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25.04.2005

Branchenbericht der BA-CA Konzernvolkswirtschaft:
Metallwarenerzeuger kämpfen mit Korrosion ihrer Erträge

  • Metallwarenerzeuger steigern 2004 Branchenumsatz um 12,4 Prozent
  • Trotz hervorragender Nachfrage hat sich infolge der hohen Stahlpreise die Ertragslage verschlechtert
  • Exportüberschuss der Branche ist 2004 auf 320 Mio. Euro gesunken
  • Produktions- und Umsatzzuwächse der Branche werden in den nächsten Jahren merklich schwächer

Die österreichische Metallwarenerzeugung hat 2004 den Branchenumsatz auf 8,6 Milliarden Euro erhöht (2003: 7,7 Mrd. Euro). Trotz der hervorragenden Nachfrageentwicklung, die ein Rekord-Umsatzwachstum von 12,4 Prozent auslöste, konnte die Konjunkturunsicherheit in der Branche nicht ausgeräumt werden. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngste Branchenbericht der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) Konzernvolkswirtschaft.

Vor allem fand die sehr gute Auftragslage keine Entsprechung in den Preisen und weiterer Folge in den Erträgen. Darüber hinaus zählte die Metallverarbeitung 2004 zwar zu den wenigen Industriebranchen, in denen die Beschäftigung gestiegen ist, um 0,6 Prozent auf insgesamt 72.400 Arbeitnehmerinnen. Allerdings genügten die 500 neuen Arbeitsplätze nicht, um die Arbeitsplatzverluste in der Branche aus den zwei Vorjahren zu kompensieren.

"Ein wesentliches Problem der Metallwarenerzeuger war 2004, die sehr gute Nachfrage in kostendeckende Preissteigerungen umzusetzen. Infolgedessen kam es aufgrund der massiven Stahlpreissteigerungen im Vorjahr bei den meisten Stahlverarbeitern zu einer Erosion ihrer Erträge", erklärt Branchenanalyst Wolf. Die Großhandelspreise für Stahl in Österreich sind 2004 um durchschnittlich 50 Prozent gestiegen und lagen im März 2005 noch immer um fast 30 Prozent über ihrem Vorjahreswert.

Die Metallverarbeiter beziehen im Branchenschnitt gut 60 Prozent ihres Materialeinsatzes von der Stahlindustrie und waren daher besonders von der Preisentwicklung betroffen. Wolf von BA-CA: "Insbesondere den kleineren Unternehmen der Metallverarbeitung dürfte es 2004 nicht gelungen sein, einen nennenswerten Teil der Kostensteigerungen an ihre Kunden weiterzugeben". Die Diskrepanz zwischen Kosten- und Produktpreisentwicklung in der Branche zeigt sich am Vergleich der Entwicklung der Großhandelspreise für Stahl mit den Großhandelspreisen für Metallbauelemente, die 2004 lediglich um knapp 5 Prozent zulegten.

Der relativ enge Preissetzungsspielraum vieler metallverarbeitender Betriebe resultiert auch aus der Tatsache, dass sie in Bereichen arbeiten, wo die Nachfrage stärker von Preis- als von Qualitätsmerkmalen geleitet wird. Vor allem Unternehmen, die Blech-, Drahtwaren oder Schrauben und Nägel erzeugen, sind seit Jahren mit zunehmendem Konkurrenzdruck durch Niedrigpreisimporte konfrontiert. Das Außenhandelsdefizit wächst in diesen Segmenten sukzessive. Mit ein Grund, weshalb die gesamten Metallwarenimporte 2004 erstmals seit drei Jahren wieder stärker als die Exporte gestiegen sind. Der Importwachstum erreichte 10 Prozent, das Exportwachstum knapp 8 Prozent.

Insgesamt wurden 2004 Metallwaren im Wert von 3,8 Mrd. Euro aus Österreich exportiert. Der Exportüberschuss ist damit auf 320 Mio. Euro gesunken. Wolf von BA-CA: "Dass im Metallwarenhandel überhaupt noch ein Exportüberschuss erreicht wird, ist darauf zurückzuführen, dass viele metallverarbeitende Unternehmen in Österreich ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die Spezialisierung in qualitativ hochwertigen Nischen stärken konnten. Diese sind im Wesentlichen in den Bereichen Metallbauelemente, Werkzeuge und Beschläge und sonstige Metallwaren zu finden, den Segmenten, die auch im Außenhandel positiv bilanzieren".

"Insgesamt sind die Aussichten für die baunahen Bereiche der Metallwarenerzeugung, den Stahlbau und die Hersteller von Bauelementen wenig erfreulich", resümiert Günter Wolf. Zwischen 2005 und 2007 werden die realen Bauinvestitionen in Westeuropa unter die 2-Prozent-Marke sinken, die noch 2004 erreicht wurde. Gleichzeitig kühlt sich das Wachstum vieler Investitionsgüterbranchen ab. Die Metallwarenerzeugung wird in den nächsten Jahren sicher keine Rezession erleben; dennoch werden die Produktions- und Umsatzzuwächse in der Branche merklich schwächer.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Pressestelle Österreich
Tiemon Kiesenhofer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 52819;
E-Mail: tiemon.kiesenhofer@ba-ca.com