30.05.2005

BA-CA EinkaufsmanagerIndex im Mai:
Industriekonjunktur – Stagnation bestätigt

  • Erstmals seit drei Jahren meldet Industrie Produktionsrückgang
  • Deutlich nachlassende Auslandsnachfrage
  • Jobabbau beschleunigt sich

Der EinkaufsmanagerIndex der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) setzte im Mai seinen Rückgang fort und fiel erneut von 49,7 auf 49,5. "Auch im Mai bestätigt der BA-CA EMI die Stagnation bzw. den leichten Rückgang der Industrieproduktion in den kommenden Monaten", so Stefan Bruckbauer von der BA-CA. Während die Industrie im Mai sogar wieder ein leichtes Plus beim Produktionsvolumen meldete, der Indikator stieg von 49,4 auf 50,2 und damit leicht über die 50er Marke, kam es bei der Meldung über die Entwicklung der Auftragseingänge zu einem weiteren Rückgang. "Bei den Exportaufträgen kam es im Mai zu einem regelrechten Einbruch, vor allem die Nachfrage aus Deutschland war schwach", sagt Stefan Bruckbauer. Der Index fiel von 47,2 auf 45,6, den niedrigsten Wert seit mehr als drei Jahren. Damit setzt sich nach der von den BA-CA Ökonomen seit längerem erwartete negative Trend für die österreichische Industrie fort.

Nach Meinung der BA-CA fällt der Rückgang der Nachfrage sogar noch etwas stärker als ohnehin bereits erwartet aus. Einige Industrieunternehmen leiden nach eigenen Angaben nicht nur an der schwächeren Nachfrage aus Deutschland, sondern auch an der verstärkten Konkurrenz aus China. Auch wenn der Anteil der Importe aus China an allen Importen mit in den ersten zwei Monaten rund 3,5 Prozent noch gering ist, lag dieser Anteil vor einem Jahr noch bei unter 3 Prozent. So steigen die Importe aus China derzeit dreimal so schnell wie die gesamten Importe.

Schwächere Absatzmärkte und steigende Importkonkurrenz führten bei Österreichs Industrie auch im Mai zu einer erneuten Reduktion sowohl der Einkaufsmengen als auch der Beschäftigung. Der Index für die Beschäftigung stieg zwar leicht von 47,0 auf 47,9, blieb jedoch deutlich unter 50, was Beschäftigungsabbau bedeutet. Auch bei den Einkaufspreisen macht sich die schwächere Nachfrage bemerkbar. Der Index ging von 57,5 auf 53,7, den niedrigsten Wert seit 1,5 Jahren. Hier machen sich jedoch auch die Rohstoffpreise bemerkbar. Diese sind zwar weiterhin hoch, werden jedoch nicht mehr weiter so stark steigen.

Insgesamt bestätigt der BA-CA Einkaufsmanagerindex für Österreich die deutliche Abkühlung der Industrie in den letzten Monaten. Nach Meinung der Ökonomen der BA-CA ist auch in den nächsten Monaten mit nur wenig Belebung zu rechnen, da die Stimmung in Europas Industrie weiterhin nach unten zeigt. Damit wird die Private Nachfrage noch stärker zur bestimmenden Größe für Österreichs Wirtschaftswachstum 2005, dass nach Meinung der Ökonomen der BA-CA bei 1,7 Prozent liegen wird. Obwohl die Ökonomen der BA-CA von einer konjunkturellen Besserung im zweiten Halbjahr ausgehen, ist diese derzeit noch nicht erkennbar. "Europas und Österreichs Industrie muss auf ein besseres zweites Halbjahr hoffen, das erste Halbjahr bringt maximal Stagnation", ist BA-CA Ökonom Stefan Bruckbauer überzeugt.

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41951
E-Mail: economic.research@ba-ca.com

 Charts zur Presseaussendung (pdf 60 KB)