02.07.2009

Bank Austria GeldAnlageBarometer:
Zuversicht hellt den Blick der Sparer in die Zukunft etwas auf

  • Skepsis gegenüber Wertpapieren zugenommen, klassische Sparformen liegen im Trend
  • Kapitalgarantie, Sicherheit des Unternehmens und geringes Risiko als wichtige Entscheidungskriterien
  • Monatlich werden 171 Euro oder 10,1 Prozent des Nettomonatseinkommens gespart

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Wert zwar leicht gesunken, dennoch glaubt mehr als die Hälfte der Österreicher, heute weniger als noch vor drei Jahren sparen zu können. Das geht aus dem aktuellen Bank Austria GeldAnlageBarometer hervor. Der GeldAnlageBarometer ist eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag der Bank Austria.

44 Prozent der Befragten sind der Meinung, derzeit mehr oder zumindest gleich viel als vor drei Jahren zu sparen. Im Vorjahr waren es 42 Prozent und im Jahr 2007, als Herr und Frau Österreicher eine positive Einstellung zur ihrer Einkommenssituation hatten, waren es 56 Prozent.

"Der im vorigen Jahr eingetrübte Blick der Sparer in ihre Anlagezukunft wird durch Zuversicht aufgehellt. Mehr als die Hälfte ist davon überzeugt, 2012 mehr oder gleich viel sparen zu können als heute", sagt Rainer Hauser, Bank Austria Vorstand für Privat- und Geschäftskunden. Konkret sind es 52 Prozent. Im Vorjahr waren es nur 43 Prozent. Dem zufolge ist die Zahl jener, die meinen, in drei Jahren weniger als heute sparen zu können, deutlich gesunken – von 46 Prozent im vorigen Jahr auf 36 Prozent bei der diesjährigen Befragung. Junge Menschen mit Matura oder höherer Ausbildung blicken optimistischer in die Anlagezukunft.

Image-Blessur für Wertpapiere
Drei Viertel der Befragten stimmen der Aussage zu, dass das Investment in Wertpapiere einem Glücksspiel gleichkommt. Nur zehn Prozent bewerten das aktuelle Umfeld als günstig für einen Einstieg. Im vergangenen Jahr waren es noch 17 Prozent. "Während manche Anleger die gesunkenen Börsenkurse für die Veranlagung nützen, nimmt die Skepsis gegenüber Wertpapieren im Durchschnitt zu", sagt Hauser. Demzufolge räumen weniger Befragte, Wertpapieren eine höhere Ertragskraft als Sparkonten ein, nämlich 37 an Stelle von 44 Prozent.

Das Thema Sicherheit war für die Österreicher seit jeher wichtig. In den vergangenen Monaten ist es noch wichtiger geworden. "In Summe geben mehr als die Hälfte der Befragten als Entscheidungskriterium bei der Produktwahl die Kapitalgarantie, die Sicherheit des Unternehmens sowie das geringe Risiko an", unterstreicht Bank Austria Vorstand Rainer Hauser. Dies erklärt die starke Nachfrage nach Veranlagungsprodukten mit Kapitalgarantie.

"Wie würden Sie 10.000 Euro veranlagen?" – die Antworten auf diese Frage bestätigen, dass die "klassischen Sparformen" derzeit im Trend liegen. 58 Prozent für das Sparbuch / die Sparkarte und 25 Prozent für den Bausparvertrag unterstreichen den Trend.

"Wie würden Sie 10.000 Euro verwalten?" – bei den Antworten auf diese Frage bestätigen 44 Prozent das hohe Vertrauen in den persönlichen Berater bei der Hausbank. Ergänzend dazu gewinnen weitere Informationsquellen mit 24 Prozent zunehmend an Bedeutung. Ebenso 24 Prozent holen mehrere Angebote von verschiedenen Geldinstituten ein.

Trotz historischem Tiefpunkt bei der Konsumquote, bedeuten schwächere Einkommen und geringere Neuverschuldung weniger Geld zum Veranlagen
Die schwache Einkommensentwicklung wird bei den Österreichern auch zu schwachen Konsumausgaben führen. Die Sparquote wird nochmals auf erwartete 12,8 Prozent steigen. Gleichzeitig werden sich die Österreicher 2009 kaum neu verschulden. Damit bleibt 2009 voraussichtlich weniger zur Veranlagung übrig als in den vergangenen Jahren. "Trotz historisch sehr niedriger Konsumquote wird die schwache Einkommensentwicklung und die Zurückhaltung bei der Neuverschuldung 2009 zu einer etwas geringeren Geldveranlagung pro Österreicher führen als in den letzten Jahren," so Stefan Bruckbauer, stellvertretender Chefökonom der Bank Austria. Die Ökonomen der Bank Austria gehen von 171 Euro pro Monat und Österreicher aus, was zwar nur knapp unter dem Durchschnitt der letzten vier Jahre von 182 Euro liegt, im Verhältnis zum verfügbaren Einkommen mit 10,1 Prozent jedoch den niedrigsten Wert seit 2001 darstellt.

Wie bereits in den vergangenen drei Jahren wird auch 2009 der Schwerpunkt der Neuveranlagung mit 116 Euro pro Monat bei den Bankeinlagen liegen. Damit ist der Wert etwas geringer als 2008; damals floss ein Teil des aus Fonds abgezogenen Geldes in Einlagen. Erstmals seit 2006 dürfte es 2009 wieder zur Neuveranlagung in Investmentfonds kommen, wenn auch mit bescheidenen 7 Euro pro Monat und Österreicher deutlich weniger als in den Jahren vor 2007. Etwas höher dürfte der Betrag der in Aktien neu investiert wird sein. Trotz hoher Volatilität an den Aktienmärkten kaufen die Österreicher kontinuierlich mehr Aktien als sie verkaufen, wenn auch deutlich weniger als in Einlagen fließen. In Anleihen, die 2008 aufgrund der Umschichtungen aus Fonds einen Rekordzufluss erlebten, dürfte heuer mit rund 11 Euro deutlich weniger investiert werden.

Rückfragen: Bank Austria Pressestelle Österreich
Alexander Tröbinger, Tel. +43 (0) 50505 - 52809
E-Mail: alexander.troebinger@unicreditgroup.at 

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