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25.10.2005

BA-CA Analyse:
Südosteuropa nach Asien der erfolgreichste Emerging Market

  • Überdurchschnittlich hohes Wirtschaftswachstum seit 2000
  • Weiterhin hohes Potenzial, insbesondere in Rumänien und Bulgarien
  • Bankenmarkt gerät durch weitere Privatisierungen und einsetzende Konsolidierung verstärkt in Bewegung

Seit dem Beginn der politischen Erneuerung hat sich Südosteuropa1) nach Asien zum am stärksten wachsenden Emerging Market der Welt entwickelt. Im Durchschnitt betrug der Anstieg des BIP in der Region seit dem Jahr 2000 fünf Prozent real und übertraf dabei deutlich das Wirtschaftswachstum in den neuen EU-Mitgliedsländern aus Zentral- und Osteuropa. Dort wuchs die Wirtschaft real um etwa 3,5 Prozent. Nach Einschätzung der BA-CA hat neben der politischen Stabilisierung vor allem die strikte Anti-Inflationspolitik dieses überdurchschnittliche Wachstum ermöglicht. „Dank der vorsichtigen monetären Ausrichtung ist es gelungen, den Kurs der lokalen Währung zu stabilisieren und die Inflation deutlich zu reduzieren“, so Marianne Kager, Chefökonomin der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), bei einer Pressekonferenz in Dubrovnik. Die Teuerung wird heuer laut BA-CA-Berechnung im regionalen Durchschnitt nur noch bei rund 7 Prozent liegen, nach mehr als 30 Prozent im Jahr 2000.

Der engagierte Beginn der strukturellen Umgestaltung und die dabei erzielten beachtlichen Erfolge sind ein weiteres wichtiges Argument für den Aufschwung, in dem sich die Region derzeit befindet. Einen starken Impuls haben die Strukturreformen durch den Prozess der Annäherung an die Europäische Union erhalten. „Die kontinuierliche Anpassung an den europäischen Rechtsstand hat das Geschäftsumfeld in der Region wesentlich verbessert und für ausländische Investoren noch attraktiver gemacht“, sagt Kager. 2006 ist in der gesamten Region mit einem Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen von mehr als 10 Milliarden Euro zu rechnen, wobei die EU-Beitrittskandidaten Bulgarien und Rumänien und verstärkt auch Serbien vor allem auch wegen attraktiver Privatisierungsprojekte ins Blickfeld der Investoren rücken. Der Zustrom an ausländischem Kapital wird mit mehr als 5 Prozent des BIP in der Region sogar deutlich höher liegen als in den neuen EU-Mitgliedsstaaten aus Zentral- und Osteuropa, die den Privatisierungsprozess bereits weitgehend abgeschlossen haben. Die EU ist der wichtigste Investor in der Region, wobei sich das neue EU-Mitglied Slowenien zunehmend als Tor nach Südosteuropa etablieren kann.

Viele neue Unternehmen
In der Region entstehen dank der ausländischen Direktinvestitionen auch viele neue exportorientierte bzw. importersetzende Unternehmen, die so mittelfristig zu einer Verbesserung der noch evidenten wirtschaftlichen Probleme, wie der hohen Arbeitslosigkeit und der angespannten außenwirtschaftlichen Schieflage, beitragen werden. Das Leistungsbilanzdefizit wird im laufenden Jahr im regionalen Durchschitt rund 9 Prozent des BIP betragen.

„Durch die kontinuierliche Verbesserung der Rahmenbedingungen werden die Länder der Region mittelfristig in der Lage sein, ihr Wachstumspotenzial voll auszuschöpfen und wirtschaftlich gegenüber den Neuen EU-Mitgliedsstaaten an Boden zu gewinnen", meint Kager. Die BA-CA rechnet für 2005/2006 mit einem Wirtschaftswachstum von rund 5 Prozent. Bulgarien und Rumänien, die wirtschaftlich stark von dem bevorstehenden EU-Beitritt im Jahr 2007 profitieren, übernehmen in der Region eine dynamische Vorreiterrolle.

