20.12.2005

UrlaubsEuro Winter 2005:
UrlaubsEuro im Ausland erneut weniger wert

  • Beliebteste Urlaubsländer der Österreicher sind erneut teurer geworden
  • Höhere Inflation und schwächerer Euro sind je zur Hälfte dafür verantwortlich
  • Italien nicht mehr günstiger als Österreich
  • Für den Winterurlaub nur wenige Destinationen mit Preisvorteilen

Österreichs Urlauber erhalten in den beliebtesten Urlaubsländern im Durchschnitt nur mehr rund 20 Prozent mehr für ihren UrlaubsEuro als in Österreich. Seit dem Winter 2004 hat sich damit der Wert des UrlaubsEuros in den wichtigsten Urlaubsländern der Österreicher erneut verringert. "Der Rückgang des UrlaubsEuros der Österreicher im Jahresvergleich um rund 4 Prozent ist je zur Hälfte auf den schwächeren Euro und auf die höheren Preissteigerungen in den Urlaubsländern zurückzuführen", fasst Stefan Bruckbauer von der Konzern-volkswirtschaft der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) die Entwicklung zusammen und ergänzt, "Man kann auch sagen, der UrlaubsEuro ist in Österreich mehr wert geworden."

Im weiterhin beliebtesten Auslandsurlaubsland der Österreicher, in Italien, setzt sich die Tendenz höherer Preissteigerungen als in Österreich unvermindert fort und betrachtet man die Veränderung des Preisniveaus (ohne Energie), so sind die Preise auch heuer in Italien wieder stärker als in Österreich gestiegen, mit rund 2 Prozent doppelt so stark. Diese Tendenz hält bereits mehrere Jahre an, sodass seit 1998, dem Jahr vor der Eurofixierung, das Preisniveau in Italien jährlich um 2,3 Prozent, in Österreich jedoch nur 1,5 Prozent stieg. Dies gilt vor allem auch für Bereiche, die für Touristen besonders wichtig sind. So stiegen die Preise für Hotels und Restaurants in Italien seit 1998 jährlich um 3,3 Prozent (Österreich 2,5 Prozent) und die Preise für Lebensmittel jährlich um 2,1 Prozent (Österreich 1,4 Prozent). "Während in Österreich die Preise für Bekleidung und Schuhe seit 1998 konstant geblieben sind, stiegen sie in Italien um fast ein Fünftel. Auch das ist ein Grund dafür, dass Italien heuer erstmals nicht mehr günstiger als Österreich ist", meint Bruckbauer von der BA-CA.

Auch in vielen anderen beliebten Urlaubsländern des Euroraumes erhöhten sich die Preise heuer stärker als in Österreich, was nach Meinung der Ökonomen der BA-CA auch dadurch belegt wird, dass die Inflationsrate (ohne Energie) vom November mit 1,1 Prozent in Österreich zu einer der niedrigsten im Euroraum zählte. Nur in den Niederlanden und in Finnland stiegen die Preise weniger stark als in Österreich. Dementsprechend hat sich auch der Wert des UrlaubsEuros in den beliebten Urlaubsdestinationen des Euroraumes für die Österreicher erneut leicht verringert.

In Kroatien und in der Türkei kam zur höheren Preissteigerung auch noch eine Aufwertung gegenüber dem Euro dazu. Die Aufwertung Kroatiens fiel dabei mit rund 1 Prozent moderat aus, die Aufwertung der türkischen Lira mit 13 Prozent schon stärker, zudem weist die Türkei Preissteigerungsraten von derzeit 8 Prozent auf. Der UrlaubsEuro ist damit in der Türkei rund ein Fünftel weniger wert als noch vor einem Jahr.

Der schwächere Euro reduziert auch bei Fernreisen den Wert des UrlaubsEuros, der etwa in den USA heuer im Winter rund ein Zehntel weniger wert ist als vor einem Jahr. Aufgewertet hat der Euro gegenüber der Währung wichtiger Urlaubsländer nur im Falle Ungarns und der Schweiz, allerdings wurde dies im Falle Ungarns durch die höhere Inflation überkompensiert. Damit konnte der UrlaubsEuro 2005 in keinem wichtigen Urlaubsland der Österreicher an Wert gewinnen bzw. damit ist der UrlaubsEuro in Österreich gegenüber den wichtigen Auslandsdestinationen relativ mehr wert geworden.

Trotz des Wertverlustes des UrlaubsEuros 2005 in den meisten Ländern blieb der Preisvorteil, mit Ausnahme von Italien, in vielen Ländern weiter vorhanden. So erhält man in der Türkei noch immer rund 50 Prozent mehr für seinen UrlaubsEuro als in Österreich. In Kroatien und in Ungarn sind es rund 40 Prozent, in Tschechien und Slowenien rund 30 Prozent.

Bei den Winterdestinationen ist der UrlaubsEuro etwa so viel wert wie in Österreich. So bekommt man in Frankreich lediglich 2 Prozent mehr, in Deutschland gleich viel und in Italien rund 2 Prozent weniger für seinen UrlaubsEuro wie in Österreich. Deutlich mehr ist der UrlaubsEuro in Slowenien, deutlich weniger in der Schweiz wert. Trotz des schwächeren Euros ist der UrlaubsEuro in den USA weiterhin etwas mehr Wert als zuhause, allerdings nur mehr rund 8 Prozent.

Abschließend weisen die Ökonomen der BA-CA darauf hin, dass es sich um Durchschnittswerte handelt, einzelne Regionen (wie etwa London als Zentralregion) können davon abweichen. Auch bezieht sich das Preisniveau auf den Durchschnitt der Güter und Dienstleistungen in den einzelnen Ländern, einzelne Produkte können davon deutlich abweichen. Zudem ist die Tatsache, dass das Preisniveau in einigen Urlaubsländern soviel günstiger als in Österreich ist, vor allem auf das hohe Einkommensniveau in Österreich zurückzuführen. Läge Österreichs Preisniveau niedriger, wäre auch das Einkommensniveau geringer - wir könnten uns Urlaube oft gar nicht leisten.

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Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt  Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
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