30.08.2005

BA-CA EinkaufsmanagerIndex im August:
Österreichs Industriekonjunktur droht zu stagnieren

  • Aufträge aus In- und Ausland gehen zurück 
  • Gutes zweites Quartal war vorläufig nur ein Intermezzo – Auftrieb erst Ende 2005

Der BA-CA EinkaufsmanagerIndex ist nach zwei Monaten mit Werten über der 50er Wachstumsmarke im August mit 49,8 wieder in den roten Bereich gerutscht. Er zeigt damit eine leicht schrumpfende Industriekonjunktur für Österreich an. „Die gute Stimmung der Industrie im Frühsommer war vorläufig nur ein Intermezzo. Unsere Skepsis hat sich hier leider als richtig erwiesen“, so Marianne Kager, Chefvolkswirt der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Auslöser für die schlechtere Stimmung sind im wesentlichen die sinkenden Auftragszahlen. Vor allem die schwache Entwicklung der Exportaufträge hat sich in den vergangenenen Monaten hier drückend bemerkbar gemacht: "Zuletzt hat uns noch die steigende Inlandsnachfrage gerettet. Im August ist auch dieser Faktor ausgefallen. Derzeit ist die Nachfrage in Österreich rückläufig", so Stefan Bruckbauer von der BA-CA.

Die österreichischen Industriebetriebe haben begonnen, ihre Kapazitäten dieser schwachen Nachfrage anzupassen. Fertigwaren- und Vormateriallager wurden im August erneut reduziert – mit wachsendem Tempo. "Der Kostendruck in der österreichischen Industrie erhöht sich durch steigende Einkaufspreise und sinkende Verkaufspreise", so Kager. Dadurch beschleunigt sich der bereits im Frühjahr begonnene Beschäftigungsabbau: "Die aktuelle Nachfrage ist zu schwach. Sie kann nicht verhindern, dass die Industrie weiter Mitarbeiter reduziert", so Bruckbauer. 

Der BA-CA EMI vom August bestätigt nach Meinung der BA-CA Ökonomen das sich immer deutlicher abzeichnende Bild einer sich leicht verflachenden Konjunkturkurve im zweiten Halbjahr 2005. Das dritte und das vierte Quartal dürften nur wenig zusätzliche Dynamik bringen. Gegen Jahreswechsel und für 2006 sind die Ökonomen wieder optimistischer. Sie setzen auf eine beschleunigte europäische, vor allem deutsche, Binnenkonjunktur, auf die nachlassende Belastung durch den hohen Ölpreis und ein im Vergleich zum Vorjahr günstigeren Eurokurs. Dann sollte sich auch die Industriekonjunktur in Österreich wieder deutlich beschleunigen.

 Charts zur Presseaussendung

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.