Dynamischer Bankenmarkt
Nicht nur die Wirtschaft in Südosteuropa entwickelt sich nach Meinung der BA-CA sehr erfreulich, sondern auch der Bankensektor. „Mit rund 30 Prozent jährlichem Kredit- bzw. Einlagenwachstum in den letzten Jahren war der Bankenmarkt in Südosteuropa deutlich dynamischer als im Euroraum und in den Neuen EU-Mitgliedsstaaten“,  sagt Kager. Fast alle Länder der Region zeigten dabei einen starken Aufwärtstrend, allen voran Rumänien und Bulgarien. Dass es nach Jahren der schwachen Entwicklung in den letzten Jahren gelungen ist, den enormen Rückstand bei der Durchdringung dieser Länder mit Bankprodukten zu reduzieren, liegt neben der positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vor allem an der Privatisierung des Bankenmarkts und der Lösung des Problems der faulen Kredite aus der Vergangenheit. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der neuesten Studie „Banking in South-East Europe“, die die BA-CA heute bei der alljährlich staffindenden „Euromoney Conference“ in Dubrovnik präsentiert hat.

Die Studie zeigt des Weiteren auf, dass die Entwicklung des Bankenmarktes um so dynamischer verlief, je höher der Anteil ausländischer Banken in einem Land ist. Entsprechend dieser Entwicklung ist auch die Profitabilität der Banken in Südosteuropa sehr hoch. Sie liegt um ein Viertel über jener der Neuen EU-Länder und deutlich über der Profitabilität im Euroraum. Aber auch bei der Kosteneffizienz, gemessen durch die Cost-Income-Ratio, liegen die Top-Banken in Südosteuropa etwas besser als in den Neuen EU-Ländern bzw. im Euroraum.

Weiteres Wachstum und Konsolidierung
Besonders starkes Wachstum zeigt sich bei Privatkrediten. Aufgrund des enormen Aufholbedarfs hat sich deren Volumen in der gesamten Region seit 2000 mehr als vervierfacht. Dennoch liegt das Niveau im internationalen Vergleich noch immer niedrig. Mit einem Kreditvolumen von knapp über 300 Euro pro Person liegt der Wert deutlich unter dem Niveau in den Neuen EU-Ländern (800 Euro) und erreicht nur rund 3 Prozent des Niveaus im Euroraum (12.400 Euro). Diese relativ geringe Ausgangsbasis und die zu erwartende gute wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten Jahren lassen nach Meinung der Ökonomen der BA-CA auch für den Bankenmarkt in Südosteuropa eine positive Entwicklung erwarten. „Südosteuropa wird in den kommenden Jahren mit jährlichen Wachstumsraten von 19 Prozent bei Krediten und 17 Prozent bei Einlagen Europas am schnellsten wachsender Bankenmarkt sein”, so BA-CA-Chefökonomin Kager.

Die BA-CA erwartet, dass es zu einer gewissen Konsolidierung in der Region kommen wird. Dazu trägt zum Einen der Abschluss der Privatisierungen in Rumänien und Serbien bei, zum Anderen aber auch die Tatsache, dass heute in Südosteuropa mit über 220 Banken mehr Kreditinstitute am Markt vertreten sind als in den Neuen EU-Ländern, obwohl Südosteuropa um 40 Prozent weniger Einwohner hat. Dabei weisen zwei Drittel der Banken einen Marktanteil am Heimmarkt von nicht einmal 2 Prozent auf und rund 60 Prozent der Banken verfügen über eine Bilanzsumme von nicht einmal 100 Millionen Euro. Derzeit ungefährdet sieht die BA-CA die führende Position österreichischer und italienischer Banken in Südosteuropa, die gemeinsam fast 50 Prozent der Bilanzsumme des gesamten Bankenmarkts in der Region aufweisen.

 Charts zur Presseaussendung (englisch)

1)  SEE=Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, FYR Mazedonien, Rumänien, Serbien und Montenegro

Rückfragen
: Bank Austria Creditanstalt, International Press Relations
Edith Holzer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 57126,  E-Mail: edith.holzer@ba-ca.com