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11.01.2011

UniCredit Economics & FI/FX Research:
Türkei, Polen, die Tschechische Republik und Estland schaffen beeindruckende Wende nach der Krise

  • Das regionale BIP-Wachstum in CEE soll dieses Jahr 3,8 Prozent erreichen, nach plus 3,6 Prozent 2010
  • Eine stärkere Industrie und eine höhere Binnennachfrage unterstützen eine noch breitere Erholung
  • Risiken aus den peripheren EWU-Ländern sind bewältigbar
  • EU-Präsidentschaft Ungarns und Polens wird stärkeres Augenmerk auf Region lenken

Das regionale BIP Zentral- und Osteuropas wird 2011 mit plus 3,8 Prozent stärker als im Vorjahr wachsen, als das Plus bei 3,6 Prozent lag. Darüber hinaus wird jedes UniCredit-"Mitgliedsland" in der Region zum ersten Mal seit vier Jahren wieder Zuwächse aufweisen. Das sind einige der wichtigsten Resultate des aktuellen "CEE Quarterly", das von UniCredit Economics & FI/FX Research veröffentlicht wird. Das Basisszenario für die makroökonomische Entwicklung in CEE ist positiv: Die wichtigsten Exportmärkte der Region wie Deutschland, Frankreich und Italien werden sich demnach auch künftig gut entwickeln; die Zentralbanken sind weiterhin bereit, den Aufschwung zu unterstützen. Obwohl die Risiken aus der EWU-Peripherie zahlreich erscheinen, sollten sie doch beherrschbar sein. Für einige der schwächeren Volkswirtschaften ist über das Gesamtjahr betrachtet ebenfalls ein positives BIP-Wachstum in Sicht, obwohl die Stärke der Erholung noch unklar ist.

Im Großen und Ganzen sollte die Industrie auch in diesem Jahr eine wichtige Stütze für die Region bleiben, obwohl sich ihr Wachstumsbeitrag im Vergleich zu 2010 geringfügig verlangsamen wird. Die meisten Volkswirtschaften zeigten bereits im 3. Quartal des Vorjahres Zuwächse. Doch mit dem Beginn des neuen Jahres haben die Einkaufsmanagerindices den höchsten Stand seit 53 Monaten erreicht und lassen damit ein konjunkturell noch besseres 4. Quartal 2010 für CEE erwarten. "Insbesondere die neuen EU-Länder haben von der stärkeren Erholung in Deutschland sowie der gestiegenen Nachfrage in Asien profitiert. Den GUS-Staaten sollten die stabilen, wenn nicht sogar weiter steigenden Rohstoffpreise zugute kommen", sagt Gillian Edgeworth, Leiterin EEMEA Economics in der UniCredit, "Wir rechnen 2011 zusätzlich mit einer breiteren Erholung der Binnennachfrage, nicht nur in den stärkeren Volkswirtschaften, sondern überall in der Region." Die Arbeitslosigkeit hat zwar in den meisten Ländern ihren Höchststand erreicht, trotzdem hält die Erholung der Einzelhandelsabsätze, wenn auch nur mit Rückstand, langsam wieder mit den Zuwächsen in der Industrie¬produktion Schritt.

Obwohl die Analysten der UniCredit das Potenzial für negative Nachrichten aus CEE sehen, halten sie es nicht für ausreichend, um die Erholung in der Region aus der Bahn zu bringen. "Wir haben drei Kanäle für eine potenzielle Ansteckung identifiziert: Externe Nachfrage, Finanzflüsse und Verzögerungen bei der Erweiterung der EU bzw. Beitritt zum ERM II / EWU", so die Ökonomin, "Nichtsdestotrotz sind die meisten Volkswirtschaften in der Region gut vor den Entwicklungen in der EWU-Peripherie geschützt." So waren 2009 nur 3,3 Prozent der CEE-Exporte für die peripheren Volkswirtschaften bestimmt, während 15,1 Prozent der Exporte nach Deutschland gingen. Die Finanzflüsse nach CEE werden hingegen deutlich von Investitionen aus größeren Volkswirtschaften wie Deutschland, Österreich, Frankreich und anderen Ländern dominiert. Angesichts der Risiken, die sich insbesondere rund um Griechenland konzentrieren, scheint die EBRD entschlossen, kündigte sie doch im späten Oktober eine Kreditfazilität in der Höhe von 300 Millionen Euro für griechische Bankenniederlassungen in der Region an.

