19.06.2009

Sammlung Fotografis der Bank Austria zum ersten Mal in Salzburg

  • Sammlung mit 1000 Fotografien renommierter Fotografen
  • Überblick über die Geschichte der Fotografie von ihren Anfängen bis zur Gegenwart

Vor einem Jahr unterschrieben Bank Austria Vorstandsvorsitzender Erich Hampel und Toni Stooss, Direktor des Museums der Moderne Salzburg (MdM), in Anwesenheit des für Museen zuständigen Salzburger Landeshauptmannstellvertreters Wilfried Haslauer den Vertrag, der dem MdM eine der größten Fotosammlungen Europas als Dauerleihgabe zusichert. Seit 1. Januar 2009 hat die Sammlung Fotografis der Bank Austria damit in Salzburg ihre neue Heimat gefunden. Die Sammlung besteht aus insgesamt 396 Foto-Arbeiten, die zum Teil mehrere Fotografien umfassen und im Auftrag der damaligen Länderbank, heute Bank Austria, zu einer einzigartigen Sammlung zusammengetragen wurden. Diese Sammlung wird nun vom 20. Juni bis zum 26. Oktober 2009 am Mönchsberg in Salzburg zu sehen sein.

Was kein Museum und keine Privatsammlung in Österreich leisten konnte, kam dank kundiger und innovativer Entscheidungsträger im Bankinstitut sowie Fotografie-Expertin und Leiterin der Galerie Brücke, Anna Auer, zustande: es konnten zu einer Zeit, bevor der Kunstmarkt die Fotografie als hochgehandeltes Objekt der Begierde entdeckte, noch einzigartige Meisterwerke der klassischen Fotokunst erworben und von internationalen Künstlerpersönlichkeiten rare Werkskomplexe für die Sammlung gesichert werden.

Mit der Sammlung Fotografis besitzt die Bank Austria eine reiche Schatzkammer von mehr als 1000 Fotografien. Von der Pionierzeit der Fotografie im 19. Jahrhundert über den Piktoralismus und die Straight Photography bis zu experimentellen Positionen der Avantgarden und zu zeitgenössischen Beiträgen reicht der Bogen dieser Dokumentation fotografischen Schaffens. Einen Schwerpunkt der Sammlung bilden die klassischen Beispiele des Mediums Fotografie:  Dokumentation, das "schwarz-weiße Kolorit" und das gewohnte Kleinformat. Die Werke aus dem 19. Jahrhundert verdeutlichen die ursprüngliche Aufgabe der Fotografie, die Wirklichkeit direkt abzubilden, authentischer, als es die Malerei je erreicht hatte. In dieser Funktion übernimmt das "Neue Medium" nun die Vorherrschaft. Historisierende Reisefotografien ferner, exotischer Orte sowie klassische Porträts sind Beispiele dafür.

Um 1900, als die Fotografen malerische Effekte in der Manier des Impressionismus einsetzen, findet eine Annäherung der beiden Medien statt: Alfred Stieglitz, Edward Steichen oder Heinrich Kühn sind die herausragenden Protagonisten des Piktoralismus, der mit Inkunabeln in der Sammlung vertreten ist.
Paul Strand und Edward Weston leiten in den 1920er Jahren unter dem Begriff "Straight Photography" ein Kapitel der Kunstfotografie-Geschichte ein, bei dem der Eigenwert der Fotografie im Mittelpunkt steht: Präzise, gestochen scharfe Bilder der Wirklichkeit – menschliche Körper, Pflanzen oder architektonische Ausschnitte mit Schlagschatten sind vorwiegende Sujets. Damals erweitern die Avantgardekünstler, besonders die Dadaisten und Konstruktivisten, die Möglichkeiten der Fotografie radikal: Man Rays Rayogramme sowie Alexander Rodtschenkos konstruktivistische Collagen sind weitere Highlights der Sammlung. Ein zusätzlicher Schwerpunkt ist die Reportagefotografie von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart, vertreten etwa durch sozialkritische Mode- und Celebrity-Fotos von Weegee und Diane Arbus.

Die Sammlung Fotografis der Bank Austria ist damit die einzige international ausgerichtete Fotokollektion in Österreich, die sowohl historische Bestände, als auch Zeitgenössisches vereint. Sie bildet einen kongenialen Komplementärbestand zur Sammlung der Österreichischen Fotogalerie am Museum der Moderne Salzburg (rund 17.000 Werke), welche sich stark an der Gegenwartsfotografie orientiert und zunehmend Fotografie im Kunstkontext integriert. Durch die Dauerleihgaben des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, die seit nunmehr 25 Jahren im MdM gesammelt werden, gelangen des weiteren ausschließlich österreichische Fotografien in die Sammlung, welche die aktuelle Produktion der heimischen Fotoszene spiegeln.
 
Darüber hinaus stellt die Sammlung Fotografis eine wichtige Ergänzung der Kunstsammlung der UniCredit Group, deren Mitglied die Bank Austria ist, dar. Die Fotografie ist ein Schwerpunkt dieser Sammlung - sie ist mit 4.000 historischen und zeitgenössischen Werken vertreten.

Rückfragehinweis:
Bank Austria Cultural Partnerships
Katja Erlach
Tel. +43 (0) 50505 - 56839
E-Mail: katja.erlach@unicreditgroup.at

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