29.12.2005

BA-CA EinkaufsManagerIndex im Dezember:
Österreichs Industrie zum Jahreswechsel äußerst stark

Auftragseingänge steigen stärker als bei Hochkonjunktur 2000
Industrie stellt wieder Beschäftigte ein

Der BA-CA EinkaufsManagerIndex ist im Dezember nochmals sehr deutlich gestiegen. Mit 55,5 erreichte der Index nach 53,8 im November den höchsten Wert seit über einem Jahr. Werte über 50 zeigen dabei Wachstum an. „Österreichs Industrie konnte zu Jahresende nochmals deutlich an Tempo gewinnen“,  so Marianne Kager, Chefvolkswirtin der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA).

Die Einkaufsmanager melden eine deutliche Beschleunigung der Produktion. Der Index für die Industrieproduktion stieg auf 56,7 - nach 54,9 im November. Der starke Anstieg der Industrieproduktion zu Jahresende wird begleitet von einer nochmals gestiegenen Auftragsdynamik. „Die Auftragseingänge zeigen einen Zuwachs wie zuletzt vor mehr als fünf Jahren“, analysiert Stefan Bruckbauer von der BA-CA. Der Index für den Auftragseingang stieg von bereits sehr hohen 55,7 im November auf 57,6 im Dezember.

Dass so viele Einkaufsmanager steigende Auftragszahlen meldeten, gab es zuletzt im Sommer 2000. Dies gilt sowohl für die Auslandsaufträge, deren Index mit 58,2 ebenfalls ein Fünfjahrehoch erreicht, als auch für die Inlandsaufträge. Vor allem die Nachfrage aus den beiden wichtigsten Exportmärkten Deutschland und Italien beschleunigte sich im Dezember.

Der starken Konjunktur zu Jahresende 2005 entsprechend, meldeten die Unternehmen im Dezember erstmals seit dem Frühjahr wieder steigende Beschäftigung: Der Index stieg von 50,0 auf 51,1. „Dank der boomenden Auftragslage kann die Industrie erstmals wieder Personal aufnehmen“, meint Kager.

Auch die gestiegenen Einkaufsmengen spiegeln die starke Nachfrage: Hier stieg der Index von 51,3 auf 54,7. Die Vormateriallager wurden der starken Nachfrage entsprechend im Dezember erstmals nicht mehr weiter abgebaut und blieben konstant.

Auf die starke Konjunktur und die weltweite Rohstoffpreishausse geht es zurück, dass die Industriebetriebe auch im Dezember steigende Einkaufspreise melden. Mit 58,6 lag der Index zwar etwas unter dem Novemberwert von 60,4 und unter dem Höchstwert von 75,9 aus dem Oktober 2004. Trotzdem bedeutet dies einen anhaltenden Kostendruck für die Industrie. Weiterhin können nur wenige Betriebe ihre Verkaufspreise erhöhen: Mit 51,4 liegt dieser Index nur knapp über der 50er-Marke und hat sich seit vier Monaten nicht erhöht.

Für die nächsten Monate erwarten die Ökonomen der BA-CA eine weiterhin sehr dynamische Industrieproduktion und eine starke Exporttätigkeit. „Zu Jahresende 2005 und auch zu Beginn 2006 dürfte Österreichs Industrie fast 5% Wachstum erreichen. Und das, obwohl das Niveau vor einem Jahr bereits sehr hoch war“, so Bruckbauer.

 Charts

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41951
E-Mail: economic.research@ba-ca.com