, seien beim Betreten der Siedlung verflogen, erzählte die diplomierte Agrarwissenschaftlerin und Kulturanthropologin. "So viel Elend nur wenige Kilometer von Städten entfernt, wo die große Mehrheit der Bevölkerung gepflegt und ordentlich lebt, ist schwer zu schlucken."

So hinterfrägt die Journalistin in ihrer Reportage auch die slowenische Gesetzgebung, die den illegalen Baracken Wasseranschlüsse verwehrt oder die Absenz von sozialen Hilfsorganisationen, deren Mitarbeiter die Minderheit nicht selten ebenfalls diskriminieren. Zwar gebe es auch bessere Roma-Siedlungen in Slowenien als jene in dem Text beschriebene, so die Preisträgerin, jedoch fügte sie hinzu: "Solange es nicht eine sehr, sehr große Veränderung der Situation gibt, kommt es mir richtig vor, dass wir so viel wie möglich darüber sprechen."

Meta Kresa ist als Journalistin und Fotografin für mehrere slowenische Zeitungen und Zeitschriften tätig. Für ihr journalistisches und fotografisches Werk erhielt die Slowenin bereits mehrfach Auszeichnungen. Der Journalistenpreis "Writing for CEE" soll über alle Landesgrenzen hinweg zur journalistischen Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen Europas und der europäischen Integration einladen.

Bisherige Preisträger waren der tschechische Journalist Lubos Palata (2004), die bulgarische Schriftstellerin Diana Ivanova (2005), der bosnische Journalist Sefik Dautbegovic (2006), der österreichische Schriftsteller Martin Leidenfrost (2007), die in Griechenland geborene und in Deutschland aufgewachsene Radiojournalistin Anna Koktsidou (2008), der österreichische Journalist Florian Klenk, sowie im Vorjahr die bosnische Autorin Azra Nuhefendic. Letztere erhielt den Award für ihre Reportage mit dem Titel "Der Zug" über eine Bahnfahrt von Belgrad nach Sarajevo nach Wiedereröffnung der seit dem Bosnien-Krieg unterbrochenen Zugsverbindung.

Mitglieder der in wechselnder Zusammensetzung tagenden Jury sind u.a. der tschechische Kommunikationswissenschaftler Milan Smid, der slowakische Publizist Michael Berko, die Kommunikationsberaterin Ildiko Füredi-Kolarik, die polnischen Journalisten Igor Janke und Pawel Bravo, der tschechische Ex-Präsidentenberater Jiri Pehe, die ungarische Radio-Journalistin Julia Varadi, die bulgarische Schriftstellerin Janina Dragostinova, der CEE-Pressesprecher der Bank Austria Tiemon Kiesenhofer, sowie als Jurysprecher APA-Außenpolitikchef Ambros Kindel.

Der Siegerbeitrag ist auch auf  www.apa.at/cee-award/ online abrufbar.

UniCredit
Die UniCredit ist eine führende europäische Bank mit starker Verankerung in 22 Ländern. Unser globales Netzwerk umfasst annähernd 50 Märkte mit über 9.500 Niederlassungen und mehr als 160.000 Mitarbeitern (per 30. Juni 2011).

In der Region CEE betreibt die UniCredit das größte internationale Bankennetz mit nahezu 3.900 Filialen. Die Gruppe ist in Österreich, Aserbeidschan, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, der Tschechischen Republik, Estland, Deutschland, Ungarn, Italien, Lettland, Litauen, Kasachstan, Kirgistan, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, der Slowakei, Slowenien, der Türkei und der Ukraine tätig.

Rückfragen: Bank Austria Pressestelle CEE
 Tiemon Kiesenhofer, Tel. +43 (0) 50505 - 56036
  E-Mail: tiemon.kiesenhofer@unicreditgroup.at

 zurück zur Übersicht