29.11.2005

BA-CA EinkaufsManagerIndex im November:
Österreichs Industrie setzt zum Jahresendspurt an

Der BA-CA EinkaufsManagerIndex ist im November sehr deutlich gestiegen. Mit 53,8 erreichte der Index nach 52,5 im Oktober den höchsten Wert seit über einem Jahr. Werte über 50 zeigen dabei Wachstum an. „Österreichs Industrie hat die Schwäche des ersten Halbjahres überwunden. Derzeit wächst sie rund sieben Prozent“,  so Marianne Kager, Chefvolkswirtin der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA).

Die Einkaufsmanager melden eine deutliche Beschleunigung der Produktion. Der Index für die Industrieproduktion stieg auf 54,9 - nach 53,5 im Oktober. Ausschlaggebend dafür waren die Exportaufträge: Sie erreichten im November mit 56,3 einen Wert wie zuletzt im Sommer 2004. „Der Export läuft in den letzten Monaten des Jahres offensichtlich nochmals deutlich dynamischer“, analysiert Stefan Bruckbauer von der BA-CA. Der österreichische Export wird sich damit  2005 erneut dynamisch entwickeln, auch wenn die starken Zuwächse des Vorjahres nicht erreicht werden. Korrigiert man die Werte um statistische Fehler, so dürfte der Export nach rund zwölf Prozent Zuwachs 2004 heuer immerhin um sieben bis acht Prozent zulegen, so die Schätzung der BA-CA Ökonomen.

Auch die inländische Nachfrage ist gestiegen, so dass der Auftragseingang insgesamt mit 55,7 deutlich über den 53,0 des Vormonats liegt. Nach dem sehr hohen, siebenprozentigen Industriewachstum von 2004 könnten damit heuer ebenfalls rund sechs Prozent erreicht werden. Dies ergibt ein höheres Wachstum als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (rund 5%) und den zweithöchsten Wert seit 1998. „Wir sind für die nächsten Monate optimistisch“, so Kager mit Verweis auf die Auftragsbücher: Mit 53,6 erreicht die Beurteilung des Auftragsbestandes den höchsten Wert seit 1 ½ Jahre.

Die Einkaufsmanager meldeten erstmals seit neun Monaten keinen Beschäftigungsrückgang mehr (Wert = 50). „Der konjunkturbedingte Personalabbau dürfte zu Jahreswechsel vorläufig gestoppt sein“, so Bruckbauer. Allerdings sinken die gemeldeten Beschäftigungszahlen weiter, was auf Auslagerungen und statistische Ummeldungen zurückzuführen ist.

Die Einkaufspreise sind weiter gestiegen. Der Wert erreichte 60,4 - nach 57,9 im Oktober. Obwohl es den Industriebetrieben aufgrund der guten Auftragslage gelang, Preiserhöhungen durchzusetzen, blieb der Wert bei den Verkaufspreisen mit 51,0 deutlich unter der Einkaufspreisdynamik. Das hat sich negativ auf die Ertragssituation auswirkt.

Der mittelfristige Ausblick bleibt nach Meinung der BA-CA trotz der derzeit guten konjunkturellen Situation unsicher. Schuld trägt die Entwicklung speziell in Deutschland. „Die deutsche Konjunktur wird nächstes Jahr noch relativ positiv verlaufen. Dafür sorgen auch die

Vorzieheffekte der Mehrwertsteuererhöhung 2007. Österreich kann davon profitieren. 2007 jedoch werden die verlangsamte Weltkonjunktur und die restriktivere Fiskalpolitik im Euroraum zum Risiko für Österreichs Industriekonjunktur", so Kager.

 Charts zur Presseaussendung

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 41951
E-Mail: economic.research@ba-ca.com