17.02.2005

BA-CA Konjunkturindikator:
Inlandsnachfrage löst Auslandsnachfrage ab

  • Österreichs Konsumenten werden optimistischer
  • Keine Gefahr einer Rezession
  • Auslandsnachfrage sollte sich gegen Jahresende wieder beschleunigen

Der Konjunkturindikator der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) zeigt im Jänner 2005 eine erkennbare Steigerung von 2,2 auf 2,6. „Entgegen der negativen Meldungen zur Konjunktur zu Jahresende im Euroraum deutet unser Konjunkturindikator auf eine Verbesserung zu Jahresbeginn 2005 hin“, erklärt Marianne Kager, Chefvolkswirtin der BA-CA. Der Anstieg des Konjunkturindikators im Jänner ist vor allem auf die Verbesserung der Konsumenten-stimmung in Österreich zurückzuführen. „Während die starke Industriedynamik des vergangenen Jahres nachlässt, macht sich nun das stärkere Wachstum auch bei den Konsumenten positiv bemerkbar“, meint Stefan Bruckbauer von der BA-CA. Das Wachstum 2004 wurde ganz wesentlich durch die starken Exporte und Investitionen getragen, 2005 werden die wesentlichen Impulse von der privaten Nachfrage kommen. Dies hat sich bereits im zweiten Halbjahr 2004 abgezeichnet und ist nach Meinung der Ökonomen der BA-CA auch dringend notwendig, da die Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft 2005 deutlich ungünstiger sind als 2004. Dazu belastet der starke Euro das Wachstum.

„Das Wachstum des privaten Konsums wird 2005 erstmals nach fünf Jahren wieder über 2 Prozent real betragen und damit ähnlich hoch wie im Durchschnitt der 90er-Jahre liegen“, meint Bruckbauer weiter. Dies ist auf die verbesserte Einkommenssituation, verstärkt durch die Steuerreform, und die Stabilisierung am Arbeitsmarkt zurückzuführen. Allerdings kann man nach Meinung der BA-CA nicht von einem Konsumboom reden, dafür wären Zuwächse von 3 Prozent und mehr wie 2000 oder zu Beginn der 90er Jahre notwendig. Auch belastet die gestiegene Inflation die private Nachfrage.

Für den weiteren Konjunkturverlauf bis 2006 muss jedoch nach Meinung der Ökonomen der BA-CA auch die Auslandsnachfrage und damit auch die Investitionskonjunktur wieder stärker anspringen, da die österreichische Inlandsnachfrage die Konjunktur auf Dauer nicht alleine tragen kann. „Wir sind verhalten optimistisch, dass die Konjunktur im Euroraum gegen Jahresende 2005 und 2006 wieder Impulse für Österreichs Wirtschaft setzen kann“, meint Kager. Die BA-CA Ökonomen rechnen daher nach einem verhaltenen Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent 2005 mit einem etwas stärkeren Wachstum 2006 von 2,3 Prozent.

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Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt  Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. 05 05 05 DW 41951
E-Mail: stefan.bruckbauer@ba-ca.com