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12.03.2009

Branchenbericht der Bank Austria Volkswirtschaft:
Holzverarbeitung sollte Krise ohne tiefe Kerben überstehen

  • Produktion sinkt 2008 um 3,5 Prozent, Branchenumsatz geht um 5 Prozent zurück
  • Aussichten bleiben zwar kurzfristig düster
  • Aber: Langfristige Perspektiven dank Wettbewerbsstärke und Klimadiskussion intakt

Die holzverarbeitende Industrie Österreichs wird den Konjunkturrückgang zwar nicht unbeschadet, aber doch ohne tiefe Kerben überstehen. Das ist das zentrale Ergebnis eines aktuellen Branchenberichtes der Bank Austria Volkswirtschaft. Maßgeblich für die relativ optimistischen Erwartungen sind die starke Abhängigkeit der Branchenkonjunktur von der Baunachfrage, die bis zu 85 Prozent des in- und ausländischen Absatzes ausmacht und die grundsätzlich hohe Konkurrenzfähigkeit der Branche. Mit dem beginnenden Konjunkturabschwung in Westeuropa ist der gesamte Holzmarkt schon 2008 in Turbulenzen geraten: Die Produktion der Holzverarbeitung ist um etwa 3,5 Prozent gesunken, die Rohholzpreise um 9 Prozent und die Großhandelspreise für Holz und Holzhalbwaren um rund 2 Prozent. Unter Berücksichtigung der niedrigeren Produktpreise ist der Branchenumsatz um wenigstens 5 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro zurückgegangen.

Kurzfristig wird sich das Produktions- und Umsatzminus 2009 noch verschärfen. Bereits im ersten Quartal 2009 haben sich die Auftragslage im Holzgewerbe wie die Produktionserwartungen der Holzindustrie erheblich verschlechtert. Zusätzlich zur Inlandsnachfrage fehlt der Branche vor allem die Nachfrage aus Westeuropa, dem Ziel von 70 Prozent der Schnittholzexporte und 60 Prozent der Exporte sonstiger Holzprodukte aus Österreich. "Insgesamt sind die Holzexporte im Vorjahr vorläufig um rund 6 Prozent mengenmäßig und um 8 Prozent wertmäßig gesunken, auf 1,9 Milliarden Euro. Die Absatzeinbußen werden sich 2009 noch ausweiten", so Bank Austria Ökonom Wolf. Vor allem in Italien, wohin ein Drittel aller Schnittholz- und Holzproduktexporte geliefert werden, sind die Wohnbauinvestitionen schon 2008 um 5 Prozent und werden 2009 voraussichtlich um wenigstens 6 Prozent preisbereinigt schrumpfen.

Über mehrere Jahre betrachtet, verbuchten die Holzverarbeitung überdurchschnittlich hohe Nachfragezuwächse: Der Branchenumsatz ist von 2003 bis 2007 um 50 Prozent gestiegen und damit sogar rascher als im Industriedurchschnitt von 41 Prozent. "In diesen wachstumsstarken Jahren haben vor allem die Sägewerke und die Furnier- und Plattenhersteller ihre Investitionen kräftig erhöht und sie konnten in weiterer Folge hohe Produktivitätsgewinne verzeichnen beziehungsweise ihre Konkurrenzfähigkeit stärken", sagt Branchenanalyst Günter Wolf. Wie die Wertschöpfung pro Beschäftigten bereinigt um Arbeitskostenunterschiede zeigt, liegt das Produktivitätsniveau der österreichischen Holzverarbeitung um wenigstens 10 Prozent über dem EU-27-Durchschnitt.

Auch wenn die kurzfristigen Aussichten der Holzverarbeiter äußerst unerfreulich sind, wird die Branche die Rezession ohne nachhaltige Schäden überstehen. Die zu erwartenden Einbußen in wichtigen Märkten werden wahrscheinlich durch die geplanten Konjunkturprogramme, die auf die Stabilisierung der Baunachfrage abzielen bzw. auf Sanierungsarbeiten im Hochbau, abgefedert. Zudem gewinnt Holz als Energierohstoff weiter an Bedeutung. Die Basis der Entwicklung ist die Wettbewerbfähigkeit der Branche. Langfristig kann die Holzverarbeitung, die in der Vergangenheit in etwa im Tempo der Gesamtwirtschaft gewachsen ist, d. h. nominell um durchschnittlich 5 Prozent im Jahr, sogar mit etwas höheren Zuwächsen rechnen.

"Letztendlich bekommt die Holzwirtschaft im Zuge der Klimadiskussion auch Unterstützung von politischer Seite", ist Berichtsautor Günter Wolf optimistisch. Beispielsweise wurde 2002 ein EU-Programm ins Leben gerufen, mit dem Ziel den Pro-Kopf-Holzverbrauch in Europa bis 2010 nachhaltig um 4 Prozent im Jahr zu steigern, ausgehend von 1 Prozent jährlichem Wachstum. Schon von 2003 bis 2007 ist der Verbrauch an Sägeholz und Holzplatten in der EU-27 um 2,7 Prozent im Jahr gestiegen.

Rückfragen: Bank Austria Pressestelle Österreich
Tiemon Kiesenhofer, Tel. +43 (0) 50505 - 52819
E-Mail: Tiemon.Kiesenhofer@unicreditgroup.at

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