Die Budgetdefizite in der Region werden weiter konsolidiert, sie sind jedoch insgesamt höher als in anderen Emerging-Markets-Regionen und als vor der Krise. Ausgehend von einem durchschnittlichen Budgetdefizit von 7 Prozent des BIP im Jahr 2009, sollten die Budgetdefizite in CEE im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 5,4 Prozent liegen, bevor sie heuer auf voraussichtlich 4,7 Prozent des BIP sinken werden. Insgesamt wird die öffentliche Verschuldung 2011 weiter ansteigen, aber weitgehend auf dem Niveau anderer Emerging-Markets-Regionen, nämlich unter 40 Prozent des BIP, bleiben. Während die letzten Entwicklungen in Kroatien, Polen und Ungarn eine gewisse Besorgnis erregen, zeigt die Türkei eine überdurchschnittliche Leistung bei der Budgetdisziplin. In den ersten zehn Monaten 2010 betrug das Defizit die Hälfte des Werts der entsprechenden Vorjahresperiode. So wurden geplante Steuermaßnahmen verschoben, gleichzeitig stellen aber wahlkampfbedingte Mehrausgaben in der ersten Hälfte dieses Jahres ein gewisses Risiko dar. Die Bemühungen in Bulgarien, Estland, der Tschechischen Republik und der Slowakei, um die Defizite zu verringern, sind ebenfalls vorbildlich und beinhalten in der Tschechischen Republik sowie der Slowakei Kürzungen bei den Ausgaben für öffentliche Gehälter.

"Die Krise hat das ‚Geschäftsmodell’ von CEE in Frage gestellt. Die einzelnen Länder werden heute vielfach nicht mehr anhand ihrer Leistung beurteilt, sondern oft als Teil einer Gruppe gesehen", meint Gillian Edgeworth. "Die Region darf folglich den vormals scheinbar endlosen Kapitalzufluss zu niedrigen Zinssätzen nicht mehr als selbstverständlich ansehen. Zudem haben die Entwicklungen seit der Krise einige wichtige politische Anker in der Region entfernt, beispielsweise die Erweiterungsabsicht der EU und der Eurozone." Nach dem Beitritt Estlands zur EWU und Kroatiens Aufnahme in die EU halten die Analysten der UniCredit 2015 für den frühesten Zeitpunkt, zu dem weitere Länder in die Eurozone aufgenommen werden. Wenn Ungarn und Polen, die jeweils im Januar und im Juli die EU-Präsidentschaft übernehmen, die Politik in dieser schwierigen Zeit für die EU erfolgreich lenken, könnte sich die Zurückhaltung gegenüber einer weiteren Erweiterung entspannen.

UniCredit
UniCredit ist ein großes internationales Finanzinstitut mit starken Wurzeln in 22 Ländern Europas und einem internationalen Netzwerk in rund 50 Märkten, mit 9.600 Filialen und mehr als 161.000 Mitarbeitern per 30. September  2010.

In der Region Zentral- und Osteuropa betreibt UniCredit das größte internationale Bankennetzwerk mit knapp 3.900 Geschäftsstellen.

Derzeit ist die Gruppe in folgenden Ländern vertreten: Aserbaidschan, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Estland, Italien, Kasachstan, Kirgisistan, Kroatien, Lettland, Litauen, Österreich, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Türkei, Ukraine, Ungarn.
 

Rückfragen: International Media Relations
Tiemon Kiesenhofer, Tel.: +43 (0) 50505 – 56036
E-Mail: tiemon.kiesenhofer@unicreditgroup.at

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