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20.09.2005

EU und die Türkei – Vorteile für beide Seiten

  • Beitrittsgespräche vielleicht rascher erledigt als erwartet
  • EU und Türkei werden von einer Integration der Türkei profitieren


Die Türkei steht derzeit auf der EU-Agenda ganz oben, sowohl bei Politikern als auch beim Wahlvolk. Den Regierungen der EU wird langsam bewusst, dass die Türkei einen ernsthaften Reformkurs eingeschlagen hat. "Die Beitrittsverhandlungen mit der EU lösen eine Aufbruchstimmung aus, die ausländische Direktinvestitionen nach sich zieht. Das würde wiederum eine Annäherung zwischen der EU und der Türkei fördern", erklärte Willi Hemetsberger, Mitglied des Vorstandes der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), anlässlich einer internationalen Investorenkonferenz der CA IB in Istanbul.

Beitrittsgespräche vielleicht kürzer
Zahlreiche europäische Regierungen sind der Ansicht, dass ein EU-Beitritt der Türkei nicht vor 2025 stattfinden kann. Die Kapitalmärkte gehen bereits vom Jahr 2015 aus. Allerdings befindet sich die Türkei in der vorteilhaften Situation, eine viel stärker marktwirtschaftlich orientierte Geschichte zu haben als viele der neuen EU-Mitglieder. Noch dazu besteht mit der EU mittlerweile seit mehreren Jahren eine Zollunion. "Ich gehe davon aus, dass die Beitrittsverhandlungen zwischen der Türkei und der EU kurz nach Ablauf dieses Jahrzehnts abgeschlossen sein werden und dass ein Beitritt vor 2015 stattfinden kann", so Hemetsberger. Die bisher längste Phase zwischen dem Start von Beitrittsverhandlungen bis zum tatsächlichen Beitritt wird für Bulgarien und Rumänien gelten, nämlich sieben Jahre, wenn sie plangemäß 2007 beitreten.

Eine dynamische Wirtschaft
Die Türkei wird über die nächsten Jahre eines der am rasantesten wachsenden Wirtschaftsgebiete sein. Sie wird auch zunehmend an Bedeutung als strategischer und wirtschaftlicher Partner gewinnen, da sie über riesige Wasserreserven verfügt und eine wichtige geopolitische Position entlang der künftigen Öl- und Gaspipelines einnimmt. Die Bevölkerung der Türkei wird im Vergleich zur übrigen EU jung bleiben: Das durchschnittliche Alter der Türken wird im Jahr 2025 bei 33 liegen, während beispielsweise für Deutschland ein Durchschnittsalter von 48 gelten wird.

Die Beschäftigungsstruktur der Türkei schneidet im EU-Vergleich weniger gut ab. Trotzdem liegt das türkische Pro-Kopf-Einkommen über dem Bulgariens und Rumäniens. Und rund 50% der Bevölkerung erwirtschaften ein Pro-Kopf-BIP von immerhin EUR 4.200. Diese Kennzahl liegt für Polen bei EUR 5.100.

Maastricht Ziele in Sichtweite
Die Regierung hat gezeigt, dass sie mit ihrer restriktiven Fiskalpolitik die Maastricht-Ziele so schnell wie möglich erreichen möchte. Die Staatsverschuldung wird dadurch innerhalb der nächsten 2-3 Jahre unter die Maastricht-Grenze von 60% reduziert. Ebenso wird die Inflationsrate auf unter 5% kommen. Wenn sich die Regierung an ihren Reformkurs hält, kann das Land bezüglich der Einhaltung der Maastricht-Kriterien sogar als Beispiel für andere EU-Regierungen gelten. Auch aus einem rein ökonomischen Blickwinkel würde die Europäische Union von der Wachstumsdynamik der Türkei profitieren. Bereits heute ist die Türkei der sechstgrößte Importeur von EU-Gütern.

Die EU kann es sich leisten
Nach Kalkulationen der Europäischen Kommission und der BA-CA werden sich die jährlichen Nettokosten eines EU-Beitrittes der Türkei auf 0,07% bis 0,21% des BIP der EU-25 im Jahr 2025 belaufen. Das entspricht dem Betrag für die 10 neuen Mitgliedsstaaten. Damit würden die Beitrittskosten rund 19% des EU-Budgets ausmachen, vorausgesetzt es wächst in der gleichen Geschwindigkeit wie das BIP der EU-25. Bis dahin sind jedenfalls Neuerungen in der EU-Finanzierung zu erwarten, insbesondere in der Landwirtschaft.

"Die EU kann es sich leisten, die Türkei als Mitglied aufzunehmen", betonte Hemetsberger. Dabei wäre der Beitritt keineswegs eine Einbahnstraße, von dem nur die Türkei profitieren würde. Tatsächlich erhielte die EU eine junge und zunehmend gut ausgebildete Bevölkerung, während die Zahl ihrer eigenen Arbeitskräfte drastisch abnimmt.

CA IB in der Türkei
Die CA IB, die Investment Banking Einheit der Bank Austria Creditanstalt, spielt in Zentral- und Osteuropa eine führende Rolle. Am türkischen Aktienmarkt ist die ein bedeutender Faktor. Sie verfügt an der Börse Istanbul bei den Transaktionen ausländischer Investoren über einen Marktanteil von über 10%. Sie war auch an großen Kapitalmarkttransaktionen der vergangenen Monate maßgeblich beteiligt, darunter die weitere Privatisierung der Turkish Airlines (THY) und von Petkim. Weiters spielt die CA IB eine Pionier-Rolle im Derivat-Geschäft.


Die Konferenz "Meet Emerging Europe in Turkey"

Die CA IB hielt ihre Emerging Europe Konferenz bereits zum zweiten Mal in Istanbul ab. Wie schon im Vorjahr war der Zuspruch enorm: Fondsmanager aus aller Welt, die gemeinsam ein Vermögen von USD 150 Mrd. erwalten, nahmen die Einladung der CA IB ins Hotel Ritz an. Zweck der Konferenz war es, Unternehmen aus Zentral- und Osteuropa, der Türkei und Österreich mit Finanzinvestoren, die in dieser Region investieren, zusammen zu bringen. An den zwei Konferenztagen fanden über 350 Einzelgespräche (One-on-One Meetings) zwischen Investoren und Unternehmensvertretern statt.


Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt International Markets
Veronika Fischer-Rief, Tel. +43 (0)5 05 05-82833; 
E-Mail: veronika.fischer-rief@ba-ca.com