17.10.2005

Wiener Börse im vierten Quartal: die Luft wird dünner

 

Der Wiener Aktienmarkt hat seine bereits für den Sommer erwartete Kurskorrektur in den Herbst hinausgezögert. Zwar trat der Ölpreis als Stimmungsdrücker in den Hintergrund, aber dafür dominieren nun andere Sorgen bezüglich Inflation, Zinssteigerungen oder ein zu schwaches Wirtschaftswachstum das Geschehen. Dazu gesellt sich ein für den Monat Oktober typisches Börsenszenario: tendenziell fallende Kurse. Laut Alfred Reisenberger, Leiter Aktienanalyse Österreich der Bank Austria Creditanstalt, sollte die aktuelle Schwäche, die wahrscheinlich noch einige Wochen anhalten wird, aber als Kaufgelegenheit gesehen werden, da sich an den positiven Fundamentaldaten nichts verändert hat.

Der Gewinnzyklus des ATX hat seinen Höhepunkt im Jahr 2004 erreicht, in der Folge ist mit einer deutlichen Abschwächung des Gewinnwachstums zu rechnen. Eine erste Prognose für das Jahr 2007 geht von einem gerade noch positiven Gewinnwachstum aus. Es wird mit drei Prozent gerade noch im positiven Bereich liegen, während im Rekordjahr 2004 noch 58 Prozent erzielt wurden. Vom Beginn der Berichtssaison in den USA, die gegen Monatsende auch in Österreich starten wird, ist nach Ansicht Reisenbergers mit nur wenig positiven Überraschungen zu rechnen. Überdies neigen die Investoren derzeit dazu, auf negative Meldungen stärker zu reagieren als auf positive.

Die starke Kurskorrektur der vergangenen Handelstage betraf nicht nur jene Titel, die bereits hoch bewertet waren, sondern auch solche, die sich schon über die letzten Jahre konstant gut liefen. Auch die Volatilität stieg an, was ein Zeichen für steigende Unsicherheit und Nervosität ist.

 
Empfehlungen
Die Analysten der BA-CA haben den erwarteten Kursrückgang bereits erwartet und die Empfehlungsliste über den Sommer sukzessive gekürzt. Standen in den ersten Monaten des Jahres noch regelmäßig 8-10 Titel auf Kauf, sind es jetzt nur mehr fünf, nämlich Agrana, Immoeast, Semperit, voestalpine und Wienerberger.
Dazu kommen die Auslandsösterreicher AT&S und austriamicrosystems.


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