29.06.2005

BA-CA EinkaufsmanagerIndex im Juni:
Industriekonjunktur – Abwärtstrend vorläufig gestoppt

  • Auslandsaufträge steigen wieder leicht
  • Erste Anzeichen einer Trendwende
  • Erholung jedoch noch zu schwach, Jobabbau geht weiter 

Der BA-CA EinkaufsmanagerIndex zeigt im Juni erstmals nach zwei Monaten mit 50,6 wieder einen Wert über 50 an und signalisiert damit ein, zumindest vorläufiges, Ende der Talfahrt der Industrie. "Wir haben immer gehofft, dass das zweite Halbjahr 2005 besser als das erste wird. Jetzt haben wir erstmals konkrete Daten für eine ganz verhaltene Trendwende", meint Marianne Kager, Chefvolkswirt der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Nachdem der BA-CA Einkaufsmanagerindex 2005 jedes Monat rückläufig war, im April sogar unter die Wachstumsmarke von 50 fiel und eine schrumpfende Industriekonjunktur anzeigte, kam es nun erstmals zu einem Anstieg. "Nachdem die Exportaufträge zu Beginn des zweiten Quartals eingebrochen sind, zeigt die Auslandsnachfrage im Juni wieder nach oben" so Stefan Bruckbauer von der BA-CA.   

Trotz dieser positiven Entwicklung ist dies nach Meinung der BA-CA Ökonomen noch keine Beschleunigung der Industriekonjunktur: Das Niveau der Neuaufträge dürfte weiterhin unter dem Höchststand zu Jahresbeginn liegen. In das Bild einer vorerst nur sehr verhaltenen Trendwende passt auch, dass die Industrieunternehmen ihre Vormateriallager weiter abbauen. Dieser Wert liegt mit 48,7 erneut erkennbar unter der 50er Marke. Dies wird auch durch die Beschäftigungspolitik der österreichischen Industrie bestätigt. Mit 48,0 meldeten die Unternehmen zum vierten Mal ein Rückgang ihrer Beschäftigung, auch wenn das Tempo des Beschäftigungsabbaus etwas nachgelassen hat.

 "Ich sehe erste Anzeichen einer sich wieder beschleunigenden Industriekonjunktur. Aber sie reichen noch nicht aus, um Österreichs Industrie zu einer deutlichen Konjunkturstütze werden zu lassen" so Kager. Sinkende Verkaufspreise bei noch immer steigenden Einkaufspreisen bestätigen die weiterhin schwierige Konjunktursituation ebenfalls.

Trotzdem beurteilen die Ökonomen der BA-CA die weiteren konjunkturellen Aussichten Österreichs für das zweite Halbjahr 2005 und 2006 gedämpft optimistisch. Dafür spricht auch die Tatsache, dass Österreichs Industrieunternehmen ihre Fertigwarenlager - bei weiterhin leicht steigender Produktion und stagnierendem Auftragsbestand - nicht wieder abbauen. Dies interpretieren die Ökonomen der BA-CA dahingehend,  dass die Industriebetriebe mit wieder zunehmenden Aufträgen rechnen. "Eine stabilere Industriekonjunktur ist für uns die Grundvoraussetzung, damit der österreichischen Konjunkturerholung nicht die Luft ausgeht - angesichts solcher Faktoren wie steigende Ölpreise und verhaltene Konsumlust" so Bruckbauer.

 Charts zur Presseaussendung


Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.


Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41951
E-Mail: economic.research@ba-ca.com