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11.03.2005

News aus dem Asset Management der Bank Austria Creditanstalt:
Der Ölpreis bleibt heiß

  • Vor dem OPEC-Treffen am 16. März Ölpreis auf Rekordkurs
  • Nicht nur Angebot und Nachfrage ausschlaggebend
  • Schwacher Dollar, Terrorangst, Hedgefonds spielen auch eine Rolle

Nächste Woche, am 16. März, tritt die OPEC in Isfahan (Iran) zusammen, um ihre Förderpolitik für das 2. Quartal zu diskutieren. An sich ist der Frühling keine starke Zeit für den Ölpreis, da die Heizperiode auf der Nordhalbkugel zu Ende geht und die Ferienzeit mit dem erhöhten Treibstoffverbrauch noch nicht angefangen hat.

Das alles scheint heuer allerdings nicht wirklich zuzutreffen, denn der Ölpreis kämpft derzeit mit den Rekordwerten jenseits der 55 Dollar, die er im letzten Oktober erzielt hat (bezogen auf die Notiz in New York). Und das, obwohl durchaus eine Reihe von Faktoren für eine Entspannung beim Ölpreis sprechen würden: Zum einen sollte es sowohl in Europa als auch in den USA mit dem kalten Wetter jetzt irgendwann Schluss sein. Zum anderen liegen die US-Lagerbestände laut jüngsten Daten über den Erwartungen. Die Rohöllager an der amerikanischen Golfküste sind derzeit 10 Prozent voller als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres.

Dass der Ölpreis trotzdem von Rekord zu Rekord eilt, hat für viele Marktbeobachter andere Gründe. So sieht der Vorstandvorsitzende von Exxon, Lee Raymond, im Ölpreis eine gewisse politische Risikoprämie enthalten. Der Markt habe Angst, so Raymond, dass ein Anschlag die Versorgungskette nachhaltig unterbrechen oder zumindest stören könnte. Andere verweisen auf den starken Euro. Der US-Dollar hat in den letzten vier Monaten 8 Prozent gegenüber dem Euro verloren. Daher ist die OPEC durchaus für höhere Ölpreise, da sie ihre Kaufkraft in Europa halten will.

Nicht zuletzt haben gerade in der Vorwoche die Aktivitäten von Hedgefonds-Managern am Ölmarkt zugenommen. Der Ölpreis wird derzeit offensichtlich sehr aktiv für den Aufbau von spekulativen Positionen genutzt, was die Preisentwicklung von der aktuellen Situation bei Angebot und Nachfrage ebenfalls entkoppelt.

Fazit: Allein letzten Monat hat der Ölpreis 16 Prozent zugelegt, was im März, da die Heizsaison in den großen Verbrauchermärkten Nordamerika und Europa zu Ende geht, ungewöhnlich ist. Neben der anhaltend hohen Nachfrage (China) spielen geopolitische Ängste, aber auch Währungsbewegungen (schwacher Dollar) und Hedgefonds-Engagements eine Rolle. Das Risiko einer Korrektur im Ölpreis bleibt gerade um diese Jahreszeit und nach den starken Anstiegen unserer Meinung nach bestehen. Auch wenn Ölwerte derzeit Rekordgewinne verzeichnen und auch nicht gerade hoch bewertet sind, macht uns der jüngste Kursanstieg doch vorsichtiger. Denn mit einer etwaigen Korrektur im Ölpreis sollte sich jedenfalls auch das Gewinnmomentum abschwächen. Insofern stehen wir dem Sektor neutral gegenüber.


Rückfragen:  Bank Austria Creditanstalt Asset Management
Monika Rosen, Bereichsleiterin Research, Tel. (01) 33 147 DW 5403;
E-Mail: monika.rosen@amg.co.at